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Kolumnen Prominent wie Zahnpasta
Sonntag Kolumnen Prominent wie Zahnpasta
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20:03 23.02.2018
Je öfter man prominent schreibt oder sagt, desto mehr klingt es wie eine Zahnpasta. Quelle: Fotolia
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Hannover

Es gibt Politikprominenz, Sportprominenz, Kulturprominenz oder Wirtschaftsprominenz, in der Gesellschaftsprominenz gibt es auch die Unterkategorie der immanenten Prominenz, also Prominente, die prominent sind, weil sie prominent sind.

Und dann gibt es Donald Trump, der ist eine Mischung aus allem. Polyprominent. Außer Sport. Laura Dahlmeier ist olymprominent. Nur Sport.

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Hundert Prozent prominent

Je öfter man übrigens prominent schreibt oder sagt, desto mehr klingt es wie eine Zahnpasta. Sie können das mal versuchen. Wenn Sie dabei eine Kamera auf sich richten und das dann hinterher auf Youtube veröffentlichen, sind Sie hinterher internetprominent.

Wenn Sie sowieso im Internet wohnen, sind Sie internetimmanentprominent. So heißt nicht mal eine Zahnpasta. Wenn Sie eine Zahnpasta mit diesem Namen dem polyprominenten Donald Trump verkaufen, werden Sie zu hundert Prozent prominent.

Aber will man das? Will man Laura Dahlmeier sein? Will man ein Liegendschießenprominenter sein? Und dafür während 14 Tagen Olympia 24-mal in Interviews sagen “I hob versuacht, mei Bestes zum Geben“. Will man das? Will man so sprechen zur Hauptsendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen?

Bayern und Biathleten

Nein, will man nicht. Es heißt nicht zum Geben! Es heißt zum Kotzen, es heißt zum Kuckuck, zum Henker und Zumwinkel, aber nicht zum Geben. Das müssen auch Bayern und Biathleten und Nullschießfehlerprominente versuachen zum Zugeben.

Man sollte immer nur so prominent sein, dass keine Insekten nach einem benannt werden. Nach Shakira ist eine Wespe benannt, deren Larven besonders effektiv mit dem Hintern wackeln können. Es gibt eine Motte namens Neopalpa donaldtrumpi. Sie bevorzugt sandige Gebiete und hat Schuppen groß wie Parmesanstücke auf dem Kopf. Passt.

Laura Dahlmeier hat die Chance, all dem zu entgehen. Einfach mal versuchen, danebenzumschießen.

Von Uwe Janssen

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