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Fußball aus aller Welt Bammel vor dem Bayer-Schicksal
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22:59 13.05.2012
Von Uwe Kranz
Fassungslos: Die Nationalspieler Mario Gomez (links) und Thomas Müller verlassen nach dem Abpfiff das Spielfeld im Olympiastadion. Quelle: dpa
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Berlin

In einem Punkt nahm Jupp Heynckes kein Blatt vor den Mund. „Unser gesamtes Defensivverhalten war heute katastrophal. Man muss nüchtern feststellen, dass wir den Sieg nicht verdient hatten“, sagte der Trainer des FC Bayern München nach dem 2:5-Desaster im Pokalfinale gegen Borussia Dortmund. Doch der erfahrene Coach war peinlichst darauf bedacht, nicht alles schlechtzureden, was seine Kicker in den 90 Minuten von Berlin abgeliefert hatten. Längst hatte er gemerkt: Die Psyche seiner Spieler hat die fünfte Niederlage gegen den BVB in Serie nicht schadlos überstanden, und viele Bayern-Profis beginnen nun auch zu fürchten, auch im dritten Wettbewerb - dem Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea am Sonnabend - ohne Titel zu bleiben. So wie einst Bayer Leverkusen in der Saison 2001/2002.

Die meiste Kritik ihres Trainers mussten Luiz Gustavo, Holger Badstuber und David Alaba einstecken. „Die drei Spieler, die nächste Woche nicht dabei sind, haben ihre Leistung nicht gezeigt“, stellte Heynckes fest. Diese drei am Sonnabend in München gegen den FC Chelsea gesperrten Defensivspieler leisteten sich zwar viele Aussetzer, fielen aber im gesamten Defensiv-Verbund auch nicht besonders negativ auf. Indirekt entlastete der Bayern-Trainer damit aber alle nicht genannten, die sich damit leichter von der Last des verlorenen Pokals befreien und auf das „große Finale“ konzentrieren sollen - möglichst unbeschwert von der Pleite.

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„Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, aber wir laden den Gegner durch unsere Fehler immer wieder ein. Nächste Woche dürfen wir uns solche Fehler nicht erlauben“, sagte Kapitän Philipp Lahm und lag damit auf einer Linie mit seinem Trainer. „40 Minuten lang haben wir guten bis sehr guten Fußball gespielt“, meinte Heynckes. Übersetzt: Wir müssen uns nur besser konzentrieren und die Patzer abstellen, dann steht dem Erfolg gegen Chelsea nichts mehr im Wege.

Dabei dürfte beiden klar sein, dass der FC Bayern in der Verfassung von Berlin auch für die vielfach belächelten, ersatzgeschwächten und als überaltert geltenden Londoner nicht unschlagbar erscheinen. Zumal sich im Halbfinale sogar der mit einer ähnlichen Spielanlage wie die Bayern aber mit deutlich mehr individueller Qualität ausgestattete FC Barcelona die Zähne am Abwehrbollwerk des FC Chelsea ausgebissen hat. Und in schlechten Träumen, die Boateng und Co. in den nächsten Tagen haben könnten, spielen sicher ein gewisser Didier Drogba oder ein Fernando Torres wichtige Rollen.

Nicht vergessen haben dürften die Bayern zudem die höhnischen Sprechchöre der BVB-Anhänger, die nach dem 4:1 minutenlang Fangesänge des Gegners anstimmten - allerdings mit spöttisch verändertem Text. Und Torwart Manuel Neuer, mit 22Gegentoren Rückhalt der sichersten Abwehr der Bundesliga, musste sich nach seinem schweren Fehler beim 2:5 als „Schießbude“ titulieren lassen. Das sitzt tief.

„Wir müssen versuchen, diese Niederlage zu verdauen, aber wir werden auch das überstehen“, sagte Heynckes. Dass ihm aber keine ruhige Woche bevorstehen wird, zeigte bereits die Rede von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in Berlin: „Ich hoffe, dass wir aus dem heutigen Spiel die richtigen Lehren ziehen und dann am Sonnabend einen Abend erleben, an dem wir nach dem Abpfiff glücklicher, zufriedener und auch stolzer sind.“

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