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BG Göttingen Ratlos und resigniert – Veilchen im freien Fall
Sportbuzzer BG Göttingen Ratlos und resigniert – Veilchen im freien Fall
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20:57 27.11.2011
Von Mark Bambey
Lichtblick: Die BG braucht Dale-Ersatz mit der Klasse eines Sean Evans. Quelle: CR
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Göttingen

Nach einem starken ersten Viertel (24:18) blieb von der bis dahin gezeigten guten Team-Offense nichts übrig, und das Veilchen-Kollektiv zerbrach unter dem Druck der imposanten und variablen Verteidigung des Playoff-Kandidaten EWE Baskets Oldenburg in seine Einzelteile. So musste das Bundesliga-Schlusslicht die Übermacht der bisher auswärts alles andere als überragend agierenden Oldenburger anerkennen und unterlag vor der erneut nur mageren Kulisse von 2345 Zuschauern in der Sparkassen-Arena vollkommen verdient mit 70:95 (53:72, 37:46, 24:18). Inklusive der Euro-Challenge-Partien war es die elfte Niederlage in Serie. Erschreckender als dieses Resultat ist jedoch, dass sich nun offensichtlich Resignation und Ratlosigkeit breit machen. 

„Was wir ab Mitte des zweiten Viertels abgeliefert haben, war bis auf einige Momente in der zweiten Hälfte inakzeptabel. Wir haben die Köpfe grundlos hängen lassen“, schimpfte BG-Headcoach Stefan Mienack. „Wir drehen uns im Kreis. Gegen Istanbul hat das Team zwei Schritte vor gemacht, heute drei zurück. Gegen Tiflis werden wir vermutlich wieder einen nach vorne machen, nur weitergekommen sind wir dann nicht.“

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Die Veilchen zeigten zum wiederholten Male in der Pick-and-Roll-Defense erhebliches Verbesserungspotenzial. Ex-NBA-Akteur Bobby Brown nutzte die Aktionsfreiheit nach den Blocks und verteilte zwölf Assists. Drei mehr, als das BG-Team zustande brachte. „Hier fehlt einfach das Vertrauen der großen Spieler in die Hilfen. Wir verteidigen die Guards deswegen weiterhin viel zu lasch, können die Pässe so nicht unterbinden“, sagte Mienack, der somit seine Big Men ein wenig in Schutz nahm. 

Erhebliche Probleme hatte die BG auch damit, die Drei-Punkt-Würfe zu verteidigen. Mit 14/31 Treffern legte Oldenburg den Grundstein zum sehr souveränen Erfolg von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Vor allem Rickey Paulding verstanden die Veilchen nicht zu stoppen. Der Small Forward lieferte eine Glanzleistung ab und war mit 30 Punkten Topscorer der Partie.Seine BBL-Bestmarke hatte der US-Amerikaner 2009 mit 34 Punkten gegen Ulm markiert. Der EWE-Star leistete sich erst weit im Schlussviertel den ersten Fehlwurf. Die Veilchen machten es dem Distanzwurf-Spezialisten allerdings auch erdenklich einfach. Aus indirekten Blocks, also Blocks, die nicht für den ballführenden Spieler gestellt werden, schaffte sich der 29-Jährigen reichlich Raum. Das Ziel, Paulding dazu zu zwingen, zum Korb zu ziehen, ging überhaupt nicht auf.

Sichtbar war auch, dass die Veilchen aufgrund der zusammenbrechenden Defensive in der Offensive mehr und mehr das Selbstvertrauen verloren. Erneut wurden aus freien Korblegern und guten Distanz-Würfen reihenweise Fahrkarten, und mit einer Trefferquote von nur 34 Prozent lassen sich Spiele in einer stärker gewordenen Liga kaum gewinnen. Finden diese einfachen Würfe auch im wichtigen Dezember mit den Partien gegen die Kellerkinder Bayreuth, Tübingen und Frankfurt nicht ins Ziel, dann wird es in der Sparkassen-Arena vermutlich für einen langen Zeitraum keinen publikumsträchtigen Profisport zu sehen geben.

Ob am Sonntag um 17 Uhr in Bayreuth der Ersatz für BG-Kapitän Louis Dale (Kreuzband-riss) verpflichtet sein wird, konnte Mienack noch nicht sagen. „Wir stehen in Kontakt und haben einen Spieler im Blick, den wir gerne schnell zum Tryout einladen wollen.“

Der Fan-Klub Veilchen-Power bietet mit Unterstützung von McClean eine kostenlose Busfahrt nach Bayreuth an. Anmeldung bis einschließlich heute unter fahrten@veilchen-power.de.