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BG Göttingen Aufstieg: BG Göttingen kämpft sich gegen Giessen 46ers in die erste Liga
Sportbuzzer BG Göttingen Aufstieg: BG Göttingen kämpft sich gegen Giessen 46ers in die erste Liga
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12:22 28.04.2014
Von Mark Bambey
Grenzenloser Jubel und feuchte Augen: BG-Cheftrainer Johan Roijakkers genießt ausgelassen seine vom Team verpasste Bierdusche. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Damit ziehen sie nicht nur in das Finale um die Meisterschaft ein, sondern haben vor allen den Wiederaufstieg sicher.

Die 3447 Zuschauer in der ausverkauften Sparkassen-Arena schrammten nur knapp an einem Nervenzusammenbruch vorbei, denn die sich niemals aufgebenden Mittelhessen boten erneut einen großen Kampf und lagen bis ins dritte Viertel in Front.

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Gleich zwei kalte Duschen bekommt BG-Cheftrainer Johan Roijakkers verpasst. Den verschlafenen Beginn seines Teams kann er mit einer Auszeit reparieren, sein nach einer gewaltigen Bierdusche derangiertes Jackett hingegen nicht. Doch das ist dem sonst so ordnungsverliebten 33-jährigen Niederländer vollkommen egal.

Erleichtert und vor Freude strahlend geht er sogar gemeinsam mit dem Team in den Fan-Block und stimmt mit Einheizer Lukas Liebert die Aufstiegs-Humba an. Die Fans und der BG-Cheftrainer, das war nicht von Beginn an eine Liebesbeziehung. „Wir sind wieder da – endlich“, jubelt BG-Kapitän Marco Grimaldi.

"Einfach geil"

Der 30-jährige Aufbauspieler stieg bereits 2007 mit den Veilchen in die 1. Liga auf. Der Sieg gegen den Erstliga-Absteiger aus Gießen wird in Erinnerung bleiben wie der Triumph in der Godehardhalle 2007 gegen den Mitteldeutschen BC. „Ich kann nicht sagen, welcher Aufstieg besser war, beide sind einfach geil und unbeschreiblich emotional“, sagt Grimaldi.

Mit einem riesigen Transparent bedanken sich die Veilchen später für die Unterstützung bei den „besten Fans der Liga“. „Supergeil“, entfährt es BG-Geschäftsführerin Anna Jäger. Die sonst im schicken Abenddress übers Parkett schreitende 27-Jährige verzichtet auf ihren Dress-Code und trägt – wie das gesamte Team – stolz das weiße Aufstiegsshirt zur Schau.

Seine Euphorie ebenfalls kaum zügeln kann Dominik Spohr, der am Donnerstag seinen 25. Geburtstag feierte: „Vor einem Jahr bin ich mit Gießen einen Tag vor meinem Geburtstag abgestiegen. Jetzt steige ich mit Göttingen einen Tag nach meinem Geburtstag gegen Gießen auf.“

In die Defense gedrängt

Im wichtigsten Saisonspiel hat Roijakkers zu Beginn keine Überraschung parat. Mit Grimaldi, Alex Ruoff, David Godbold, Spohr und Harper Kamp setzt er auf Bewährtes. Während die Athleten das Spielfeld betreten, haben die Fans die erste Choreografie parat: Sie halten hundertfach die Buchstaben B und G in die Luft. In der aufgeheizten und spannungsgeladenen Atmosphäre der S-Arena kommt die BG allerdings zu Beginn überhaupt nicht ins Spiel.

Die Zuschauer sehen im Vergleich mit den beiden vorangegangenen Halbfinal-Duellen ein komplett konträres Viertel. Die Veilchen lassen sich von den aggressiven Gästen mit einfachsten Mitteln überrennen, und Gießen kommt besonders durch die flinken Guards Steven Bennett und Joshiko Saibou zu einfachen Zählern. Beim Stand von 3:15 nimmt Roijakkers nach 5:07 Minuten seine erste Auszeit.

In erster Linie ist es dem von der Bank kommenden Jermaine Mallett zu verdanken, dass die BG nun aggressiver spielt. Gießen hat jedoch weiterhin leichte Vorteile und geht mit einem 31:18 ins zweite Viertel. Bis zur Pause besinnen sich die Gastgeber endlich auf ihre Defense. In den ersten vier Minuten gestatten sie den 46ers lediglich mickrige vier Zähler.

Vier Punkte Vorsprung im letzten Viertel

Doch sehr zum Leidwesen der Nervenkostüme ihrer Fans leisten sich die Veilchen zahlreiche weitere Blackouts in der Offense. Weil vergebene freie Korbleger und Drei-Punkt-Würfe regelmäßig auf ärgerliche Ballverluste folgen, kann die BG nicht wirklich aufholen. Gebannt blickt das Göttinger Publikum auf das Geschehen, bis Mallett es mit einem spektakulären Offensiv-Rebound und Punkten zum 33:38 mitreißt (17.). Bis zur Pause kämpft sich die BG auf ein 41:42 heran.

Die 15-minütige Unterbrechung hat den Veilchen allerdings nicht gut getan. Reihenweise offene Würfe fallen nicht, und Gießen nutzt die Chance, sich wieder leicht abzusetzen (41:48/23.). Endlich findet jedoch auch BG-Leistungsträger Alex Ruoff in die Partie und führt die BG gemeinsam mit Spohr, Mallett und Godbold, der in der 25. Minute die BG erstmals in Führung bringt, auf die Siegerstraße.

So geht die BG mit einem Vier-Punkte-Vorsprung ins Schlussviertel. Doch auch hier sorgen die Veilchen erneut für Nervenkitzel. Die 46ers gehen erneut in Front, und die BG wankt beim 58:62 gefährlich (33.). Für die Vorentscheidung sorgt dann Ex-46er Spohr. Mit fünf Punkten in Folge und einem gezogenen Offensiv-Foul gegen Chubb lässt er das Momentum zugunsten der BG ausschlagen, die dann 75:66 führt (37.).

Spätestens als Mallett per Dreier und Ruoff auf 80:68 erhöhen (39.), sind Sieg und Aufstieg perfekt – und die große lila Party beginnt.

BG: Majok (4 Punkte/0 Dreier/2 Rebounds/0 Assists), Liyanage (0/0/1/1), Grimaldi (1/0/3/2), Ruoff (20/2/5/4), Spohr (19/3/5/0), Teichert, Mallett (17/2/8/0), Godbold (4/0/2/2), Stechmann, Kamp (15/0/7/3), Raffington (0/0/1/0), Dunbar (3/1/2/0). Bester Gießen: Saibou (18/1/12/2).

Trainer und Mannschaft haben sich den Aufstieg in die 1. Bundesliga erarbeitet - und sind jetzt verständlicherweise in Feierlaune.