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BG Göttingen BG Göttingen gewinnt bei stark ersatzgeschwächten Nürnbergern
Sportbuzzer BG Göttingen BG Göttingen gewinnt bei stark ersatzgeschwächten Nürnbergern
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14:17 07.10.2013
Von Mark Bambey
Stärkster Akteur im BG-Dress: David Godbold (l.) – hier gegen Juan Reile – legt in Nürnberg ein sehr gutes Spiel hin. Quelle: Theodoro da Silva
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Nürnberg

Der Weg hinauf auf den Sonnenplatz des Tableaus der 2. Basketball-Bundesliga Pro A war beschwerlich. Obwohl bei den vor Saisonbeginn aufgerüsteten Franken vier absolute Leistungsträger verletzt zum Zuschauen gezwungen waren, drohte das von Roijakkers ruhig und motivierend angeführte Team zu scheitern.

Erst mit einer Galavorstellung im Schlussviertel, das die BG 36:20 gegen die ausgelaugten Gastgeber gewann, sicherten sich die Veilchen im dritten Spiel in acht Tagen den 96:79 (60:59, 39:42, 23:17)-Sieg.

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Es hätte vor nur 850 Zuschauern in der Sporthalle am Berliner Platz das erste Aufeinandertreffen der beiden Top-Titelanwärter und hochklassiger Spitzenbasketball werden können. Doch eine Verletzungsmisere bei den Gastgebern machte aus dem Topspiel ein vom Papier her ungleiches Duell.

Während die Veilchen ihre stärkste Formation aufbieten konnten, auch Jeremy Dunbar war trotz eines Zehenbruchs einsatzbereit, fehlten beim NBC vier US-Amerikaner – die Leistungsträger Ahmad Smith, Wayne Bernard, Ronald Thompson und Christopher Gadley.

Die BG hat nach dem Duell beim Meisterschaftsmitfavoriten rent4office Nürnberg die Tabellenspitze erklommen.

Doch auch mit nur sechseinhalb Akteuren – Lukas Weigel kam nur auf fünf Minuten Einsatzzeit – boten die Franken der BG ein umkämpftes Duell. Das lag zum einen an der couragierten Leistung des NBC, hauptsächlich aber daran, dass die Veilchen bei Weitem nicht ihr Top-Niveau erreichten.

„Das war heute eine gute Unterrichtsstunde für mein Team. Es konnte lernen, dass man immer bereit sein muss, um ein Spiel zu gewinnen“, resümierte Roijakkers verschnupft. Damit umschrieb der leicht Grippe erkrankte BG-Headcoach vor allem weiterhin auftretende Probleme in der Verteidigung. 

Besonders bei den Hilfen hakt es erheblich, zudem macht die BG den Raum unter dem Korb oft frei. Bisweilen war es erschreckend, wie frei die Nürnberger gegen die Veilchen zu einfachen Körben aus der Nahdistanz kamen.

Und das, obwohl der oft mit vier Deutschen agierende NBC mit dieser Formation erhebliche Probleme hätte, die Liga zu halten. Aus der Ruhe bringen ließ sich die BG allerdings nicht. Sogar der zwischenzeitliche Acht-Punkte-Rückstand (34:42/18.), den die BG bis zur Pause auf 39:42 verringern konnte, hinterließ keine sichtbaren Spuren.

Siegessicher und selbstbewusst spielten die Veilchen unaufgeregt, ja bisweilen stoisch wirkend, ihr Spiel herunter. Im Falle eines Misserfolgs hätte dies allerdings auch leicht als Überheblichkeit registriert werden können.

„Eigentlich hatten wir keine Chance"

Verlassen konnten sich die Gäste einmal mehr auf ihre Offensive. Sie erspielten sich 21 Würfe mehr als der Gegner. Egal ob gegen eine Mann- oder weite Strecken der Partie auch 2:3-Zone angreifend, die Veilchen fanden immer den freien Mann.

Dabei verpassten sie es allerdings, höher zu führen, denn sie ließen zahlreiche offene Würfe aus. Bestes Beispiel: Distanz-Wurf-Ass Alex Ruoff. Erst sein siebter Dreier saß – insgesamt nur drei seiner zwölf Versuche.

Ex-Veilchen Cornelius Adler, der in der Statistik als Trainer aufgeführt wurde und dessen Scouting seinem Mitspieler Sebastian Wyczisk angerechnet wurde, sagte zum Schluss: „Eigentlich hatten wir keine Chance, aber wir haben gekämpft.“

Dass die Nürnberger bis zum 68:68 (34.) im Spiel waren, lag wesentlich an den Veilchen. NBC-Headcoach Martin Iden resümierte trocken: „Ein verdienter Sieg für Göttingen. Wenn es am Anfang seine Dreier trifft, dann ist das Spiel früh gelaufen.“

BG: Liyange (8 Punkte/1 Dreier/3 Rebounds/0 Assists), Grimaldi (12/0/4/3), Ruoff (13/3/7/1), Spohr (0/0/1/0), Mallett, (17/2/1/1), Godbold (15/2/4/3), Kamp (8/0/4/1), Raffington (18/2/6/1), Davis (3/0/4/0), Dunbar (2/0/0/0). – Beste NBC: Reile (19/1/4/1), Chavis (17/5/3/5), Adler (15/2/11/1).