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BG Göttingen Mit BG Göttingen-Star Alex Ruoff auf Reisen
Sportbuzzer BG Göttingen Mit BG Göttingen-Star Alex Ruoff auf Reisen
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00:28 26.04.2014
Schraubt sich üblicherweise nur auf die Korbhöhe von 3,05 Meter hoch: Hier ist Alex Ruoff auf der Zugspitze in 2950 Metern Höhe. Quelle: EF
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Göttingen

Dass Alex Ruoff, Topscorer des kurz vor dem Aufstieg in die 1. Bundesliga stehenden Zweitligisten BG Göttingen, aber weder Otto noch normal ist, dürfte den Fans der Veilchen schon aufgefallen sein.

Auf dem Spielfeld sticht der 27-Jährige mit seinen überragenden Fähigkeiten klar aus der Masse der Zweitliga-Akteure heraus.

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Wen wundert es da, dass der in Hamilton/Ohio geborene und in Spring Hill/Florida aufgewachsene Shooting Guard auch mit seiner Freizeitbeschäftigung aus der Reihe fällt: Ruoff reist leidenschaftlich gern zu historischen Orten und ist geschichtsinteressiert.

Nicht nur als Basketballer kommt Ruoff in Deutschland rum. Sobald BG-Trainer Johan Roijakkers seinem Team einen oder zwei Tage trainingsfrei gibt, ist sein Topscorer auf Achse. Manchmal sogar direkt nach einem Spiel. Beim Auftritt der BG in Karlsruhe wartete Ruoff den Ausgang des Spiels ab.

Städtetripps, Museenbesuche, Besichtigungen

Nachdem der Sieg feststand, fragte er höflich bei Roijakkers nach, ob er die Nacht in Karlsruhe bleiben könne. Der Coach, als Niederländer in Bezug auf Reisen sozusagen vorgeschädigt, willigte ein. „Ich versuche, jeden Tag zu nutzen, um so viel wie möglich vom Land zu sehen“, erklärt Ruoff. Städtetripps, Museenbesuche, Besichtigungen von Burgen und Wanderungen in der Natur stehen auf dem Programm des US-Amerikaners.

Sein Interesse daran kommt nicht von ungefähr: An der Universität in West Virginia studierte Ruoff Geschichte, zudem ist seine Verwandtschaft väterlicherseits vor vielen Generationen aus Deutschland ausgewandert – der Name „Ruoff“ ergab sich aus „Rudolf“.

Hamburg, Hannover, Schloss Neuschwanstein – das er als Disney-Castle bezeichnet –, Aachen, Stuttgart, Köln. Wenn Ruoff seine Ziele aufzählt, lächelt er zufrieden. „Es ist unglaublich spannend, an diese Orte zu reisen, wo Weltgeschichte stattgefunden hat“, schwärmt der BG-Profi.

Naturbursche

Eine Leidenschaft fürs Reisen hat Ruoff bereits während seiner vier Jahre in Belgien entwickelt. „Keine Frage, es war toll dort. Aber nichts gegen Belgien, doch man hat das Land aufgrund seiner geringen Größe schnell durch. Umso schöner ist es jetzt, in Deutschland zu spielen.“

Fast immer im Schlepptau hat Ruoff seine vierjährige Boxerhündin Maya. Freunde, die aus den USA zu Besuch sind, begleiten ihn auch häufig. So wie auf die Zugspitze. „Für mich als Naturburschen war das der Höhepunkt. Drei Länder auf einmal aus dieser Höhe zu sehen, ist cool“, erinnert sich die Göttinger Nummer sieben, die per Auto oder Bahn unterwegs ist.

Aber auch Göttingen und Umgebung wie die Burg Plesse haben es Ruoff angetan. „In der Stadt gibt es Kirchen, die älter sind als die ganze USA. Das ist verrückt.“ Zudem ist er häufiger Besucher der hiesigen Parkanlagen.
Sehr gut gefallen hat es ihm in Berlin.

Lieber in Göttingen bleiben

Angesprochen auf seine zwei Trips in die Hauptstadt entfährt Ruoff zunächst nur ein „Pfff“, gefolgt von einem langen Seufzer. „Berlin ist unglaublich. Einmal haben wir uns in den Touristenbus gesetzt, beim zweiten Mal hat uns ein Freund, der in Berlin wohnt, die lokale Perspektive gezeigt.“

Da liegt es doch nahe, ein Engagement beim finanzstarken Renommierklub Alba Berlin anzustreben. Doch der BG-Star wiegelt ab. „Nicht nötig, mit dem Auto sind es ja nur drei Stunden nach Berlin“, sagt Ruoff. Lieber in Göttingen zu bleiben, als zu Alba zu wechseln: eine ungewöhnliche Einstellung für einen Basketballer. Aber normal ist Ruoff in dieser Hinsicht ja ohnehin nicht.

Von Rupert Fabig