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BG Göttingen BG Göttingen kassiert bei Rockets Gotha erste Niederlage
Sportbuzzer BG Göttingen BG Göttingen kassiert bei Rockets Gotha erste Niederlage
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21:02 27.10.2013
Von Michael Geisendorf
Quelle: Pförtner
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Gotha

„Ich bin zufrieden mit unserer Leistung. Es war unser bislang bestes Saisonspiel“, verkündete der Göttinger Coach mit ernster Miene, in der sich unverkennbar auch Enttäuschung über den denkbar knappen Spielausgang spiegelte. Sichtbarer Kontrast zum Gesichtsausdruck seines selig lächelnden Rockets-Kollegen Chris Ensminger.

Der Trainer-Novize und frühere Bundesliga-Superstar zeigte sich mächtig stolz, dass seine Mannschaft mit einem couragierten Auftritt, insbesondere in der Defensive, den Spitzenreiter gestürzt hatte, der jetzt hinter den punktgleichen Heidelbergern und Chemnitzern (alle 10) auf Rang drei liegt.

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Mit der guten Abwehrleistung der Veilchen, vor allem in der zweiten Halbzeit, begründete auch Roijakkers sein positives Resümee: „Wir haben mit sehr hoher Intensität in der Defense gespielt. Genau das wollte ich von meiner Mannschaft sehen. Heute haben wir gezeigt, dass wir auch verteidigen können.“

Ansatzpunkte für Kritik

Es sei möglich, dass die Intensität in der Abwehr die Konzentration im Angriff beeinträchtigt habe, gestand der Niederländer ein „Wir befinden uns halt noch im Prozess, die richtige Balance zu finden. Das wird viel besser“, versprach er.

„Ich finde es gar nicht schlecht, dass wir heute verloren haben. Da kann sich wenigstens keiner auf die Schulter klopfen – und ich habe Ansatzpunkte für Kritik“, erklärte der Coach mit dem Anflug eines Lächelns, das allmähliche Entspannung verriet.

Wie Spieler und Fans beider Lager – knapp 300 Göttinger brüllten, trommelten und klatschten gegen die Dominanz von 1250 Rockets-Anhänger an – hatte auch den Veilchen-Coach die bis zur letzten Sekunde hoch spannende Partie in der explosiven, aber fast immer friedlichen Atmosphäre der „Blauen Hölle“, einem profanen Schützenfestzelt mit bläulichen Elementen, nicht kalt gelassen. Insbesondere die letzte Minute, in der die BG zur letzten von mehreren Aufholjagden ansetzte, war an Dramatik nicht zu überbieten.

BG Göttingen kassiert bei Rockets Gotha erste Niederlage. ©Pförtner

Als Alasdair Fraser 70 Sekunden vor Schluss zum 72:66 für Gotha trifft, scheint das Match entschieden. Doch Jermaine Mallett verkürzt mit zwei Freiwürfen auf 68:72 und Alex Ruoff nach Ballgewinn der Veilchen per Dreier auf 71:72. Gothas Angriff wird gestoppt, doch 29 Sekunden vor dem Ende springt Jeremy Dunbars Dreierversuch vom Ring und einem Gegenspieler in die Hände.

Allerdings schaffen es die Rockets nicht, ihren Angriff in 24 Sekunden abzuschließen, so dass den Veilchen noch 4,7 Sekunden bleiben, um den Siegtreffer zu erzielen. Wie in der von Roijakkers genommenen Auszeit besprochen, kommt der Einwurf zu Ruoff. Der Amerikaner schüttelt Widersacher Gary Johnson ab und setzt zwei Sekunden vor Schluss hinter der Dreierlinie zum Sprungwurf an.

Das Leder tanzt auf dem Ring, und die Sirene ertönt wenige Hundertstelsekunden, bevor Mallett den Ball durch die Reuse tippen kann. Der Treffer zählt nicht, und der Rest sind dröhnende Glückseligkeit der Rocket-Fans und kurze Schockstarre der BG-Anhänger, die ihre Helden wenig später trotzdem ausgelassen feiern.

Ursache nicht ermittelt

Hauptthema der Veilchen-Fans in den 40 Spielminuten zuvor war der Zustand des Hallenbodens im Festzelt. Die Blaue Hölle war zwar nicht furchterregend, aber teuflisch glatt. Reihenweise rutschten Rockets und Veilchen übers glitschige Parkett, so dass zumindest in der ersten Halbzeit der Spielfluss durch ständiges Wischen mit wechselnden Materialien unterbrochen wurde.

Die Ursache des angeblich nie zuvor aufgetauchten Phänomens wurde nicht ermittelt. Die Unterstellung, die BG-Spieler hätten sich übermäßig geölt, nahmen die Gastgeber später zurück.

Roijakkers machte aus der Schmierenkomödie keine Staatsaffäre: „Für höherklassige Spieler sollte so was kein Problem sein. Deshalb haben wir jedenfalls nicht verloren.“ In der Tat lagen die Gründe eher in der in den ersten 20 Minuten noch nicht so konzentrierten Abwehr, die die Rockets-Routiniers zu leichten Punkten nutzten, und in der vor der Pause unterirdischen Trefferquote aus dem Feld von 32 Prozent. Am Ende waren es 41.

BG: Grimaldi (10 Punkte/0 Dreier/8 Rebounds/5 Assists), Ruoff (14/3/3/1), Spohr, Mallett (16/0/6/1), Godbold (3/1/5/1), Kamp (14/0/6/1), Raffington (5/0/5/1), Davis (0/0/3/0), Dunbar (9/3/3/1). – Beste Gotha: Chase (21), Lipke (17), Niebuhr (12).