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BG Göttingen Traumberuf: Regisseur oder Drehbuchautor
Sportbuzzer BG Göttingen Traumberuf: Regisseur oder Drehbuchautor
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19:17 25.09.2009
Will sein Potenzial in Göttingen entfalten: Taj Finger.
Will sein Potenzial in Göttingen entfalten: Taj Finger. Quelle: Pförtner
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„Das Problem ist, dass mir die von John Patrick praktizierte Spielweise ziemlich fremd war. Auf dem College und auch in Norwegen hatten wir Spieler strikte Rollenzuweisungen und vorgeschriebene Laufwege in einem relativ starren System. In Göttingen läuft das viel ungebundener. Die Spieler sprechen viel miteinander und entscheiden oft aus der Situation heraus, was zu tun ist“, markiert der 2,03 Meter lange Flügelspieler den Unterschied. „Ich komme aber zunehmend besser damit zurecht und werde mich daher immer besser einbringen können.“ Davon ist auch der Veilchen-Trainer überzeugt: „Probleme mit unserer Spielweise haben fast alle Neulinge. Ich bin sicher, dass Taj und die anderen das, was sie im Training schon gut drauf haben, sehr bald auch im Spiel werden umsetzen können.“ Fingers Werdegang verfolgt Patrick schon geraume Zeit. Schließlich studierten beide an der renommierten Stanford-University in Kalifornien (Patrick Geschichte, Finger Kommunikation) und spielten erfolgreich für das NCAA-I-Team der Cardinals.

Von Kalifornien an Polarkreis

An dem in Mount Kisco/New York geborenen Finger, der in seinem Senior-Jahr als 21-Jähriger ins Allstarteam seiner Conference gewählt wurde, schätzt der MEG-Coach die Intensität in Verteidigung und Angriff, Schnelligkeit, Ballbehandlung, Spielübersicht und Treffsicherheit, insbesondere aus der Mitteldistanz. Den Wechsel aus dem sonnigen Kalifornien in die Finsternis von Tromsø, 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, „war schon sehr gewöhnungsbedürftig“, gibt Finger zu. „Ich habe mich aber schnell eingewöhnt und wohlgefühlt, auch, weil wir so erfolgreich waren und viel Spaß hatten. Die Saison in Norwegen war gut für mich, doch jetzt mit Göttingen in einer der stärksten Ligen Europas zu spielen, ist ein noch wichtigerer Schritt in meiner Karriere. Ich kann es kaum abwarten, dass die Saison endlich losgeht.“
Sein ungewöhnlicher Vorname habe nur indirekt etwas mit dem weltberühmten indischen Grabmal Taj Mahal zu tun, verrät Finger, sondern vielmehr mit dem amerikanischen Bluessänger, der sich danach benannt hat. „Meine Eltern waren auf einem seiner Konzerte, von seiner Musik total begeistert, und schon hatte ich meinen Namen weg“, lacht er. Extravagant ist aber nicht nur der Vorname des New-Jersey-Net-Fans, sondern auch sein Berufswunsch nach der Basketball-Karriere.
„Mein Traum ist, Filmregisseur oder Drehbuchautor zu werden“, erzählt er. Sein erstes Skript habe er in Norwegen geschrieben, die Geschichte eines amerikanischen Basketballers, der in Frankreich ein Mädchen kennenlernt und ihr nach Italien folgt. Schreiben ist auch die Lieblingsbeschäftigung in seiner Freizeit außerhalb des Basketball-Courts. „Außerdem telefoniere ich viel mit meiner Familie und mit meiner Freundin Tiana, die ich in Stanford kennengelernt habe und die jetzt in London studiert. Ich hoffe, dass wir uns bald sehen werden.“

Aragon übernimmt MEG

Bis auf weiteres gesichert scheint die Finanzierung der Göttinger Basketballer durch Hauptsponsor MEG. Gestern meldete der Wiesbadener Finanzkonzern Aragon die Übernahme des Kasseler Unternehmens, das als eigene Marke am Markt bleiben soll.

Von Michael Geisendorf