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21:52 29.09.2013
Von Mark Bambey
Legt einen Tag vor seinem 30. Geburtstag eine Gala hin: Marco Grimaldi – hier gegen den Ex-Göttinger Maxi Kuhle. Quelle: Theodoro da Silva
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Cuxhaven

 „Wir hatten keine Intensität. Wir wussten, was Cuxhaven macht, haben aber die Vorgaben nicht umgesetzt und viele Fehler gemacht. Da haben einige Cuxhaven unterschätzt“, sagte BG-Kapitän Marco Grimaldi.

Die Mission Erstliga-Aufstieg schlitterte somit nach fünf Spielminuten unbeholfen auf der Buckelpiste ins Tal. Roijakkers platzte so bereits früh der Kragen und Außenstehende bekamen einen freien Blick darauf, wie groß der selbst auferlegte Druck ist.

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Gäbe es eine freiwillige Selbstkontrolle ähnlich der FSK-Freigabe bei Kino-Filmen, der Eintritt in die Rundsporthalle in Cuxhaven wäre am Sonnabendabend erst frei ab 18 Jahren gewesen. Roijakkers hatte nach zwei Fouls von Jermain Raffington innerhalb der ersten 21 Sekunden und vielen Fehlern der BG bereits ein technisches Foul kassiert (3.) und nahm nach 5:18 Minuten beim Stand von 6:16 die Auszeit.

In einer Wutrede platzte es aus Roijakkers heraus, und der Niederländer wirkte wie der große Bruder von Dortmund-Coach Jürgen Klopp. Leidtragende waren aber nicht die Referees, sondern die BG-Spieler Marc Liyanage, Jermain Raffington und Dominik Spohr. Besonders der Ex-Düsseldorfer Liyanage bekam den Frust Roijakkers‘ zu spüren.

Enorme Leistungssteigerung

Es dauerte dennoch, bis die Veilchen gegen die couragiert kämpfenden  Korbkatzen (Bascats) ihr Spiel fanden. In der Offense war der Ball bis Mitte des zweiten Viertels zu oft auf dem Boden, was das Spiel langsam machte.

„Doch dann haben wir endlich unseren Göttinger Basketball-Stil gespielt und den Ball schnell bewegt. Dadurch bekam Cuxhaven erhebliche Probleme“, sagte der von den Bascats zur BG gewechselte Jeremy Dunbar.

Grundlegend für den letztlich verdienten Sieg der Veilchen war jedoch die enorme Leistungssteigerung in der Defense. Die BG stellte sich besser auf das schnelle Umschaltspiel der Gastgeber ein.

Die Abschlüsse nach Positionsangriffen aus dem Halbfeld mussten sie sich hart erarbeiten. Somit gestatteten die BGer dem Gegner in den Vierteln zwei und drei zusammen weniger Punkte als in den ersten zehn Minuten.

Zum Auftakt in die Basketball-Bundesliga Pro A gewann die BG Göttingen gegen die Cuxhaven BasCats. ©Theodoro da Silva

Der Saisonauftakt war also gleich ein Charaktertest, den die Veilchen mit Bravour bestanden. 16 Punkte lag die BG zurück (17:33/13.), doch der Kopf ging nicht nach unten. Angeführt von Marco Grimaldi, der einen Tag vor seinem 30. Geburtstag enorme Führungsqualität zeigte und sich als überraschend starke Offensivvariante präsentierte (er zog elf Fouls), kämpfte sich die BG zurück ins Match.

Auch Alex Ruoff, der vom extrem engagiert verteidigenden Dennis Nawrocki gefordert wurde, strahlte jederzeit Siegermentalität aus. Der Shooting Guard agierte immer effizienter und war mit 20 Punkten Topscorer.

Es passt aber zum Anspruchsdenken der Vollblut-Profis, dass er mit seiner Leistung nicht zufrieden war. „Ich habe zu viele Fehler in der Defense gemacht, doch meine Teamkameraden haben das ausgebügelt. Sie verdienen das Lob für den Sieg.“

An Selbstbewusstsein mangelt es nicht

Der erste Ausgleich gelang der BG wieder in der 23. Minute (42:42). Drei Minuten später lag sie 51:45 in Front. Doch Cuxhaven kämpfte weiter, ging sogar noch einmal in Front (34.). Doch der clever agierende David Godbold und Grimaldi übernahmen Verantwortung und sicherten gegen die bereits erheblich mit Fouls belasteten Gastgeber den Sieg.

Enormen Anteil daran hatte auch Raffington, der nach seinem Katastrophen-Start in der zweiten Hälfte die richtige Antwort zeigte. Mit zwölf Punkten und neun Rebounds glänzte der BG-Center und sagte trocken: „Ich wusste, dass ich das wieder hinbiegen kann.“ An Selbstbewusstsein mangelt es den Veilchen nicht, und sie haben auch gezeigt, dass sie nicht nur spielerische Stärken haben, sondern auch Herz und Charakter.

Roijakkers sagte zum Schluss wieder besser gelaunt: „Das Team hat die richtige Reaktion gezeigt. Um am Donnerstag zu Hause Paderborn zu schlagen, benötigen wir aber vier Viertel mit hoher Intensität.“

BG Göttingen: Grimaldi (12 Punkte/0 Dreier/6 Rebounds/5 Assists), Liyanage, Ruoff (20/1/7/3), Spohr (2/0/1/1), Mallett (6/0/5/3), Godbold (14/2/3/2), Kamp (7/0/0/0), Raffington (12/2/9/2), Davis (7/0/2/0), Donkor, Dunbar (8/2/3/0). – Beste Cuxhaven: Strowbridge (19/1/4/1), Kuhle (12/2/2/1).

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