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BG Göttingen Seltenes Glücksgefühl: BG gewinnt in Frankfurt
Sportbuzzer BG Göttingen Seltenes Glücksgefühl: BG gewinnt in Frankfurt
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22:23 14.03.2012
Von Michael Geisendorf
Freudentanz in der Fraport-Arena: Die Veilchen feiern ausgelassen den Überraschungssieg über die Skyliners.
Freudentanz in der Fraport-Arena: Die Veilchen feiern ausgelassen den Überraschungssieg über die Skyliners. Quelle: Pförtner
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Zum Matchwinner wurde Matt Bauscher, der 40 Minuten so gut wie nichts auf die Reihe bekam, doch beim Stande von 61:60 für Frankfurt mit der Schlusssirene im Zurückfallen den 62:61-Siegtreffer erzielte. In einer Jubelorgie feierten die Spieler gemeinsam mit den wenigen mitgereisten Fans den Überraschungserfolg, während die Skyliners wie die begossenen Pudel in die Kabine und deren Fans kopfschüttelnd aus der Halle schlichen.

Nach gruseligem Beginn auf beiden Seiten mit vielen Fehlwürfen und Ballverlusten, fingen sich die Frankfurter zuerst und setzten sich nach Herbers Dreier und Davidsons Korbleger auf 11:4 (8.) ab. Ausgerechnet Sean Evans, der zuletzt in Quakenbrück auf der Bank schmorte – allerdings nicht, weil es Differenzen mit Coach Michael Meeks gegeben hatte, wie Sportdirektor Jan Schiecke gestern beteuerte – brachte die Veilchen ins Spiel. Diesmal früh eingewechselt, auch weil Raymond Sykes wegen anhaltender Fußbeschwerden passen musste, ergriff Evans sofort die Initiative und führte die BG mit zwei Korblegern auf 13:8 heran.

Paris Horne setzte noch einen drauf, traf mit der Viertel-Sirene einen Dreier zum 15:11 und unmittelbar nach Wiederbeginn einen weiteren zum 15:14 (11.). Wenig später legte Bauscher zum 18:16 nach, und Darrell Tucker sorgte per Dreier zum 18:19 (14.) für die erste BG-Führung nach dem 1:0. Das Erfolgsrezept der Veilchen in dieser Phase war die aggressive Defensive und das Unterbinden der Frankfurter Dribblings. So zwangen sie die Skyliners zu schwierigen Würfen, die diese regelmäßig versemmelten. Lediglich auf 27 Prozent Trefferquote kamen die Gastgeber in der ersten Halbzeit gegenüber 38 Prozent der Göttinger, die darüber hinaus die Rebounds beherrschten (20:13 – davon allein sieben von Jerel Allen). Unter dem fahneschwenkenden Jubel der wenigen mitgereisten Fans setzte sich die BG so bis zum Wechsel auf 30:25 ab.

Nach langer Flaute endlich wieder ein Sieg für die Veilchen.

Nach der Pause zeigten sich die Frankfurter besser eingestellt auf die Defense der Gäste. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit wechselnder Führung bis zum Ende des dritten Viertels. Zu Beginn des Schlussviertels schienen die Göttinger allerdings ihren typischen Einbruch zu erleiden. Bis zur 35. Minute zogen die Gastgeber auf 55:48 davon, und dass Allen eine Minute später sein fünftes Foul kassierte, ließ nichts Gutes erahnen. Aber jetzt packten die Veilchen ihr Kämpferherz erst richtig aus. Evans und Tucker mit zwei Dreiern in Folge drehten die Partie wieder, und als Paris Horne 28 Sekunden vor Schluss zum 57:60 traf, durften die Veilchen und ihre Anhänger träumen.

Doch acht Sekunden vor dem Ende verkürzte Davidson auf 59:60, Tucker verlor den Ball und Robertson brachte die Skyliners fünf Sekunden vor Schluss mit 61:60 in Front. Jetzt sah wieder der hohe Favorit wie der sichere Sieger aus – bis Bauscher mit seinem irrsinnigen Buzzerbeater die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga auf den Kopf stellte. „Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Jungens“, strahlte Meeks, der Evans und Tucker aus dem starken Veilchen-Kollektiv hervorhob. „Wenn wir so weitermachen, ist der Klassenverbleib vielleicht doch noch möglich“, prognostizierte er.
BG: Bauscher (8), Allen (10), Horne (12), Chikoko, Weber (1), Evans (13), Tucker (16), Noch (2).