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BG Göttingen Mit 26 Jahren der Methusalem der Veilchen
Sportbuzzer BG Göttingen Mit 26 Jahren der Methusalem der Veilchen
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22:12 04.09.2009
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Er habe schnell in die Mannschaft gefunden und freue sich darauf, am Wochenende die ersten Testspiele zu bestreiten. „Am Mittwoch haben wir das erste Mal Fünf gegen Fünf gespielt. Das war schon sehr intensiv“, berichtet McNaughton, der überrascht war, dass er mit 26 Jahren der Älteste im Team ist – drei Monate älter als Cody Toppert.

Göttingen habe er bis jetzt vor allem aus dem Autofenster heraus kennengelernt – auf den Fahrten zwischen den verschiedenen Trainingsstätten. „Was ich gesehen habe, hat mir gefallen. Ich glaube, ich werde mich hier wohlfühlen“, sagt McNaughton. Dass ihm die Stadt zu provinziell ist, steht nicht zu befürchten. Schließlich ist er in Brunst, einem 100-Seelen-Dorf bei Leutershausen im Kreis Ansbach aufgewachsen. Beim TSV Ansbach spielte der Schüler des Bamberger Dientzenhofer Gymnasiums Basketball, bis er zum Zweitligisten Tröster Breitengüßbach wechselte, ausgestattet mit einer Doppellizenz für Trösters Erstliga-Kooperationspartner Bamberg.

Für Bucknell ein Glücksfall

Auch Lewisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania, Standort der Bucknell University, auf der McNaughton von 2003 bis 2007 Elektrotechnik studierte und für das NCAA-I-Team der Bisons spielte, atmet nicht gerade Weltstadtflair. „Wenn die Studenten weg sind, ist nicht mehr viel übrig“, umschreibt der 26-Jährige die Einwohnerstärke des Städtchens. Für McNaughton jedenfalls war Bucknell ein Glücksfall – und McNaughton für Bucknell, wo er als einer der besten Center in der Geschichte der Universität hoch geschätzt wird. Zweimal führte er die Bisons in die NCAA-Finalrunde und war in seinem Seniorjahr Kapitän des Teams, in dem er mit Ex-MEG-Akteur Charles Lee zusammenspielte. „Ich hätte mit Charles auch gerne in Göttingen gespielt“, bedauert McNaughton dessen Wechsel zu den Artland Dragons, Auftaktgegner der Veilchen am 9. Oktober in Quakenbrück. „Ich habe Charles das letzte Mal vor zwei Jahren bei meiner Hochzeit gesehen und werde ihn so bald wie möglich anrufen.

Auch seine Frau Ashley hatte er in Bucknell kennengelernt, wo sie Wirtschaft studierte und Violine im Symphonieorchester der Universität spielte. „Bis dahin hatte ich mit klassischer Musik nicht viel am Hut. Aber sie sorgt dafür, dass ich bei der Stange bleibe“, lacht McNaughton, der in seiner Freizeit gerne Golf spielt. Nach zwei Jahren in Spanien, wo er mit Faymasa Palencia in die zweite Liga aufstieg, freut er sich auf das Abenteuer Bundesliga und auf das Wiedersehen mit vielen Spielern, die er aus der U-20-, A-2- und A-1-Nationalmannschaft, zu deren erweiterten Kader er 2006 gehörte, kennt.

Von Michael Geisendorf