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BG Göttingen BG Göttingen erwartet Defensivschlacht gegen Giessen
Sportbuzzer BG Göttingen BG Göttingen erwartet Defensivschlacht gegen Giessen
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17:22 18.04.2014
Schlüssel liegt in der Defensive: Der exzellente Verteidiger Marco Grimaldi (l.) soll Gießens Steven Bennett an die Kette legen. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Allerdings ist der Sport nur bedingt planbar.

So muss die BG bis zum avisierten Aufstieg nicht nur maximal fünf kräftezehrende Spiele im Playoff-Halbfinale absolvieren, sondern dabei vor allem die starken Giessen 46ers aus dem Weg räumen. Das erste Spiel der „Best of five“-Serie beginnt am heutigen Sonnabend um 19 Uhr in der Sparkassen-Arena.

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„Es war zu erwarten, dass Gießen ins Halbfinale einzieht. Sie haben viel Qualität, ein Top-Umfeld und mit Denis Wucherer einen klasse Trainer“, sagt BG-Kapitän Marco Grimaldi mit großem Respekt vor dem Kontrahenten, der im Viertelfinale Jena mit 3:2 aus dem Aufstiegsrennen warf.

BG Göttingen klarer Favorit

Die Situation für die Veilchen sei ähnlich wie vor der Serie gegen Essen, erklärt Grimaldi: „Essen galt als heißestes Team der Liga. Die 46ers haben jedoch eine konstant starke Rückrunde gespielt und sind in guter Form. Jena schlägt man nicht einfach so.“ Einige Experten stufen den einstigen Bundesliga-Dino hinter den Göttingern sogar als zweitstärkste der verbliebenen vier Mannschaften ein.

Genau wie gegen Essen ist jedoch unbestritten, dass die BG als klarer Favorit, der in der Hauptrunde beachtliche acht Siege mehr verbucht hat, in das Duell der Traditionsklubs geht. Das sieht auch Grimaldi so: „Jeder weiß, dass wir die stärkste Mannschaft sind.“

Dennoch dürfe man sich nicht allein auf die Statistik verlassen, betont der 30-Jährige. Basis für den Erfolg sei in jedem Fall eine starke Verteidigung. Dass die 46ers ihrerseits die beste Defensive der Liga stellen, bereitet Grimaldi keine Sorgen. „Wenn wir in der Defense alles geben, kommen wir im Angriff früher oder später zu einfachen Punkten“, bedient sich der Aufbauspieler einer Basketball-Weisheit.

Myles Hesson Superstar der Liga

Das Spiel der Gäste „steht und fällt mit Myles Hesson“, glaubt Dominik Spohr, der sich sehr gefreut hat, nachdem er erfahren hatte, dass es im Halbfinale gegen seinen Ex-Klub geht. Hesson, 1,98 Meter großer britischer Nationalspieler, ist mit durchschnittlich 16,3 Punkten und 6,9 Rebounds einer der Superstars der Liga.

„Er hat absolut BBL-Niveau“, schwärmt Grimaldi. Alex Ruoff und Jermaine Mallett dürften am ehesten in Frage kommen, den athletischen Small Forward, der über einen exzellenten Zug zum Korb verfügt, zu verteidigen. „Wir sind aber alle gefragt, im Notfall auszuhelfen. Vielleicht können wir ihm ein paar Offensivfouls anhängen, um ihn aus dem Spiel zu nehmen. Das hat Jena gut vorgemacht.“

Ebenso nur schwierig zu bändigen ist das quirlige Gießener Guard-Duo, bestehend aus Joshiko Saibou (13,1 Punkte/ 5 Rebounds/ 3,2 Assists), einer der stärksten deutschen Zweitligaakteure, und dem US-Amerikaner Steven Bennett (11,1/3,1/3,5).

Keine Angst vor den Centern

Keineswegs Furcht und Schrecken verbreiten hingegen die Center der Mittelhessen: Benjamin Lischka (9,0/4,3), Robert Chubb (6,7/3,8) und Jonathan Malu (3,7/2,8) zaubern wenig beeindruckende Statistiken aufs Parkett und dürften ihren Göttinger Antipoden klar unterlegen sein.

„Vom Gefühl her ist es besser, gegen Gießen zu spielen, da wir sie zweimal in der regulären Saison besiegt haben, Jena nur einmal“, sagt Spohr. Er und Grimaldi warnen jedoch beide eindringlich davor, die 99:73-Machtdemonstration der BG aus dem Januar in der Gießener Sporthalle Ost als Maßstab zu nehmen.

„Damals fehlte Hesson verletzt. Allerdings haben auch wir uns seit dieser Partie weiterentwickelt“, bemerkt Spohr. Neben der Überlegenheit am Brett sei insbesondere die Ausgeglichenheit der Veilchen das größte Pfand im Auftaktmatch, so Spohr.

Ganz normales Training

„Wir haben für jede Spielsituation eine Waffe. Und dass wir zudem stark verteidigen können, haben wir im dritten und vierten Spiel gegen Essen eindrucksvoll bewiesen“, unterstreicht der selbstbewusste 24-jährige Scharfschütze.
Bis zum heutigen Abend hat BG-Trainer Johan Roijakkers ganz normal trainieren lassen. „Warum sollten wir auch etwas ändern? So hat es die ganze Saison über gut geklappt“, analysiert Grimaldi.

Mittlerweile steht fest, dass Spiel zwei in Gießen am ursprünglich angesetzten Ostermontag stattfinden wird. Die Partie wird um eine Stunde auf 20 Uhr verschoben. Der Fanclub bietet Busse an. Für die Fahrt kann man sich unter fahrten@veilchen-power.de anmelden.

Wer nicht live dabei sein kann, für den präsentiert das Tageblatt am heutigen Sonnabend ab 18.30 Uhr unter gt-liveticker.de im Internet Hintergrund-Infos, Analysen, Spielszenen und Fotos.

Von Rupert Fabig