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GT / ET Mathis Mönninghoff: Tryout als Trainingsspieler bei der BG Göttingen hat funktioniert

Mathis Mönninghoff: Tryout als Trainingsspieler bei der BG Göttingen hat funktioniert

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15:45 21.01.2021
Mathis Mönninghoff ist mit seiner Rolle im Team zufrieden.
Mathis Mönninghoff ist mit seiner Rolle im Team zufrieden. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Mathis Mönninghoff fühlt sich als Göttinger – und ist sehr froh darüber gewesen, dass ihn die BG Göttingen Anfang Oktober wieder unter Vertrag genommen hat. Inzwischen hat der 28-Jährige seine Rolle im Team des Basketball-Bundesligisten gefunden und berichtet von einer guten Zusammenarbeit mit Headcoach Roel Moors. Wie gut der Zusammenhalt im Team ist, müssen er und seine Mitspieler am Freitag um 19 Uhr im vorgezogenen Heimspiel gegen Rasta Vechta beweisen.

Nach dem Finalturnier in München lief der Kontrakt zwischen Mönninghoff und den Veilchen Ende Juni 2020 aus. Nach einer Verlängerung sah es zunächst nicht aus, zumal durch den Wechsel von Johan Roijakkers in Richtung Bamberg bei der BG vieles neu organisiert werden musste. „Ich habe Augen und Ohren offen gehalten für andere Optionen, konnte aber glücklicherweise bei der BG mittrainieren und hatte quasi ein internes Tryout unter Roel Moors“, berichtet der Forward.

Er und seine Frau Catharina waren im Sommer mit ihrem zweijährigen Sohn Leno aus der vom Klub zur Verfügung gestellten Wohnung an der Geismar Landstraße ausgezogen. Für die kleine Familie stand jedoch fest, dass sie in Göttingen bleiben wollte. „Wir fühlen uns hier wohl, meine Frau hat ein Studium begonnen. Natürlich wissen wir auch, dass man im Profisport flexibel sein muss“, sagt Mönninghoff. Sie fanden im nicht weit entfernten KiesseeKarree eine Wohnung. „Hier gibt es viele Spielplätze und wir sind mit dem Hund schnell draußen im Grünen.“ Leno geht in einen ASC-Kindergarten. „Irgendwie ist der Plan ja dann auch aufgegangen“, freut sich der Basketballer über die guten Rahmenbedingungen in Göttingen. Schon 2018, als er nach einer Saison in Tübingen, die mit dem Abstieg endete, zurück nach Südniedersachsen kam, war ihm anzumerken, wie sehr Göttingen die Komfortzone des Sportlers ist. Selbst der Goldendoodle „Cookie“, der ein echter Göttinger ist, fühlt sich hier wohl.

„Basketball macht mir jetzt auch wieder Spaß, den hatte ich in der vergangenen Saison so ein wenig verloren. Ich fühle mich jetzt wieder wohl auf dem Feld“, erzählt Mönninghoff, der zuletzt unter Roijakkers wenig Spielanteile hatte. „In den vergangenen Monaten habe ich viel Selbstvertrauen getankt und bin zufrieden mit meiner Rolle. Die Mannschaft ist sehr nett, jetzt fehlen eigentlich nur noch ein paar Siege.“ Der Tatsache, dass er vor seiner Bänderverletzung, die er sich im Training zugezogen hatte, regelmäßig zur Starting Five gezählt hat, misst er eine nicht zu große Bedeutung bei. Das sei ein positiver Nebeneffekt. Wichtig sei, was man während des Spiels zeige – egal ob man von Beginn an auf dem Feld stehe oder eingewechselt werde. „Aber natürlich freue ich mich über das Vertrauen des Trainers, wenn er mich von Beginn an aufstellt.“

Distanzwürfe seien schon immer seine Spezialität gewesen. Das Pokalspiel gegen Vechta mit sechs verwandelten Dreiern sei ein Knotenlöser gewesen. „Seitdem habe ich noch mehr Vertrauen in meinen Wurf und viel Spaß, wenn ich auf dem Feld stehe.“ Ohne Zuschauer in der Halle zu spielen, sei „schon komisch“, inzwischen habe er sich aber auch daran gewöhnt. „Mit dem Finalturnier in München, den Testspielen, dem Pokal und den Bundesliga-Spielen habe ich inzwischen mehr als 20 Spiele ohne Zuschauer gemacht. Da gewöhnt man sich leider auch an diesen Zustand.“ Einsam sei es allerdings, wenn man zwei Stunden vor dem Spiel in die Halle komme, diese leer ist und sich auch im Laufe des Aufwärmens und Einwerfens nicht fülle.

Die Fan-Kritik nach dem Spiel in Frankfurt konnte er nachvollziehen, betonte jedoch: „Wir arbeiten hart, um aus diesem Loch heraus zu kommen. Der Sieg in Gießen hat schon gut getan, das dritte Viertel in Frankfurt war dann leider nicht gut anzusehen. Das Spiel gegen Vechta wird eines der wichtigsten in dieser Saison werden. Wir müssen unbedingt unser Selbstvertrauen wiederfinden“, sagt Mönninghoff.

Dass das Teambuilding in dieser Saison etwas anders läuft als in der Vergangenheit, sei der Corona-Pandemie geschuldet. „Solche Aktionen wie gemeinsam Essen gehen, fallen natürlich weg. Aber wir hängen nach dem Training noch viel in der Kabine herum, hören Musik und quatschen. Einige Jungs spielen auch Videospiele zusammen“, erzählt der Basketballer.

Roel Moors ist der fünfte Trainer, den der 28-Jährige als Profi in der Basketball-Bundesliga hat. „Er hat eine unheimlich positive Art“, lobt er den Belgier. „Ich kann mit ihm offen über alles reden, er hört immer zu und hängt sich rein. Ich habe eine gute Verbindung zu ihm, finde ich sehr souverän und kompatibel.“

Von Kathrin Lienig