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BG Göttingen Drei Sekunden vor Schluss rastet Mike Taylor aus
Sportbuzzer BG Göttingen Drei Sekunden vor Schluss rastet Mike Taylor aus
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21:29 07.03.2010
Dank an die Fans: Die erfolgreichen Veilchen um den starken Jason Boone (vorn) nach dem Spiel gegen Ulm. Quelle: Pförtner
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Göttingen. 2,4 Sekunden vor Spielende der Basketball-Bundesliga-Begegnung BG Göttingen gegen Ratiopharm Ulm: Veilchen-Forward Chris Oliver steht an der Freiwurflinie. Er versenkt souverän acht Freiwürfe in Serie und stellt durch seine intensive Trainingseinheit an der Foul-Linie den 80:69 (60:49, 42:32, 22:17)-Endstand einer kuriosen Partie her. Was war passiert?

Vor 3474 Zuschauer in der ausverkauften Lokhalle nahm eine spannende, aber keineswegs hochklassige Partie ein unwürdiges Ende. Im Fokus der Unparteiische Horst Weichert und Gäste-Coach Mike Taylor. Beim Spielstand von 69:69 und einer Restspielzeit von 6,7 Sekunden überschlagen sich die Ereignisse. Einwurf auf Höhe der Mittellinie für die Veilchen, Ben Jacobson sucht verzweifelt nach einer Anspielstation, passt den Ball ins Spielfeld – das orangene Leder gleitet durch zwei Ulmer Hände, bevor er sein nicht planmäßiges Ziel findet.

BG-Center Jason Boone sichert den Ball in für ihn ungewohnter Position gut zwei Meter hinter der Drei-Punkte-Linie und beginnt unter Zeitdruck den Korb zu attackieren. Der Ulmer Coleman Collins kann ihn im Dribbling nicht halten, zieht die Notbremse und stoppt den Publikumsliebling mit einem Foul. Der Ball findet dennoch den Weg ins Ziel. Zählt der erfolgreiche Korbleger? Eine kniffelige Entscheidung, bei der beide Möglichkeiten vertretbar wären. Schiedsrichter Weichert lässt jedoch bei BG-Spielern und Fans keinerlei Hoffnungen aufkommen. Mit einer unmissverständlichen Handbewegung macht er deutlich: Dieser Korb zählt nicht! Die Halle und die Trainer auf beiden Seiten sind schlagartig ruhig, alles scheint geklärt und sämtliche Beteiligte richten sich auf zwei Freiwürfe für Jason Boone ein.

Doch dann vollzieht Weichert eine überraschende Wende. Im Vorbeilaufen zur Anzeige flüstert ihm sein Kollege Darius Moczulski etwas ins Ohr. Weichert nickt kurz und lässt den Korb auf einmal doch zählen. Die Halle steht Kopf – die Göttinger Fans und Spieler vor Freude, die Verantwortlichen und knapp 30 mitgereisten Ulmer Fans vor Zorn und Unverständnis. Noch lassen Mike Taylor und seine Spieler die Entscheidung über sich ergehen. Als dann jedoch der anschließende Einwurf nach dem getroffenen Freiwurf zum 72:69 im Aus landet und Chris Oliver bei den noch besagten 2,4 verbleibenden Sekunden gefoult wird, brechen alle emotionalen Dämme.
Den Anfang macht Aufbauspieler Per Günther. Mit ruhigem Schritt geht er auf Horst Weichert zu, verharrt vor ihm einen kurzen Augenblick, klopft ihm zweimal auf die Schulter, streckt ihm demonstrativ den aufgestellten Daumen entgegen und kassiert prompt ein technisches Foul.

Nun übernimmt Ulms Headcoach Mike Taylor die Hauptrolle in dem ebenso bizarren wie unterhaltsamen Schauspiel. Zunächst meckert er ununterbrochen und handelt sich sein erstes technisches Foul ein. Das bringt ihn nur noch mehr in Rage. Er wirft dem Unparteiischen respektlos sein Jacket vor die Füße und wird umgehend disqualifiziert. Nutznießer der emotionalen Ulmer Ausbrüche sind die Veilchen in Person von Chris Oliver, der eiskalt alle acht fälligen Freiwürfe verwandelt und den achten Göttinger Sieg in Serie klarmacht.

In der anschließenden Pressekonferenz durfte sich Mike Taylor nicht äußern, die Regularien der Bundesliga verbieten Kommentare eines disqualifizierten Trainers. Assistenz-Coach Rainer Bauer sprach von einem „tollen Spiel mit einem unwürdigen Ende. Ich bin der Meinung, dass die Spieler das Spiel entscheiden sollten. Mehr möchte ich zu der Situation am Ende nicht sagen.“ BG-Coach John Patrick freute sich indes über einen weiteren knappen Sieg und sprach seinen beiden Innenspielern Chris McNaughton und Jason Boone ein großes Lob aus: „Chris hatte heute ein Coming-Out-Game. Er und Jason hatten erheblichen Anteil am Sieg“, so Patrick über seine Center, die die Totalausfälle der Guards Ben Jacobson (zwei Punkte) und Taylor Rochestie (null Punkte) hervorragend kompensierten.

Von Daniel Endres

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