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BG Göttingen Totgesagter Patient BG Göttingen lebt noch
Sportbuzzer BG Göttingen Totgesagter Patient BG Göttingen lebt noch
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19:23 15.03.2012
Aus der Übung: Bei lediglich drei Siegen tun sich die BG-Spieler mit ihrer Performance der Sieges-Humba in der Fraport-Arena noch ein wenig schwer.
Aus der Übung: Bei lediglich drei Siegen tun sich die BG-Spieler mit ihrer Performance der Sieges-Humba in der Fraport-Arena noch ein wenig schwer. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Eine Jubelorgie später hofft das Schlusslicht der Basketball-Bundesliga wieder auf den fast unmöglichen Klassenverbleib. „Wenn wir da ansetzen, besteht wahrhaft noch eine Chance“, kommentierte ein ausgelassener BG-Coach Michael Meeks kurz nach Spielende in Frankfurt. Und die Gründe für den Optimismus scheinen nicht unbegründet und entspringen allesamt dem sich immer besser zurecht findenden Trainer-Neuling, der seine Schützlinge nahezu perfekt auf die Fraport Skyliners eingestellt hat. Zeigten die Göttinger in den Wochen zuvor schon einen Aufwärtstrend, entlud sich in der Mainmetropole die angesammelte Trainings-Energie zur besten Saisonleistung.

Sicherheitsabstand

Mit gewissem Risiko, aber in der Konsequenz äußerst clever, beraubten die Gäste die Skyliners ihrer Stärken im Angriff. Mit großartigen Dribbelkünstlern und starken Schützen aus der Mitteldistanz ausgestattet, versuchten die Gastgeber unter dem israelischen Trainerfuchs Muli Katzurin immer wieder zum Korb zu gelangen. Doch die Veilchen hielten stets Sicherheitsabstand in der Verteidigung, um Frankfurt lediglich Würfe von weit außerhalb – wenngleich relativ offen – zu gestatten. Der Plan ging angesichts grauenhafter 35 Prozent Wurfquote des Gegners auf.

Den weitaus größeren Verdienst muss man Michael Meeks im pädagogischen Sektor anrechnen. Die „bockige Diva“ Sean Evans zog zuletzt Widerworte einem konzentrierten Einsatz vor. Konsequenz: Meeks setzte den Power Forward in Quakenbrück lediglich 1:27 Minuten ein. Prompt überzeugte ein hoch fokussierter Evans am Mittwochabend mit starken Bewegungen am Korb und unbändigem Rebound-Verlangen. „Manchmal muss man Sanktionen einleiten, damit die Spieler ihre Rolle begreifen“, sagte Meeks darauf angesprochen. Auch der oft kritisierte Darrell Tucker sowie der scheinbar emotionslose Jerel Allen wurden vom Kanadier besser in die Offensive integriert.

Wieder Spaß miteinander

Die wichtigste Erkenntnis aus Frankfurt war allerdings, dass diese Mannschaft wieder Spaß miteinander hat. Und: Diese Mannschaft macht wieder Spaß. Die gut 20 mitgereisten Göttinger Fans haben neben der langersehnten Sieges-Humba auch das intensive, mit viel Kampfgeist gepflegte Spiel ihrer Veilchen genossen. „Das darf keine Eintagsfliege bleiben“, warnt der besonnene Headcoach aber. Dafür spricht seine hervorragende Arbeit der letzten Zeit.

Allem Hoffnungsschimmer zum Trotz, würde der BG nur ein kleines Wunder zum sportlichen Überleben helfen. Bei sieben ausstehenden Partien liegen die Südniedersachsen vier Siege im Rückstand zur Konkurrenz aus Ludwigsburg und Hagen. Während man die Westfalen daheim noch empfängt, ist gegen die Schwaben der direkte Vergleich verloren, so dass aus dem durchaus machbaren Restprogramm mindestens fünf Siege mehr rausspringen müssen. Der erste Schritt soll am Sonnabend gegen Gießen getan werden.

Von Rupert Fabig