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BG Göttingen Basketball-Playoffs: Spiel der BG Göttingen in Gefahr
Sportbuzzer BG Göttingen Basketball-Playoffs: Spiel der BG Göttingen in Gefahr
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19:48 16.04.2014
Schwer vorstellbar: Die Sporthalle Ost hat unzählige Krimis in der 1. Liga gesehen, nun soll sie Ostermontag geschlossen bleiben. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Tradition, enthusiastisch unterstützende Fans in hervorragend besuchten Arenen, zwei Teams, die die Konkurrenz mit ihren Systemen bisweilen verzweifeln ließ und schließlich zwei Trainer, die offensichtlich viel zu stark fürs Basketball-Unterhaus sind.

Während dem ersten Aufeinandertreffen der Basketball-Schwergewichte am Sonnabend um 19 Uhr in der Sparkassen-Arena euphorisch entgegengefiebert werden kann, sorgen Termin-Wirren für Spiel zwei der „best of five“-Serie in Gießen für Ärger und Verunsicherung.

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Gießen will verlegen, weil die Halle wegen fehlender Hausmeister am Ostermontag nicht zur Verfügung steht und verkaufte sogar Tickets. Das verursacht beim durchorganisierten BG-Management höflich formuliert Kopfschütteln.

Unverständnis, Frust und Unsicherheit bei Fans

Der Rahmenspielplan der Pro A gibt Ostermontag vor, doch die Giessen 46ers verkauften die Tickets online für Dienstagabend, 20 Uhr. In diversen Basketball-Foren sorgte das für Unverständnis, Frust und Unsicherheit bei den interessierten Fans. Und auch bei Anna Jäger.

Die BG-Geschäftsführerin war deswegen froh, dass direkt nach dem Erreichen des Halbfinals die Liga mit einem Schreiben die 46ers darauf hingewiesen habe, dass die Dienstagsansetzung nicht ausschreibungskonform sei und eine Verlegung des Spiels nur mit Zustimmung des Gegners möglich sei.

Jäger machte jedoch deutlich, dass die Veilchen aus organisatorischen Gründen einer Spielverlegung nicht hinnehmen können.

„Schon allein aus Rücksicht auf unsere Fans könnten wir einer Verlegung nicht zustimmen. Wir haben auch schon Team- und Fan-Bus für Montag organisiert. Zudem müssten unser Teamarzt, Physiotherapeut und Teammanager noch nachträglich Urlaub einreichen, wenn wir Dienstag spielen. Und das ist so kurzfristig nicht möglich“, sagt Jäger.

Termin-Stress

BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen wundert sich, warum sich die Giessen 46ers nicht schon früher mit der BG in Verbindung gesetzt haben.

„Es gab bisher nur eine Mail aus Gießen. Die kam am Mittwochmittag. Wir haben sonst ein sehr gutes Verhältnis, deswegen hatten wir zuerst Kontakt aufgenommen. Es besteht garantiert keine böse Absicht bei den Funktionären der 46ers, aber das Verhalten überrascht uns schon sehr“, betont Meinertshagen.

Überrascht über den Termin-Stress ist auch Liga-Spielleiter Jochen Böhmcker. „Der Rahmenspielplan ist seit eineinhalb Jahren bekannt. Ich verstehe nicht, warum eine Halle nicht zur Verfügung steht, weil keine Hausmeister da sind. Ich kann mir schwer vorstellen, dass Gießen die Lizenzunterlagen für die 1. Liga eingereicht hat und die Pro-A-Playoffs nicht durchgeplant hat. Die Regularien sind eindeutig: Es wird am angesetzten Termin gespielt, es sei denn die Partie wird mit Zustimmung des Gasts verlegt“, sagt Böhmcker.

Spielzeit und Spielort

Die Frage nach einer Frist, bis wann Gießen über den Austragungsort informieren muss, ist dabei schwer zu beantworten. „Es ist aus gutem Grund unglaublich viel reglementiert, dies aber nicht. Punkt 9.1.2 der Ausschreibung besagt, dass sich der Spieltermin aus dem Rahmenterminplan ergibt.

Das ist die Grundlage für die Feststellung, dass das Spiel am 21. April ausgetragen wird. Das man als Ausrichter eines Spiels Beginnzeit und Halle möglichst frühzeitig und ohne unnötige Verzögerungen bekannt gibt, ist so selbstverständlich, dass dies nirgendwo schriftlich festgelegt ist.

Eine weitere Frist gibt es noch in den Zweitliga-Regelwerken – die in Paragraf 14.3 Spielordnung. Die bindet allerdings nicht die Gießener, sondern die Spielleitung – die Liga hat spätestens drei Tage vor einem Termin den verbindlichen Spielplan bekannt zu geben. Gemäß Paragraf 14.2 gehören dazu auch Halle und Beginnzeit“, teilte Böhmcker mit. Die Frist läuft somit an Karfreitag aus.

Ticketverkauf gestoppt

Dass das Spiel aufgrund einer nicht zur Verfügung stehenden Halle ausfällt und für Göttingen gewertet wird, glaubt Böhmcker nicht. „Das hatten wir noch nie. Im Vorjahr gab es ein ähnliches Problem, und wir haben in 80 Kilometer Entfernung eine Pro-A-taugliche Halle mit einem Fassungsvermögen von 1500 Zuschauern und Parkettboden gefunden. Das schaffen die Giessen 46ers sicherlich auch.“

Das Management der 46ers war am Mittwochnachmittag, 16. April, telefonisch nicht zu erreichen. Ebenso das Gießener Sportamt. Über das soziale Netzwerk Facebook teilte der Klub um 16.52 Uhr mit, dass der „verkündete Spieltermin gegen die BG in der Sporthalle Ost nicht bestätigt ist, und aus diesem Grund der Ticketverkauf gestoppt wurde.“

Von Mark Bambey

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