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BG Göttingen BG Göttingen verteidigt gegen Gießen die Tabellenspitze
Sportbuzzer BG Göttingen BG Göttingen verteidigt gegen Gießen die Tabellenspitze
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20:18 13.10.2013
Von Mark Bambey
Genießt das Bad in der Menge: BG-Center Jermain Raffington präsentiert sich in Top-Form und steuert gegen Gießen wie David Godbold und Jermaine Mallett 19 Punkte bei. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Wie in Nürnberg reichte eine Leistungexplosion im Schlussviertel aus, um einen 88:81 (63:68, 42:46, 23:23)-Sieg gegen den Erstliga-Absteiger zu erspielen. Matchwinner vor 2542 Zuschauern in der S-Arena war David Godbold, der immer mehr zum Führungsspieler avanciert. Erneut enttäuscht hat hingegen Alex Ruoff, der deswegen von BG-Cheftrainer Johan Roijakkers hart angegangen wurde.

Ein oberflächlicher Blick auf den Spielberichtsbogen lässt vermuten, dass die BG das Duell mit dem Erstliga-Absteiger souverän gewonnen hat. Das Reboundduell, das in der Vorbereitungszeit noch ein Sorgenkind war, gewinnt sie souverän 45:28, und bei ähnlich vielen Freiwürfen und Ballverlusten erspielt sich die BG zwölf Würfe mehr.

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Doch die Veilchen sind weiterhin nicht ganz dicht – in der Abwehr zumindest. So lassen sie zu, dass die jungen „Giessen 46ers“ 51 Prozent ihrer Feldwürfe treffen.

Einfache Körbe kassieren die Veilchen weiterhin besonders häufig aus der Pick-and-Roll-Verteidigung. Mehrmals kommt der gegnerische Center nach dem Block gegen den BG-Guard frei unter dem Korb in Ballbesitz und schließt den Angriff per Korbleger ab. Die alleinige Schuld dafür mag Roijakkers den zu langsam wieder absinkenden BG-Centern aber nicht geben.

Wenig Energie in der zweiten Hälfte

„Auch die Guards können in diesen Situationen härter verteidigen. Das ist aber nicht unser Hauptproblem“, betont der BG-Cheftrainer. Vielmehr lasse sein Team immer noch „zu viele Basics vermissen. Wir lassen zu viele einfache Körbe aus Spielzügen zu, die wir kennen und deswegen verteidigen müssen“, so Roijakkers.

Aus dem engen Duell nimmt der Niederländer allerdings auch viel Positives mit. Das Team habe erneut gezeigt, dass es sich auch von teilweise hohen Rückständen (44:55/23.) nicht verunsichern lässt. Trotz einer längeren Kabinenansprache sei er aber „enttäuscht gewesen“, dass seine Mannschaft mit so wenig Energie in die zweite Hälfte gestartet ist.

Im Schlussviertel ist dann anscheinend endlich der Gesang der Gießen-Fans mit der Forderung nach Gegnern und keinen Opfern bei den Veilchen angekommen. Und angeführt vom bärenstarken Godbold steht über weite Strecken mit Point Guard Marco Grimaldi, Shooting Guard Jermain Mallett, Power Forward Harper Kamp und Center Jermain Raffington die am Sonnabend stärkste Formation auf dem Parkett.

BG verteidigt gegen Gießen die Tabellenspitze. ©Pförtner

Trotz hoher Foulbelastung ist es begeisternd, mit welcher Härte und Fairness die BG verteidigen kann. Lediglich zwei magere Punkte aus der Zone lassen die Veilchen nun zu, zuvor waren es 44. Die Punkte markiert Gießens Center Rickey Young, der mit seiner Rasta-Mähne ein wenig an Ex-Veilchen Raymond Sykes erinnert.

Gießen hat der Athletik und dem Willen der BG, sowie den 2542 frenetisch anfeuernden Zuschauern nichts mehr entgegenzusetzen. Auch die Fans haben enormen Anteil an der Wende. Mit ihren Choreografien reißen sie die komplette Halle mit, die sich so spätestens ab der 24. Minute von einer kleinen Allianz-Arena in einen Hexenkessel verwandelt.

Mit zwei Dreiern binnen 30 Sekunden bringt Godbold sein Team erstmals seit der 17. Minute wieder in Front (77:76/37.). Den Sieg sichert schließlich der ebenfalls herausragend agierende Mallett mit einer Energie-Leistung. Er schnappt sich 42 Sekunden vor dem Ende einen Offensiv-Rebound und setzt sich am Brett zum 85:79 durch.

Männer gegen Jungs

„Am Ende haben Männer gegen Jungs gespielt – das war unser Problem“, analysiert 46ers-Coach Denis Wucherer trocken.

„Wenn wir das Spiel gegen Gießen verloren hätten, könnte ich damit auch leben. Die Mannschaft hat in der vergangenen Woche teilweise extrem stark trainiert. Das gibt mir und dem Team viel Selbstvertrauen“, sagt Roijakkers gelassen. Im Vorjahr habe man sich vielleicht ein wenig vom Erfolg blenden lassen, denn schließlich sei die Tabellenführung in der regulären Saison nicht mehr als eine Momentaufnahme.

Deswegen zitiert Roijakkers einen erfolgreichen Landsmann: „Louis van Gaal hat als Trainer des FC Bayern München mal gesagt, dass er ein Prozess-Coach ist. Das will ich diese Saison auch sein. Wir durchlaufen einen Prozess, um am Ende in die 1. Liga aufzusteigen.“

Als Erfolgsgarant dafür ist Alex Ruoff vorgesehen, doch der Leistungsträger konnte wie gegen Nürnberg nicht die gewünschte Leistung abliefern. Dafür wurde er von Roijakkers in einer Auszeit hat kritisiert: „Ich habe ihm deutlich gesagt, dass er so keine Hilfe ist.

Es gibt bei mir keinen Star-Bonus. Ich erwarte viel von ihm, und er muss liefern“, betont Roijakkers. Doch auch hier ist der 33-Jährige gelassen: „Alex hat in dieser Woche teilweise unglaublich stark trainiert. Er wird liefern, ganz sicher.“

BG: Grimaldi (4 Punkte/0 Dreier/5 Rebounds/5 Assists), Liyanage (0/0/1/0), Ruoff (3/1/4/3), Spohr (8/2/1/1), Mallett (19/3/10/1), Godbold (19/4/6/4), Kamp (14/0/6/3), Raffington (19/1/4/1), Davis (2/0/3/0). – Beste Gießen: Hesson (26/2/7/1), Lischka (12/1/2/1).