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WM Duell der Torhüter: Bravo gegen ter Stegen
WM Duell der Torhüter: Bravo gegen ter Stegen
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00:42 23.06.2014
Claudio Bravo beim Spiel gegen Australien. Quelle: dpa
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Rio de Janeiro

Jede Parade zählt im Fernduell zwischen Claudio Bravo und Marc-André ter Stegen. Der Schlussmann der chilenischen Nationalmannschaft und Kapitän des Überraschungsteams der Todesgruppe mit Ex-Weltmeister Spanien, der Niederlande und Außenseiter Australien, sammelt gerade im Fernduell um die Nachfolge von Victor Valdes eine Menge Extrapunkte. Derweil ist Marc-André ter Stegen zum Zuschauen verurteilt. Der Neuzugang des FC Barcelona muss nach seiner Nichtberücksichtigung durch Bundestrainer Joachim Löw dem Treiben in Brasilien tatenlos zusehen.

Derweil gehört "El Condor" zu den Helden der „La Roja". Claudio Andres Bravo Munoz wie der 31 Jahre alte Schlussmann aus Viluco, einem Vorort der chilenischen Hauptstadt Santiago, mit vollem Namen heißt, badet nach den Siegen über Australien und Spanien, die für das sensationelle Vorrunden-Aus der Iberer bei der WM sorgten, nicht nur in seiner Heimat, sondern auch in den spanischen Medien in einem Meer der Anerkennung. Damit könnte sich die Geschichte für Bravo wiederholen. Schon einmal war der Chilene lediglich als Ergänzung verpflichtet worden. Doch bei seinem bisherigen Klub Real Sociedad aus der stolzen Baskenstadt San Sebastian hat er sich durchgesetzt. Überliefert ist bei seiner Vorstellung der Satz: "Ich versuche die Qualität der chilenischen Torhüter zu repräsentieren, die außerhalb ihres Landes nie besondere Wertschätzung erfahren haben." Das war eine Kampfansage, die sich nun wiederholt: "Ich komme nicht als Nummer zwei zu Barca". Barcas-Sportdirektor Andoni Zubizarreta, selbst ein ehemaliger Weltklassetorhüter, begründete die Verpflichtung von ter Stegen und Bravo als einen Versuch mit einem Konkurrenzkampf die Leistungen anzuheizen, um den richtigen Nachfolger von Victor Valdes zu finden. Ter Stegen kommt nach Worten Zubizarretas allerdings als Nummer eins. Bravo muss sich erneut beweisen und hat bei der WM damit bereits begonnen.

Bravo steht mit seinem Torwartspiel für das moderne Chile: Schnörkellos, mit klarer Struktur und ohne Effekthascherei. Es gibt keine Skandale in Bravos Profileben, dafür aber sehr viel harte Arbeit. "Er ist ein außergewöhnlicher Torwart. Er steht für alles, war wir versucht haben gemeinsam zu erreichen", lobte ihn Ex-Nationaltrainer Marcelo Bielsa, dessen Trainerstil sie bis heute in Chile als "Bielsamismo" verehren. "Er arbeitet hart, respektiert die Gruppe und liefert starke Leistungen ab. Er ist ein großer Mensch", rühmte ihn Bielsa nach einem Wiedersehen in der spanischen Primera Division.

Nun hat Chile ein neues Kapitel der Fußball-Geschichte aufgeschlagen. Und damit neue Helden geboren: Marcelo Salas oder Ivan Zamorano standen für das alte Chile, das der 1990er Jahre, Marcelo Bielsa als Trainer für die Generation danach. Nun sind es Trainer Jorge Sampaoli, Alexis Sanchez, Arturo Vidal und eben Claudio Bravo, die einer ganzen Fußballepoche ihren Stempel aufdrücken. In einer paar Jahren, wenn eine neue chilenische Fußballgeneration heranwächst, werden sie sich an diesen Namen messen lassen müssen, sowie die aktuellen Spieler den Schatten Bielsas und Zamoranos durch ihre Achtelfinal-Qualifikation abschüttelten. Bereits im kommenden Jahr, wenn die Copa America 2015 in Chile ausgetragen wird, werden die WM-Stars diesen Trubel hautnah zu spüren bekommen.

Für Marc-Andre ter Stegen hat diese Auseinandersetzung mit Bravo bereits begonnen.  Seine Patzer im Nationaltrikot aus der Vergangenheit, die ihn vielleicht auch die WM-Teilnahme kosteten, sind in den Medien der katalanischen Metropole bereits ausführlich diskutiert worden. Der Deutsche ist in einer Bringschuld. Bravo ist be- und anerkannt in Spanien, das macht es ihm beim bevorstehenden Umbruch in der katalanischen Metropole ein Stückchen leichter. Eine neuerliche Glanzleistung im Spiel gegen die Niederlande am Montag wäre dann auch ein weiterer kleiner Sieg im Fernduell mit dem Mönchengladbacher. Jede neue Großtat Bravos schmälern seine Chancen, als Nummer eins zu beginnen. Bravo steht auf der Bühne, ter Stegen sitzt nur im Publikum.

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