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19:59 26.01.2018
Ein neues Spiel von Richard Garfield: “Bunny Kingdom“ im Spieletest. Quelle: Hersteller
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Leipzig

“Magic, the Gathering“, “Robo Rallye“, “King of Tokyo“ – Richard Garfield hat einige absolute Klassiker geschaffen. Man schaut als Spieler also genau hin, wenn ein neuer Titel von ihm erscheint – wie aktuell zum Beispiel auf “Bunny Kingdom“. Die Spieler errichten mal wieder ein Königreich. So weit, so unoriginell. Dass es sich bei den handelnden Figuren um Hasen handelt, ist zwar niedlich und verschafft einem ausgesprochen drollige Figuren, tut aber letztlich nichts zur Sache.

Das derzeit so beliebte Drafting – eine von Garfields Erfindungen – ist zentraler Mechanismus: Aus seinen anfänglichen Handkarten (je nach Teilnehmerzahl zehn oder zwölf) wählt jeder Spieler zwei aus, gibt den Rest weiter, nimmt wieder zwei, gibt weiter ... bis man wieder bei der anfänglichen Kartenzahl ankommt. Das minimiert die Zufallsabhängigkeit, tilgt sie aber nicht ganz: Man kann schon sehr viel Pech haben mit seiner Starthand.

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Auch Hasen wollen handeln

Nun wird ausgespielt: Mit Gebietskarten nimmt man Felder auf dem Spielfeldraster in Besitz; eine Buchstaben-und-Ziffer-Kombination gibt an, wo. Mit Bauwerkkarten errichtet man in eigenen Arealen Städte unterschiedlicher Größe, Bauernhöfe oder Handelsposten für die größere Auswahl im kaufmännischen Angebot – auch Hasen wollen nicht nur Karotten mümmeln.

Türme verbinden auf magische Weise weit auseinanderliegende Gebiete miteinander; da darf man getrost an “Herr der Ringe“ denken und sich fragen, ob Kaninchen nicht vielleicht unterirdische Lösungen bevorzugen würden. Schriftrollenkarten wiederum sind Siegpunkte wert.

Nur wer über die richtige Infrastruktur verfügt, punktet: In “Bunny Kingdom“ wird ein Hasen-Imperium aufgebaut. Quelle: Hersteller

Am Ende jeder Runde werden die Gebiete der Spieler gewertet. Nur wer über die richtige Infrastruktur verfügt, nämlich über eine Kombination aus Städten und produzierenden Feldern, punktet. Darum sind auch die Lager- und eben Turmkarten besonders wertvoll, weil sie Gebiete vergrößern, worauf man sonst keine Ansprüche hätte.

Extrem hübsch, etwas unübersichtlich

“Bunny Kingdom“ sieht extrem hübsch aus. Das geht leider zulasten der Übersichtlichkeit. Stehen die ersten Gebäude, ist kaum mehr zu erkennen, welche Landschaft sich darunter verbirgt. Lavaströme, die Gebiete unüberwindlich voneinander trennen, sind schon anfangs kaum zu sehen.

Der Kern von “Bunny Kingdom“ ist einfach: Karten ziehen, wählen, weitergeben. Daraus entsteht aber auch eine reizvolle Komplexität – eine, die klassische Familienspieler freilich überfordern könnte. Vielspieler wiederum haben Vergleichbares schon gesehen. Fazit: Ein gutes Garfield-Spiel, aber kein neuer Meilenstein.

Richard Garfield: “Bunny Kingdom“. Iello (Vertrieb: Hutter), für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahre, etwa 48 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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