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BG Göttingen Heftige Diskussionen um Meachams Siegtreffer
Sportbuzzer BG Göttingen Heftige Diskussionen um Meachams Siegtreffer
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10:45 25.11.2010
Von Michael Geisendorf
Wild entschlossen: BG-Center Jason Boone lässt es gegen Besiktas krachen.
Wild entschlossen: BG-Center Jason Boone lässt es gegen Besiktas krachen. Quelle: Pförtner
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Nicht nur bei Beteiligten und Zuschauern in der Braunschweiger Volkswagenhalle, sondern auch in deutschen und internationalen Basketball-Foren wird kontrovers diskutiert, ob der Siegtreffer in der regulären Spielzeit gefallen ist, oder ob es einen Fehler bei der Zeitnahme gab und die Partie bereits zu Ende war, als Meacham zum Wurf ansetzte. Der türkische Verein hat, wie berichtet, beim europäischen Verband ULEB offiziell Protest gegen die Wertung der Partie eingelegt und bis 48 Stunden nach Spielende Zeit, seine Unterlagen einzureichen, die dann zur Begutachtung an den unabhängigen Eurocup-Disziplinarrichter weitergeleitet werden.

Jens Staudenmayer, als Leiter Sport beim Deutschen Basketball Bund (DBB) zuständig für Schiedsrichterwesen und Regel-auslegung, ist sich sicher, dass der Protest der Türken – ob berechtigt oder nicht – „keinerlei Aussicht auf Erfolg“ hat. „Anders als in der Euroleague sind in den anderen europäischen Wettbewerben, wie auch in der BBL, keine Videobeweise zulässig. Da es keine Fernsehbilder aller Spiele gibt, widerspräche es dem Gerechtigkeits-Prinzip, einen solchen Beweis zuzulassen. Deshalb ist die Tatsachenentscheidung der Schiedsrichter, die das Spiel für Göttingen gewertet haben, unanfechtbar“, führt Staudenmayer aus.

Allerdings sei er sich nicht sicher, dass bei der Zeitnahme alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Als Besiktas-Trainer Burak Biyiktay nach dem 83:83-Ausgleich der BG die Auszeit nahm, stand die Uhr auf 19,8 Sekunden Restzeit. Diese Zeit habe den Türken nach dem Einwurf an der Mittellinie für ihren Angriff auf jeden Fall zur Verfügung gestanden, so Staudenmayer. Wenn auf der Uhr 14 Sekunden standen, sei das ein Fehler des Anschreibetisches oder der Schiedsrichter, denn die neue 14-Sekunden-Regel greife in diesem Fall nicht (siehe Info-Kasten). Nicht auszuschließen ist, dass sich Besiktas-Spieler Chatman von der 14-Sekunden-Anzeige irritieren ließ und den Angriff früher abschloss als geplant. So hatte Meacham nach seinem Rebound genügend Zeit, übers ganze Feld zu dribbeln und mit der Schlusssirene per Dreier – nicht Zweier, wie die Unparteiischen entschieden – den Siegtreffer zu erzielen.

Kleine Regelkunde: 24/14 Sekunden

Seit Beginn der Basketball-Saison 2010/11 gelten etliche vom Weltverband FIBA beschlossene Regeländerungen. Dazu gehört auch die 24/14-Sekunden-Regel, die vorerst nur bei internationalen Wettbewerben und in der Bundesliga Herren (BBL) umgesetzt werden muss. Erhielt bislang die ballführende Mannschaft nach Foul oder absichtlichem Fußspiel des Gegners in jedem Fall neue 24 Sekunden, so gilt das nach der neuen Regel nur, wenn der anschließende Einwurf aus dem Rückfeld ausgeführt wird. Erfolgt er aus dem Vorfeld, wird die 24-Sekunden-Uhr, wenn sie 14 Sekunden oder mehr anzeigt, „mit der verbleibenden Zeit wieder gestartet, bei der sie angehalten wurde. Zeigt die 24-Sekunden-Uhr zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung noch 13 Sekunden oder weniger, wird sie auf 14 Sekunden zurückgesetzt.“