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BG Göttingen gelingt Auftakt nach Maß

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18:53 18.10.2020
Tai Odiase (rechts), hier gegen Marco Völler, steuert 14 Punkte zum Sieg der BG Göttingen bei. Quelle: www.imago-images.de
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Göttingen/Vechta

Kurz nach der Halbzeitpause wussten die Fraport Skyliners schon wieder nicht mehr, wie ihnen geschieht. Headcoach Sebastian Gleim wollte eine deutliche Leistungssteigerung seiner Mannschaft sehen, doch nach einem Ballverlust schepperte es nur wenige Sekunden später im eigenen Korb. Göttingens Center Tai Odiase hatte sich nach Anspiel von Luke Nelson hochgeschraubt, übersprang Frankfurts Defensiv-Allrounder Quentez Robertson und drückte den Ball mit voller Kraft durch den Ring zum Stand von 48:33.

Eine sinnbildliche Szene, gleich im doppelten Sinne. Denn die BG Göttingen war über die gesamte Begegnung hinweg zur Stelle, wenn es Frankfurter Fehler zu bestrafen galt. Und Center Odiase war am Ende ohne Zweifel der Spieler des Spiels. Mit 14 Punkten und zehn Rebounds erzielte er ein Double-Double und trug damit wesentlich zum erfolgreichen Saisonauftakt der Veilchen bei. Hinzu kamen zwei Steals und drei Blocks, einer krachender als der andere. Der 25-jährige US-Amerikaner gab sich trotz dieser herausragenden Zahlen bescheiden: „Der Dank gilt meinen Mitspielern, die mich heute in die Position gebracht haben, diese Werte erzielen zu können. Ich hatte einfach Spaß auf dem Feld“, sagte Odiase nach Spielende am Mikrofon von Magenta Sport.

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Vor leeren Rängen im Rasta Dome in Vechta hatten die Göttinger von Beginn an alles unter Kontrolle. Mit einem 10:0-Lauf verwandelte die BG ein 2:2 (2.) schnell in eine 12:2-Führung (4.). Die Veilchen bewegten den Ball in der Offensive gut und fanden so den freistehenden Mann, während sie die Frankfurter am anderen Ende des Feldes mit einer kompakten Defense und vielen Rebounds kaum zu einfachen Würfen kommen ließen. Verdient führte Göttingen nach den ersten zehn Minuten mit 21:14.

Auch im zweiten Viertel gab die Mannschaft von Headcoach Roel Moors den Ton an. Im Alleingang legte Akeem Vargas gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber (49 BBL-Spiele für die Skyliners) einen 7:0-Lauf hin, beendete damit eine der seltenen Druckphasen der Frankfurter und baute den Vorsprung der BG wieder aus (33:22/16.). Nachdem beide Teams beim Stand von 44:31 die Seiten gewechselt hatten, änderte sich nichts an den Kräfteverhältnissen.

Göttingen machte viel richtig, profitierte aber auch davon, dass die Skyliners klar hinter den Erwartungen zurückblieben. „Wir hätten auch gegen ein ProA-Team antreten können und hätten nicht gut ausgesehen“, wetterte ein frustrierter Konstatin Konga nach Spielende.

Bei den Skyliners lastete die Verantwortung fast ausschließlich auf Jon Axel Gudmundsson, der mit 20 Punkten zwar Topscorer der Partie wurde, aber lediglich durch Emmanuel Lecomte (16 Punkte) die notwendige Unterstützung bekam. Hoffnungsträger Matt Mobley erwischte einen rabenschwarzen Tag, kam nur auf sechs Zähler und blieb bei neun Versuchen von jenseits der Dreierlinie ohne Treffer.

Bei der BG dagegen punkteten neben Odiase auch Jorge Gutierrez (ebenfalls 14 Punkte) und Aubrey Dawkins (13 Punkte) zweistellig. Bis auf Dennis Kramer und Marvin Omuvwie trugen sich auch alle weiteren Veilchen-Akteure auf der Punkteliste ein. Der Sieg war unterm Strich eine geschlossene Mannschaftsleistung, offensiv wie defensiv.

Dementsprechend positiv fiel das Fazit von BG-Headcoach Moors aus: „Meine Mannschaft hat mich heute wirklich mit ihrem Auftritt überrascht. Sie war sehr fokussiert und bereit, den Gameplan umzusetzen. Sie hat eine reife Partie gespielt“, sagte der Belgier. „Der Schlüssel zum Sieg war selbstverständlich die Verteidigung. In der Offensive haben wir einfachen, aber effizienten Basketball gespielt. Wir hatten keine guten Quoten, aber haben dennoch 79 Punkte erzielt. Das zeigt, dass wir bereit waren, als Team zusammenzuspielen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs“, so Moors.

Im zweiten BBL-Pokal-Gruppenspiel treffen die Göttinger am kommenden Sonnabend auf Gastgeber Vechta, das sich zum Auftakt mit 99:85 gegen Gießen durchgesetzt hat.

Von Filip Donth