Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Fußball aus aller Welt André Breitenreiter verlässt den TSV Havelse
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt André Breitenreiter verlässt den TSV Havelse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:52 15.05.2013
Von Björn Franz
Nimmt Abschied vom TSV Havelse: André Breitenreiter. Quelle: zN
Anzeige
Havelse

Als er noch selber dem Ball nachjagte, wusste André Breitenreiter ganz genau, wo das Tor steht. 40 Treffer hat er in 223 Partien als Fußballprofi für Hannover 96, den Hamburger SV, den VfL Wolfsburg und die SpVgg Unterhaching in der 1. und 2. Liga erzielt. Und ebenso zielsicher geht der 39-Jährige nun als Trainer seinen Weg. Am Mittwochabend informierte Breitenreiter die Mannschaft des TSV Havelse davon, dass er den Regionalligisten zum Saisonende verlassen wird. Doch es zieht ihn nicht zum großen Nachbarn Hannover 96, bei dem er als heißer Kandidat für die Nachfolge von Valérien Ismaël bei der „U 23“ galt. Stattdessen wird Breitenreiter neuer Cheftrainer beim Zweitligisten SC Paderborn.

Dass der Pokalsieger von 1992 gleich bei seiner ersten Trainerstation das Interesse etlicher höherklassiger Klubs geweckt hatte, war ein offenes Geheimnis. „Es ist eine Bestätigung für unsere Arbeit beim TSV Havelse, dass es viele Anfragen von Drittligisten und eben die aus Paderborn gab“, sagte Breitenreiter. „Dass die Entwicklung der vergangenen zweieinhalb Jahre unter diesen Bedingungen bundesweit Beachtung gefunden hat, macht mich stolz.“ Auch 96 war nicht verborgen geblieben, dass da direkt vor der Haustür ein überaus interessanter Trainer arbeitet. Doch die „Roten“ meldeten sich erst vor zwei Tagen in Person von Nachwuchskoordinator Jens Rehhagel. „Da hatte ich bereits in Paderborn zugesagt, daher es ein kurzes Gespräch. 96 war schon sehr spät dran“, sagte Breitenreiter, der den TSV im Januar 2011 auf einem Abstiegsplatz übernahm und in dieser Saison nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga verpasste.

Anzeige

Diese Erfolgsgeschichte will der ehemalige Stürmer nun beim ostwestfälischen Zweitligisten fortschreiben, der sich Anfang Mai von Trainer Stephan Schmidt trennte und bis zum Saisonende auf Interimscoach René Müller setzt. „Die Gespräche in Paderborn waren hervorragend. Der Klub verfolgt fast deckungsgleich meine Philosophie. Daher habe ich nun die Möglichkeit, das, was wir in Havelse gemacht haben, im Profibereich fortzuführen“, sagte Breitenreiter, der voraussichtlich gemeinsam mit Kotrainer Volkan Bulut zum derzeitigen Tabellenzehnten der 2. Liga wechseln wird, der als „Sprungbrett“ für junge Trainer gilt. Unter anderem machten sich der Niederländer Jos Luhukay (jetzte Hertha BSC Berlin) und Roger Schmidt (Red Bull Salzburg) beim SC einen Namen im Profifußball.

Trotz der reizvollen Aufgabe verlässt der Erfolgstrainer Havelse aber auch mit einem weinenden Auge. „Ich habe es mir nicht leicht gemacht, weil mir die Jungs und auch Stefan Pralle (TSV-Manager, d. Red.) ans Herz gewachsen sind“, sagte Breitenreiter, der in Paderborn einen Einjahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison unterschrieben hat. „Aber da der sportliche Erfolg weit über die Rahmenbedingungen hinausgeht, ist es schwer, in Havelse den nächsten Schritt zu machen.“ Dessen ist sich auch Pralle bewusst. „Bei allen Problemen, die mir dadurch entstehen, freue ich mich riesig für André“, sagte der Manager, der jederzeit über die Entwicklung informiert war und daher schon erste Ideen für die Nachfolge von Breitenreiter entwickelt hat.

Intensive Gespräche wird Pralle aber erst in den nächsten Tagen führen. Dabei verfolgt er das Ziel, den Spielern möglichst schnell ein Resultat zu präsentieren, um ein mögliches Auseinanderfallen des Teams zu verhindern. „Die Mannschaft ist mir so wertvoll, dass ich ihr möglichst schnell ein positives Signal geben will“, sagt der Manager, der ein klares Anforderungsprofil hat: „Ich brauche einen Trainer, die die Jungs neugierig macht.“ Doch den zu finden, wird nicht einfach. Das weiß Pralle genau. „Mit unseren Möglichkeiten können wir nun einmal nicht in eine Trommel greifen, um aus 20 Trainern auszusuchen. Und einen wie André Breitenreiter findet man nur alle 20 Jahre.“

Dieser Artikel wurde aktualisiert.