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BG Göttingen Johan Roijakkers warnt vor Wiederholungsgefahr gegen Essen
Sportbuzzer BG Göttingen Johan Roijakkers warnt vor Wiederholungsgefahr gegen Essen
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20:39 09.04.2014
Von Mark Bambey
Kann mit dem Spiel seines Teams in Essen nicht zufrieden sein: BG-Cheftrainer Johan Roijakkers fordert härtere Verteidigungsarbeit. Quelle: Pförtner
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Göttingen

„Wir haben Essen das Spiel überlassen und den Baskets ermöglicht, ihre Spots zum sicheren Korbabschluss zu finden. Das haben wir im ersten Spiel besser gemacht, und zu dieser Intensität müssen wir in der Verteidigung zurückfinden“, betont Roijakkers.

So musste Essen seine Komfortzone nie verlassen und traf beinahe traumwandlerisch sicher. 52 Prozent aus dem Feld und sogar 58 Prozent von der Dreier-Linie sind beeindruckend. Basketball-Superstar LeBron James von den Miami Heat kennt diese Abende besonders gut. Nach seiner 61-Punkte-Gala gegen die Charlotte Bobcats beschrieb er das Gefühl wie folgt: „Ich habe mich gefühlt, als ob ich einen Golfball in der Hand hätte und ihn in einen Ozean werfen musste.“

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Im dritten Spiel der „Best of five“-Serie am Freitagabend um 19 Uhr in der S-Arena muss das Roijakkers-Team also wieder alles geben, um Essen in möglichst unbequeme Situationen zu zwängen. Dies gelang im ersten Spiel vorbildlich. „Ich bin froh, dass keine langen Pausen zwischen den Spielen sind.

Kampf annehmen

Sie werden nichts Neues machen. Wir müssen aber bereit sein, den Kampf anzunehmen“, betont Roijakkers.  Das Team hatte am gestrigen Mittwoch trainingsfrei, nur Marc Liyanage, Ater Majok, Jermain Raffington und Steffen Teichert absolvierten ein kurzes Extra-Workout. Kurzfristig wollte der Niederländer darüber entscheiden, ob er abends noch ein kurzes Video-Training abhält.

Die Niederlage in Essen will Roijakkers nicht überbewerten. „Wir wissen, was wir können und was wir unternehmen müssen, um Essen zu schlagen. Am Dienstag hatten leider gleich mehrere Spieler einen schlechten Tag erwischt und agierten ein wenig zu weich. Es kam auch oftmals Pech dazu“, so Roijakkers. Es gab aber auch haarsträubende Fehler: So ging mindestens bei zwei Körben der Baskets der Assist aufs Konto der Veilchen.

Sein Duell mit BG-Guard  Marco Grimaldi hat Essens Spielmacher Christopher Alexander deutlich zu seinen Gunsten entschieden. Dazu reichte dem quirligen 30-Jährigen überraschenderweise eine alles andere als überragende Leistung. Mindestens acht seiner 21 Punkte waren Geschenke der Veilchen. Auch Diego Kapelan bekam die BG in Essen nicht richtig in den Griff, was auch an der frühen Foulbelastung von Alex Ruoff lag.

Zuviel Platz gelassen

Erstaunlich war auch, wie viel Platz die Veilchen den gegnerischen Innenspielern unter dem Korb ließen. Besonders der sonst so zuverlässig agierende Harper Kamp benötigte fast die komplette erste Hälfte, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Bis dahin punkteten Essens Michael Fakuade und später auch Christoph Hackenesch stark.

Ater Majok kam deswegen früh zu viel Spielzeit, aber auch ihm gelang es nicht, die Zone dicht zu machen. Weiterhin noch keine Alternative scheint Hoffnungsträger Raffington zu sein, dem Roijakkers aber große Fortschritte bescheinigt.

Nicht anders als neidisch blicken die BG-Fans daher auf Essens deutsche Backup-Lösung auf der Center-Position. Mit Christoph Hackenesch haben die ETB Baskets einen Teilzeit-Profi im Einsatz, der im Stile einer Vollzeit-Kraft unter den Körben aufräumt. Die Zeit auf dem Parkett teilt er sich in erster Linie mit Fakuade, der aber auch auf der Position vier als Power Forward spielen kann.

Büffeln und Training

„Hacki ist ein extremer Glücksfall. Er ist ein enorm positiver Spielertyp, der das komplette Team pusht“, sagt ETB-Pressesprecher Florian Hecker. Der 2,04 Meter lange 28-jährige Hackenesch befinde sich derzeit im Examen seines Lehramtsstudiums. „Er büffelt täglich, und dann geht er zum Basketballtraining. Das ist seit Wochen sein Tagesablauf“, betont Hecker.

Mit so viel Energie tritt derzeit das gesamte ETB-Team auf, deswegen meint Roijakkers: „Wenn man sie spielen lässt, dann können sie jederzeit so auftrumpfen wie am Dienstag. Das Team ist stark und gefährlich.“

Der Vorteil ist trotz der Niederlage aber weiterhin auf Seiten der BG. Am Freitag gilt es, in dieser Spielzeit zu Hause ungeschlagen zu bleiben und die Serie auf 2:1 zu stellen. „Dazu muss aber jeder Spieler sein Spiel auf ein höheres Level heben“, fordert Roijakkers.