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BG Göttingen Georgischer Applaus für kampfstarke BG
Sportbuzzer BG Göttingen Georgischer Applaus für kampfstarke BG
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22:46 08.11.2011
Von Mark Bambey
Quelle: SPF
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Tiflis

Auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat: Die BG Göttingen hat sich beim Auftakt der Euro-Challenge in Tiflis besser geschlagen, als von vielen befürchtet. Die ohne Kyle Bailey, Marco Grimaldi, Max Weber und Nico Adamczak angetretenen Veilchen boten dem georgischen Top-Team BC Armia einen großen Kampf, konnten die Schwächen beim Rebounding allerdings nicht wettmachen. So verlor das Team von Headcoach Stefan Mienack im mit 8000 Zuschauern fast ausverkauften Sportpalast Tiflis mit 76:82 (48:58, 34:43, 14:23). Das lautstarke Vuvuzela blasende georgische Publikum honorierte die engagierte Leistung der Göttinger mit reichlich Applaus. Mehrere Hundert spendeten dem Team sogar noch Beifall, als es mit dem Bus zum Hotel gebracht wurde.

„Dass war eine deutliche Verbesserung zu den letzten Bundesliga-Partien. Wir waren hier mit sieben Spielern nicht nur ebenbürtig, wir hatten eine reelle Siegchance“, resümierte Mienack. Die BG zeigte phasenweise sehr ansehnlichen Teambasketball und kompensierte die Ausfälle als Mannschaft. Dabei agierten die Göttinger mit zunehmender Spielzeit immer besser.

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Tiflis baute fast ausschließlich auf seine Ausländer. William Thomas spielte durch, die Ex-NBA-Akteure Guillermo Diaz, Sundiata Gaines und Jeremy Richardson standen deutlich über 30 Minuten auf dem Feld. Gegen Ende der Partie leisteten sie sich viele Fehler und retteten mit Mühe den Vorsprung ins Ziel.
Den jungen Veilchen gelang es im Spiel dreimal, sich nach hohen Rückständen zurück ins Match zu kämpfen. Im zweiten Viertel kam die BG auf zwei Punkte heran (26:28/14.), im dritten Abschnitt auf drei Zähler (43:46/24.) und im Schlussviertel auf 69:73 (38.). Eine Führung sprang jedoch nicht mehr heraus.

Mit inkonsequentem Ausblocken beim Rebound hat sich die BG meistens selbst um den Lohn der harten Arbeit gebracht, zudem leistete sich das Team unnötige Ballverluste. 20 Offensiv-Rebounds haben die Veilchen den Georgiern gestattet. Daraus machte Tiflis 19 Punkte. Besonders der lange Schwede Joakim Kjellbom sowie die Forwards William Thomas und Jeremy Richardson räumten an den Brettern ab. Hier hat besonders die Gegenwehr von Raymond Sykes gefehlt. Der schnelle und sprunggewaltige BG-Center fand nicht in die Partie. In 14 Minuten Einsatzzeit markierte Sykes sechs Punkte, holte aber keinen einzigen Rebound. Dabei wäre es eigentlich ein leichtes für ihn gewesen, sich gegen Kjellbom durchzusetzen, wenn er die starken Trainingseindrücke bestätigt hätte. „Ray hat ein kleines Leistungsloch. Wir müssen daran arbeiten, denn er kann mit seiner Qualität sehr wichtig für das Team sein“, sagte Mienack.

Für den indisponierten Sykes sprang Roberto Mafra in die Bresche. Der Brasilianer zeigt weiterhin eine ansteigende Formkurve und nutzte das Duell mit BC Armia, um im BG-Dress ein deutliches Ausrufezeichen zu setzen. 18 Punkte markierte der 26-Jährige und zeigte sich dabei sicher aus allen Distanzen. Zudem sammelte er neun Rebounds. „Ich fühle mich immer wohler. Außerdem mag ich diese Arenen, in denen das Publikum sehr laut ist“, sagte der abseits des Parketts stets ruhig und zurückhaltend agierende Mafra. „Roberto ist ein vorbildlicher Profi. Er arbeitet nach seiner schweren Knieverletzung extrem hart, um wieder Top-Niveau zu erreichen“, lobte Sportdirektor Jan Schiecke.
Am Sonnabend gastiert die BG beim neuen Team von Ex-Coach John Patrick, den s.Oliver Baskets. Mit Blick auf die Partie in Würzburg meint Mienack: „Ein Sieg in Tiflis hätte uns noch mehr Selbstvertrauen gegeben. Aber wir können viele Dinge mit in die BBL nehmen. Das Team ist gewachsen.“