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BG Göttingen Patrick und Würzburg scheiden einvernehmlich
Sportbuzzer BG Göttingen Patrick und Würzburg scheiden einvernehmlich
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18:11 01.06.2012
Von Michael Geisendorf
Keine Differenzen: John Patrick (rechts) und sein Göttinger Kapitän John Little. Quelle: Pförtner
Göttingen/Würzburg

Gegenüber dem Tageblatt sagte Patrick, dass er sich auf Anraten seines Anwalts Karl-Heinz Mügge zu der Angelegenheit nicht äußern werde. „Ich kann nur soviel sagen, dass es für mich eine tolle Saison in Würzburg war, und ich denke, das gilt auch für das Team“, sagte er mit Hinweis auf den sensationellen Durchmarsch des Aufsteigers bis ins Playoff-Halbfinale.

Nach dem Treffen mit den Baskets-Verantwortlichen über die Modalitäten der Auflösung von Patricks bis Sommer 2013 laufenden Vertrages, zu dem ihn Mügge begleitete, gab der Göttinger Rechtsanwalt folgende mit der Gegenpartei abgesprochene Erklärung zu Protokoll: „Nach einem konstruktivem Gespräch in Würzburg sind beide Parteien gemeinsam überein gekommen, dass die weitere Zusammenarbeit nicht fortgesetzt wird. Im übrigen wird Stillschweigen vereinbart. Klargestellt wird seitens beider Parteien, dass die gemeinsame Entscheidung nicht auf einer Forderung der Würzburger Spieler beruht.“

Medien rühren im Gerüchte-Sud

Ob die Würzburger ihrem Headcoach und Sportdirektor das Gehalt bis zum ursprünglichen Vertragsende weiter zahlen müssen oder eine sofortige Vertragsauflösung mit damit verbundener Abfindung vereinbart wurde, wird nicht verraten. Mit dem letzten Satz wendet sich die Erklärung gegen wilde Spekulationen in der deutschen Basketball-Szene, in der die Nachricht von Patricks Rauswurf wie eine Bombe einschlug. Befeuert wird die Diskussion auch von regionalen und überregionalen Medien. Sie rühren im Gerüchte-Sud kräftig mit und kolportieren größtenteils kritiklos das in einschlägigen Internetforen veranstaltete Sperrfeuer in Richtung Patrick, dem meist die Alleinschuld an der Eskalation der Ereignisse in die Schuhe geschoben wird.

Er sei seit langem zerstritten mit dem Management und liege seit Beginn seines Engagements in Würzburg mit Co-Trainer Marcel Schröder über Kreuz, den er als Headcoach abgelöst hatte, wird gemutmaßt. Am belastendsten dürfte allerdings die Behauptung sein, die Spieler hätten sich geschlossen gegen den Trainer aufgelehnt und signalisiert, sie würden nur dann einen neuen Vertrag unterschreiben, wenn Patrick als Trainer und Sportdirektor abgelöst wird. Schwer vorstellbar erscheint das bei Akteuren wie John Little, Jason Boone oder Ben Jacobson, die jahrelang erfolgreich bei der BG Göttingen mit Patrick gearbeitet haben und dem Coach bereitwillig nach Würzburg gefolgt sind. Mit dem Hinweis, dass die Trennung nichts mit Spieler-Forderungen zu tun habe, soll solchen Spekulationen offenbar begegnet werden.

These von der Spieler-Rebellion

Hauptbeleg für die These von der Spieler-Rebellion ist eine vor einer Woche von Chester Frazier über Twitter verbreitete persönliche Abrechnung mit seinem Ex-Coach. Frazier, den Patrick Anfang 2010 nach Göttingen geholt und vor wenigen Monaten für die Würzburger verpflichtet hatte, war nach dem ersten Halbfinalspiel gegen Ulm quasi über Nacht in die USA geflohen, um einen Tag später via Twitter Anschuldigungen gegen Patrick zu erheben, dem er schwerwiegende charakterliche Defizite unterstellt. Patrick hatte diese Anwürfe in sachlichem Ton entschieden zurückgewiesen und wurde dabei vom Baskets-Management unterstützt.

Mit großem Interesse verfolgen die Gesellschafter der Pro Basketball Göttingen GmbH (PBB), die um die Lizenz für die 2. Liga Pro A kämpfen, die Entwicklung in Würzburg. „Patricks Entlassung kommt auch für uns völlig überraschend. Wir haben drei, vier Trainer in der engeren Auswahl. Wenn allerdings John als Coach wieder frei ist, werden wir ernsthaft darüber nachdenken, ihn in unsere Überlegungen einzubeziehen“, sagte PBB-Geschäftsführer Frank Meinertshagen.

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