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BG Göttingen BG kämpft sich mit 77:61-Erfolg aus der Krise
Sportbuzzer BG Göttingen BG kämpft sich mit 77:61-Erfolg aus der Krise
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11:56 29.11.2010
Drachentöter: Dwayne Anderson war beim Sieg der BG über die Artland Dragons mit 26 Punkten und 15 Rebounds der überragende Akteur auf dem Parkett.
Drachentöter: Dwayne Anderson war beim Sieg der BG über die Artland Dragons mit 26 Punkten und 15 Rebounds der überragende Akteur auf dem Parkett. Quelle: Theodoro da Silva
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Angetrieben von ihren enthusiastischen Fans, bezwangen die hoch motivierten Veilchen in der heimischen Lokhalle vor 2961 Zuschauern den Tabellenvierten Artland Dragons in einer mit unglaublicher Intensität geführten Partie deutlich mit 77:61 (62:52, 46:35, 24:21). Mit dem vierten Saisonsieg kletterten die Göttinger auf den 15. Platz und tankten noch einmal Selbstvertrauen für das Eurocup-Spitzenspiel gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen serbischen Vertreter Hemofarm Stada Vrsac am morgigen Dienstag, 30. November, um 19.30 Uhr in der Lokhalle.

„Vielleicht hat die Mannschaft ja noch zusätzlich motiviert, dass Kyle Bailey und John Little fehlten“, mutmaßte BG-Coach John Patrick, der kurz vor der Partie die Hiobsbotschaft erhielt, dass neben dem aktuellen Kapitän auch der frühere Teamführer wegen Rückenproblemen passen musste. Für ihn rückte Nachwuchshoffnung Maxi Kuhle in den Kader, kam aber ebenso wenig zum Einsatz wie Michael Meeks, Jermaine Raffington und Cornelius Adler.
Die übrigen acht Veilchen machten von der ersten Sekunde an klar, dass sie sich nicht noch einmal so vorführen lassen wollten wie zuletzt von den Phantoms Braunschweig. Aggressiv und kompromisslos in der Verteidigung sowie entschlossen und kraftvoll im Angriff, setzten sie die Gäste aus Quakenbrück von Beginn an unter Druck. „Vor allem die Intensität in der Defense war großartig“, lobte Patrick den Auftritt seiner Schützlinge, die insgesamt 15 gegnerische Ballverluste provozierten und sich selbst nur sieben Turnover leisteten.

Insbesondere den Topscorern der Dragons, Darren Fenn und Tyrese Rice, die in der ersten Halbzeit nur jeweils vier Punkte erzielten, ließ die BG keinen Raum zur Entfaltung. Dass die Drachen dennoch lange dran blieben, verdankten sie in erster Linie ihrem Distanzwurfspezialisten Adam Hess, der allein im ersten Viertel vier von fünf Dreier versenkte. „Da müssen wir uns schnell etwas einfallen lassen“, unterstrich Patrick mit Blick auf das morgige Eurocup-Match gegen die gefürchteten Weitwurfspezialisten aus Vrsac.

Erst Mitte des zweiten Viertels schlug sich die Intensität des BG-Spiels, durch das sich die Dragons zusehends verunsichern ließen, auch im Ergebnis nieder. Mit zwei Freiwürfen stellte der in Abwehr und Aufbau starke Trenton Meacham eine zweistellige Führung her (41:31; 18.), und gleich zu Beginn des dritten Viertels baute Robert Kulawick mit seinem dritten erfolgreichen Dreier den Vorsprung auf 49:35 (21.) aus.

Den Todesstoß versetzte den Drachen allerdings Energiebündel Dwayne Anderson. Mit einem fantastischen Double Double, 26 Punkte und 15 Rebounds, war er der überragende Akteur auf dem Parkett. „Ich weiß gar nicht, womit uns Anderson mehr weh getan hat, mit seinen Punkten oder den neun Offensivrebounds, die Göttingen viele zweite Chancen eröffnet haben“, rätselte Gästecoach Stefan Koch. Seiner Mannschaft warf er vor, in der Verteidigung zu viel zugelassen zu haben und im Angriff viel zu hektisch agiert zu haben. „Ganz ohne Kritik mochte aber auch Patrick seine Mannen nicht entlassen: „Unsere Wurfauswahl war nicht immer ideal“, merkte er an. „Aber die Einstellung hat gestimmt, und die Intensität war enorm – das war entscheidend.“ Aufsteigende Form attestierte er Louis Dale, der unter anderem einen wichtigen Dreier traf, als die Gäste auf 57:51 (29.) dran waren.

Von Michael Geisendorf