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BG Göttingen Basketball-Pro A: Nick Livas arbeitet an seiner Zukunft bei der BG
Sportbuzzer BG Göttingen Basketball-Pro A: Nick Livas arbeitet an seiner Zukunft bei der BG
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19:20 27.08.2013
Von Mark Bambey
Beim Workout im Fitness-Studio: Kräftigungs- und Stabilitätsübungen gehören auch zum täglichen Rehabilitationsplan von BG-Power-Forward Nick Livas. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Ohne Körperkontakt und beinahe im Zeitlupen-Modus läuft das Team verschiedene Offensiv-Systeme, damit sich die Neuzugänge die Spielzüge einprägen können. Livas springt und stoppt und er deutet konsequent Blocks an.

Bei diesem reduziertem Tempo fällt nicht auf, dass Livas noch nicht einsatzfähig ist. Er unterscheidet sich von seinen Teamkollegen, die allesamt ihre schwarze Trainingsuniform tragen, ausschließlich durch sein weißes T-Shirt und das rote Baseball-Cap.

„Mir geht es soweit gut, ich habe in den letzten Tagen erhebliche Fortschritte gemacht. Ich bin sehr optimistisch“, sagt Livas. Der 26-jährige Flügelspieler weiß, dass er für seine körperbetonte Art Basketball zu spielen topfit sein muss, entsprechend motiviert geht der Aggressiv-Leader seine Rehabilitation an.

Verdacht auf Blutvergiftung

„Ich absolviere einen Zwölf-Stunden-Tag. Ich will in vier Wochen wieder ins Training einsteigen und in sieben Wochen Liga-Spiele bestreiten“, gibt Livas seinen ambitionierten Zeitplan preis.

Livas hatte sich im ersten Playoff-Viertelfinalspiel gegen Jena das Wadenbein gebrochen. Nach einer ersten Operation war eine zweite nötig. In den USA gab es dann später noch den Verdacht auf Blutvergiftung.

„Ich hatte in den USA schon trainiert, bekam dann aber starke Schmerzen und musste eine Laufschiene tragen“, sagt Livas. Angesprochen auf das Gerücht, sein Bein weise ober- und unterhalb des operierten Bruchs kleine Brüche auf, sagt er: „Das ist nur teilweise richtig, weil sie beinahe mikroskopisch klein sind. Es sind feine Längsrisse, die sich wieder zurückbilden.“

Täglich ein Krafttraining

Neben den beiden Trainings mit der Mannschaft bei denen er natürlich noch nicht voll mitmachen kann, stehen für Livas täglich zudem anstrengende Übungen auf dem Programm. Es sind einsame Einheiten bei denen er alleine gegen Gewichte und den eigenen Körper kämpft.

Doch das stört Livas nicht, durch sein körperbetontes Spiel ist er Schmerzen gewohnt. In der vergangenen Saison zog er sich einen ausgerenkten Finger zu, den Marco Grimaldi schnell wieder ins Gelenk zog, damit Livas weiterspielen konnte. Auch ein böser Cut unter dem Auge setzte ihn nicht lange außer Gefecht.

„Ich absolviere täglich ein Krafttraining. Besonders meine Schienbeinmuskulatur muss ich auftrainieren“, sagt Livas. Als Beweis zeigt er sein im Vergleich zum linken Unterschenkel deutlich schmaleres rechtes Pendant. Auf der Seite und am Knöchel sind noch deutlich die Narben zu sehen. Darunter musste das Wadenbein mit einer Metallplatte und Schrauben fixiert werden.

Verhältnis zu Davis nicht belastet

„Zudem steht natürlich Ausdauertraining und Physiotherapie auf dem Programm. Ich bin froh, dass ich das in Göttingen machen kann“, betont Livas. Der Kontrakt mit der BG kommt nur zustande, wenn er den medizinischen Test besteht. Bis dahin hält er sich privat bei der BG fit.

Angesprochen darauf, ob sich durch die Vertragssituation das Verhältnis zwischen ihm und Davis verändert habe, reagiert Livas extrem gelassen und professionell. „Bobby und ich sind mittlerweile gut befreundet.

Es belastet uns nicht, dass wir um einen Vertrag konkurrieren. Und wenn Bobby so stark spielt, dass der Coach mich in zwei Monaten nach Hause schickt, dann werde ich das akzeptieren.“

Doch wer sieht, wie der aus Chicago stammende Power Forward an sich arbeitet, der weiß, dass er alles gibt, damit BG-Coach Johan Roijakkers mit seiner Entscheidung nicht an ihm vorbei kommt.