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BG Göttingen BG erreicht Verlängerung, verliert aber wieder
Sportbuzzer BG Göttingen BG erreicht Verlängerung, verliert aber wieder
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20:46 04.03.2012
Bester BG-Werfer: Max Weber (links), hier gegen Ekenechukwu Ibekwe, erzielt 21 Punkte.
Bester BG-Werfer: Max Weber (links), hier gegen Ekenechukwu Ibekwe, erzielt 21 Punkte. Quelle: SPF
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Göttingen

Dabei liest sich die Partie der Veilchen wie eine Kopie der vorherigen. Abermals waren die Gastgeber vor 2517 Zuschauer in der Sparkassen-Arena ein Viertel lang nicht auf der Höhe des Geschehens. In der Verlängerung wurde zudem deutlich, dass ein Go-to-Guy in den eigenen Reihen fehlt, während die Gegner ihre Topspieler regelmäßig isolieren können.

 Diesmal suchten sich die Göttinger den ersten Spielabschnitt für ihre obligatorischen Schlampigkeiten aus. Besser gesagt: Bayreuths Danny Gibson suchte sich dieses Viertel aus. Mit einer fantastischen Quote von fünf von fünf Dreiern schoss der quirlige Point Guard die Bayern nahezu im Alleingang zur deutlichen Führung. „Wir haben Gibson erst im späten Verlauf der Begegnung kontrolliert“, gab Meeks zu. Hierbei ging der Coach ein ungewohnt hohes Risiko. Bei jeder erfolgreichen Korbaktion bearbeiteten die Veilchen Gibson mit einer Ganz-Feld-Presse. Offensiv trat Meeks aufs Vollgas.

 Selbst der fünf Wochen verletzte Ray Sykes lief von Beginn an auf, um einen Schnelligkeitsvorteil gegenüber Kraftpaket Sean Evans auszuspielen. Im Geschwindigkeitsrausch befindlich, schlossen die Hausherren ihre Angriffe vor der Pause extrem früh und mit viel Druck ab. Meeks: „Unsere Strategie war, die Gäste im Schlussviertel zu besiegen, und sie bis dahin müde zu spielen“.

 Völlig gegensätzlich die Vorzeichen auf Bayreuther Seite. Der niederländische Coach Marco van den Berg stellte sein Team extrem effektiv ein. Ganze Staffetten von gegnerischen Attacken mussten Gibson oder Shooting Guard Osvaldo Jeanty umlaufen, bevor sie ihren BG-Verteidiger abgeschüttelt hatten und frei zu einem ihrer insgesamt 13 Dreier hochstiegen. Jedoch gestattete die BG dem Gast zu viele leichte Punkte aus dem Fastbreak.

 Kam beim Publikum teils die Vorstellung auf, ein Spiel zu erleben, in dem es um nichts mehr ging, da den Bayreuthern maximal noch zwei weitere Dreier-Festivals zum sicheren Klassenverbleib fehlen und die BG mental schon in der Pro A ist, erlebte die S-Arena gegen Spiel-ende Gänsehaut-Atmosphäre. Die intensive Defensive setzte dem Tabellendreizehnten langfristig zu. In der dramatischen Schlussphase glich der extrem engagierte und emotionale Spielmacher Matt Bauscher 17 Sekunden vor der Schluss-Sirene per Dreier aus.

 Doch neben dem ersten Viertel fehlte ein weiteres Detail zum so lange ersehnten Erfolg. „Wir haben schwach gereboundet“, hatte Michael Meeks dieses schnell ausgemacht. Immerhin 19 offensive „Boards“ landeten in Händen der unterm Korb klar überlegenen Bayreuther Brandon Hunter und Tyler Smith. Sie waren der Hauptgrund dafür, warum der charismatische Gäste-Coach Marco van den Berg die lautstark feiernden Bayreuther Fans in der Verlängerung mit wilden Gesten zu Freudentänzen animieren durfte.

 Für BG-Trainer Michael Meeks schloss sich ein kleiner Kreis. Sein erstes Spiel als Headcoach absolvierte er im November als gefeierter Hoffnungsträger in Bayreuth. Nun musste er in seiner wohl bittersten Niederlage den unvermeidlichen Abstieg ausgerechnet gegen Bayreuth anerkennen.

BG – Bayreuth

BG: Evans (10 Punkte/0 Dreier/9 Rebounds/0 Assists), Sykes (8/0/3/1), Allen (11/3/3/3), Bauscher (17/2/5/4), Tucker (0/0/1/1), Horne (15/3/3/1), Noch (0/0/2/0), Chikoko (0/0/3/1), Weber (21/2/0/1).

Beste Bayreuth: Gibson (28/8/1/4), Jeanty (20/5/8/0), Ibekwe (14/5/8/1).

Teamwerte:

Feldwürfe: BG: 27/64 (42%).

BBC: 27/66 (41%).

Dreier: BG: 10/22 (46%).

BBC: 14/37 (38%).

Off.-Reb.: 8:19.

Def.-Reb.: 25:33.

Assists: 12:14.

Ballverl.: 12:19.

Fouls: 24:23.

Von Rupert Fabig