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BG Göttingen BG Göttingen gegen bärenstarke Bonner chancenlos
Sportbuzzer BG Göttingen BG Göttingen gegen bärenstarke Bonner chancenlos
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22:12 16.12.2017
BG Goettingen gegen die Telekom Baskets Bonn Quelle: Pfoertner
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Göttingen

Dabei startete die BG furios in die Partie. Angetrieben von einem bis in die Haarspitzen motivierten Harper Kamp, der nach seiner Rückkehr zur BG sein Heimdebüt feierte, überrumpelten die Veilchen die Bonner geradezu und lagen schnell mit 9:3 in Führung. Die mit 3447 Zuschauern ausverkaufte S-Arena kochte.

Die Gäste brauchten einen Moment, um in die Partie zu kommen, aber dann spielten sie ihre ganze Stärke aus. Mitte des ersten Viertels glichen sie zum 16:16 aus und zündeten dann den Turbo. Bei der BG klappte stattdessen plötzlich nichts mehr. Einfache Würfe wurden daneben gelegt, und hinten konnten sich die körperlich klar unterlegenen Veilchen oft nur mit Fouls helfen. Das schien die Bonner allerdings nur noch mehr anzustacheln, die in Person von Ron Curry mit der Schlusssirene auf 18:31 stellten. Das saß.

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Die Veilchen kamen im zweiten Abschnitt zwar noch einmal auf 28:34 und 31:37 heran, was unter anderem an Neuzugang Malik Müller lag, der in dieser Phase fünf Punkte erzielte. Dann aber übernahmen die Bonner wieder das Zepter und zogen mithilfe des treffsicheren Bartolo und des wuchtigen Gamble bis zur Pause auf 49:37 davon - mit einer Freiwurfquote von Sage und Schreibe 100 Prozent.

Der Basketball-Bundesligist hat sein Heimspiel gegen die favorisierten Telekom Baskets Bonn am Sonnabend mit 65:91 (37:49) verloren.

In eben dieser Pause sorgte ein Heiratsantrag auf dem Parkett für einen rührigen Moment. Zuschauer Thorsten Orth kniete plötzlich mit Blumen in der Hand zu Füßen seiner Monika Alberti und hielt um ihre Hand an. Und die sagte auch sofort ja. „Sie ist so ein großer Fan der BG, das ist quasi ihr Wohnzimmer. Ein anderer Ort für den Antrag war gar nicht möglich“, sagte Orth, der zugab, aber „sehr, sehr aufgeregt“ gewesen zu sein. Seine Zukünftige konnte ihr Glück noch gar nicht fassen: „Ich bin total überwältigt, mir fehlen die Worte.“

Die Worte fehlten einem aber auch langsam, aber sicher angesichts des Spiels der BG. Die Veilchen schmissen sich rein, kämpften, ackerten, aber gegen diese Bonner war einfach kein Kraut gewachsen. Konnten Kamp und Co. den Abstand anfangs noch bei zehnten Punkten halten, bauten die Bonner diesen kontinuierlich aus und führten nach dem dritten Viertel mit 70:45. Danach war nur noch Schadensbegrenzung angesagt. Die Bonner schalteten einen Gang zurück, die BG traf durch Haukohl einige Würfe, das wars. Die letzten 20 Sekunden ließen die Gäste stehend herunterlaufen, und die Veilchen gratulierten schon vor der Schlusssirene zum 91:65 aus Bonner Sicht. Zu deutlich war diese Niederlage.

Dementsprechend ernüchtert zeigte sich BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen auch nach Spielschluss. „Wir haben schlecht verteidigt und zu viele Fehler gemacht. Es fehlt einfach die Überzeugung, dass man solche Spiele auch gewinnen kann. Aber das Team will, es rackert und ackert“, so Meinertshagen. Harper Kamp habe bei seinem Heimdebüt insgesamt ein gutes Spiel gemacht. „Er ist sehr engagiert, da war viel Licht, aber auch Schatten“, so Meinertshagen. Neuzugang Malik Müller brauche noch etwas Zeit. Aber er habe Talent und wolle Verantwortung übernehmen.

„Die Situation insgesamt ist natürlich schlechter als noch vor ein paar Wochen“, sagte Meinertshagen. Tabellarisch liege die BG aber noch im grünen Bereich. „Der Trend zeigt aber nach unten. Wir müssen aus der Talsohle herauskommen“, so der BG-Geschäftsführer.

BG-Headcoach Johan Roijakkers hatte die BG schon vor dem Spiel zum Underdog erklärt. Das Ergebnis sei natürlich nicht so gut, sagte er nach dem Spiel. Aber seine Mannschaft habe nach der Niederlage in Tübingen die richtige Reaktion gezeigt. „Da war heute viel mehr Intensität drin. Außerdem haben wir endlich mal Teambasketball gespielt, 19 Assists sprechen für sich“, erklärte Roijakkers. „Das waren zehn Schritte nach vorne im Vergleich zu letzter Woche.“

Malik Müller sei „sehr talentiert“. Über dessen erste fünf Punkte im BG-Trikot sei er sehr froh. Natürlich sei Müller „noch nicht in shape“ und habe noch einen langen Weg zu gehen, aber er habe eine große Zukunft vor sich, wenn er mental und körperlich weiter an sich arbeite.

Meinertshagen sagte im GT-Talk nach dem Spiel, dass er sich zu Weihnachten noch viele Punkte der BG wünsche. Das dürften viele Fans ähnlich sehen. Am Dienstag, 26. Dezember, besteht die nächste Chance dazu. Dann empfangen die Veilchen die Giessen 46ers.

BG GöttingenTelekom Baskets Bonn 65:91 (37:49)

Die Viertel im Überblick: 18:31, 19:18, 8:21, 20:21

Zuschauer: 3.447

BG Göttingen: Lockhart (7 Punkte), Williams (2), Smotrycz, Kramer (n.e.), Müller (5/1 Dreier), Rush (8/2, 5 Rebounds), Stockton (9/1, 7 Assists), Loveridge (13/1), Kamp (12, 5 Rebounds), Larysz (n.e.), Haukohl (7/1), Grüttner (2).

Telekom Baskets Bonn: Curry (8 Punkte/1 Dreier), Zubcic (19/2), Klein (9/3), Djurisic (6), Gamble (6, 6 Rebounds), Jasinski (2), DiLeo (3/1), Breunig (9, 6 Rebounds), Bartolo (12/2), Mayo (9/1), Hill (8/1).

Von Andreas Fuhrmann

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