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Fußball aus aller Welt Aufsichtsräte des FC Bayern drängen Uli Hoeneß zum Rückzug
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Aufsichtsräte des FC Bayern drängen Uli Hoeneß zum Rückzug
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12:05 06.05.2013
Erstmals nach Bekanntwerden der Steueraffäre von Präsident Uli Hoeneß kommt am Montag der Aufsichtsrat von FC Bayern München zusammen. Quelle: dpa
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München/Berlin

Wie der "Spiegel" berichtet, soll Hoeneß sein Amt bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen lassen. Darauf hätten sich die großen Sponsoren des Vereins – namentlich adidas, Audi, Volkswagen und die Deutsche Telekom – verständigt.

Die Entscheidung soll Hoeneß auf der Aufsichtsratssitzung heute bekannt geben. Ursprünglich hätten die Chefs der vier Konzerne einen noch früheren Rückzug angestrebt, diesen dann aber wegen des Einzug ins Champions-­League-Finale und einer ungeahnten Sympathiewelle für Hoeneß verworfen, heißt es in dem Bericht. Demnach fürchteten die Unternehmen, sich sonst den Zorn der Fans zuzuziehen.

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Die Bayern-Aufsichtsräte wollen Hoeneß den schwierigen Schritt erleichtern, indem sie ihm die Tür für eine Rückkehr offen halten: Sollte die Staatsanwaltschaft seine Selbstanzeige anerkennen und die Affäre mit der Nachzahlung der Steuern samt Zuschlag zu den Akten legen, soll Hoeneß das Amt wieder übernehmen können. Die Vorstandschefs der Hauptanteilseigner – der Hauptsponsor Telekom sowie VW-Chef Martin Winterkorn – wollen in Zeiten verschärfter Regeln für saubere Unternehmensführung Schaden von ihren Firmen fernhalten.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte Hoeneß wegen dessen Umgang mit der Steueraffäre. Hoeneß habe „mehr als großen Mist gebaut“ und könne sich nicht über den Umgang der Medien mit ihm beklagen, sagte der Minister der „Bild am Sonntag“. Hoeneß hatte im Januar mit einer Selbstanzeige Steuerhinterziehung über ein Schweizer Konto eingestanden. Er soll 3,2 Millionen Euro Steuern nachgezahlt haben. In Interviews hatte Hoeneß von „Riesenmist“ gesprochen, zugleich aber erklärt, er sei kein schlechter Mensch. Schäuble sagte, als jemand, der gesellschaftlich eine herausgehobene Rolle spiele und von dem es heiße, er engagiere sich stark sozial, müsse Hoeneß mehr Kritik ertragen als andere.

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ streben die Anwälte von Hoeneß offenbar einen Deal mit der Staatsanwaltschaft an. Angeblich soll der Bayern-Präsident bereit sein, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie die Zahlung einer hohen Strafe zu akzeptieren. Weder die Anwälte noch die Staatsanwaltschaft wollten dies bestätigen.

Die Debatte um Hoeneß, der offen die CSU unterstützt hat, schadet der Union. In der aktuellen Emnid-Umfrage sackte sie auf 37 Prozent und damit den schlechtesten Wert seit gut einem halben Jahr ab. „Es hat in letzter Zeit eine Reihe von Ereignissen gegeben, die das Vertrauen der Bürger in wirtschaftliche Eliten erschüttert hat“, sagte Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner. Das treffe vor allem die Union, die als wirtschaftsnah gelte.

Klaus Bergmann