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BG Göttingen BG Göttingen verliert nach spannender Schlussphase gegen Hamburg
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BG Göttingen verliert nach spannender Schlussphase gegen Hamburg

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18:40 20.12.2020
Jorge Gutiérrez (r.) im duell mit Hamburgs Max DiLeo. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Die BG Göttingen hat auch das zweite von drei Heimspielen in Folge in der Basketball-Bundesliga verloren – mit 94:98 (47:49) gegen die Hamburg Towers und Terry Allen. Das Ex-Veilchen erzielte 28 Punkte in seinem ehemaligen „Wohnzimmer“, in dem es bis zur letzten Sekunde spannend blieb.

Da war sie: die Energie zu Beginn der Partie, die Roel Moors zuletzt immer wieder gefordert hatte. Akeem Vargas schien sich die Kritik seines Headcoaches zu Herzen genommen zu haben, der von ihm mehr Verantwortung gefordert hatte. Die übernahm der Kapitän, nahm den ersten Wurf, traf zwar nicht, aber Will Rayman machte daraus ein „And One“. Dass Jorge Gutiérrez wieder dabei war, tat dem Spiel der Veilchen gut. Der Point Guard führte Regie, hatte Ballgewinne in der Defense und punktete am erfolgreichsten beim Gastgeber – das gleich neun Mal im ersten Viertel. Auch Nelson Weidemann, der in der Starting Five stand, agierte selbstbewusst, erzielte per Buzzer-Beater noch das 29:30 zur Pause.

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Tai Odiase, der schon früh ein unsportliches Foul nach einem Duell mit dem knapp 30 Zentimeter kleineren TJ Shorts kassiert hatte, schien zunächst verunsichert. Hinzu kam, dass er im Zweikampf mit dem Esten Maik Kotsar unter den Körben – vor allem in der Offensive – keine Durchschlagskraft hatte und lange ohne Punkt blieb.

Die Hamburger schlossen zunächst fast jeden Angriff mit drei Zählern ab. Wenn es nicht erfolgreiche Distanzwürfe waren, dann wurden drei Freiwürfe sicher versenkt oder „And One“-Chancen genutzt. Das setzte sich auch zu Beginn des zweiten Viertels fort, als die Towers auf 41:30 (14.) davon zogen. Durch erfolgreich verwandelte Freiwürfe kam die BG wieder ins Spiel, weil Hamburg schon früh die Foulgrenze erreicht hatte. Und dann traf auch endlich Odiase – vier seiner sechs Punkte in Folge zum 46:47 (19.) fielen aus der Mitteldistanz. Der Knoten war gelöst. Mit einem knappen 47:49-Rückstand ging es in die Pause, in der die Veilchen sowohl bei der Feldwurfquote (52 Prozent/+10) als auch bei den Zwei-Punkte-Würfen (60 Prozent/+28) und von der Freiwurflinie (88 Prozent/+7) die Nase vorn hatten. Dass aber vor allem erfolgreiche Dreier das Zünglein an der Wage sein können, zeigte die 57-Prozent-Erfolgsquote der Hamburger, hier kam die BG zu diesem Zeitpunkt nur auf 33 Prozent. Zum Ende näherten sich die Zahlen an, aber die Gäste hatten immer noch einen satten Vorsprung von 14 Prozent.

Und die Hamburger bestätigten im dritten Viertel diese Quote, hatten aber in ihrem Center Kotsar ebenfalls einen erfolgreichen Vollstrecker. Auch wenn die Towers zwischenzeitlich auf acht Punkte (59:51/23.) weg waren, die BG ließ nicht nach. Harper Kamp machte nicht nur seine ersten Punkte , sondern gleich acht Zähler in diesem Abschnitt – sechs davon zum Ende, sodass die Veilchen mit einem knappen 69:71 ins Schlussviertel gingen.

In dem lieferte Galen Robinson zunächst einmal eine spektakuläre Flugeinlage, als er sich schnell durch die Towers-Defense tankte. Er traf, aber landete hart. Einmal schütteln, dann versenkte er auch noch den Freiwurf. Seinen kämpferischen Einsatz nahm sich der Rest zum Vorbild. Dawkins und Weidemann erzielten Dreier, plötzlich führten die Veilchen 83:81 (34.). Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt bereits vier Spieler mit vier Fouls belastet und die Mannschaft hatte die Foulgrenze in diesem Viertel erreicht. Nicht die besten Voraussetzungen für die Crunchtime.

In der sah es zunächst so aus, als hätte die Mannschaft von Pedro Calles das bessere Ende für sich (92.85/38.). Aber ein Dreier von Weidemann und ein Dunking von Tai Odiase brachten die BG wieder auf 91:92 heran. Nichts für schwache Nerven, aber eine Situation, in der die Fans der sechste Mann hätten sein können. 96:91 führten die Gäste 30 Sekunden vor Schluss, Gutiérrez traf den Dreier zum 94:96, danach vergaben Shorts und Allen jeweils zwei Freiwürfe und Aubrey Dawkins hatte die Chance zum Matchwinner zu werden. Aber sein Distanzwurf sprang vom Ring. Terry Allen bekam noch einmal Freiwürfe und entschied das Spiel endgültig für die Hamburger. Für den Ex-BGer bot die Sparkassen-Arena auch im Gästetrikot Wolhfühl-Atmosphäre.

 BG-Headcoach Moors war anschließend enttäuscht. Er lobte zwar die Energie seiner Mannschaft, monierte aber die hohe Fehlerquote, die zu hoch gewesen sei, um das Spiel zu gewinnen. Die größten Unterschiede hatte er bei der Dreierquote gesehen. Über Gutiérrez, der mit 25 Punkten bester BG-Scorer war, sagte er: „Ein Spieler mit so viel Erfahrung, muss in der Schlussphase bessere Entscheidungen treffen.“

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E-Mail an k.lienig@goettinger-tageblatt.de.

Von Kathrin Lienig