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Fußball aus aller Welt Beckenbauer wünscht sich Elfmeterschießen im Finale
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Beckenbauer wünscht sich Elfmeterschießen im Finale
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00:15 25.05.2013
Von Heiko Rehberg
Wiederholt sich die Geschichte? Arjen Robben und sein verschossener Elfmeter gegen Dortmund in der vergangenen Saison. Quelle: dpa
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Hannover

Franz Beckenbauer hat auch einen Wunsch für das Champions-League-Finale in London. Der „Kaiser“ würde gerne eine lange Nacht in Wembley erleben. „Ich wünsche mir ein 2:2 oder ein 3:3, mit Verlängerung, und dann gewinnt der FC Bayern im Elfmeterschießen. Das wäre an Dramatik nicht zu überbieten. Dann würde die Welt über dieses Spiel noch Jahre sprechen.“

Elfmeterschießen in England, im Land der Fußballer, die keine Elfmeter schießen können. Das wär’s am Sonnabend.

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Eigentlich ist der Krimi vom Punkt eine deutsche Spezialität. Ein einziges Mal verlor die deutsche Nationalmannschaft ein Elfmeterschießen in einem großen Turnier, am 20. Juni 1976 im EM-Finale durch einen verschossenen Elfmeter von Uli Hoeneß. Aber was heißt das für einen Fall wie jetzt, wenn zwei deutsche Teams in einem Finale stehen, eine deutsche Elf also zwangsläufig verlieren muss?

Ein größeres Drama als das aus elf Metern könnte es übermorgen nicht geben, allein wegen der besonderen Vorgeschichten. Würde sich einer wie Bayern-Profi Arjen Robben freiwillig als Elfmeterschütze melden? Jener Robben, der am 30. Spieltag der vergangenen Saison in Dortmund einen „Elfer“ verschoss; ausgerechnet der Niederländer, der 2012 im Champions-League-Finale gegen Chelsea in der Verlängerung versagte und sich im Elfmeterschießen dann drückte wie viele andere Münchener auch? In Beckenbauers Finaltraum ist Robben der entscheidende Elfmeterschütze. Und diesmal würde er treffen.

Was ginge Bastian Schweinsteiger durch den Kopf, wenn er sich den Ball auf den berühmtesten Punkt des Rasens legen würde? Schweinsteiger hatte gegen Chelsea seinen Elfmeter an den Pfosten gesetzt und monatelange an diesem Fehlschuss zu knabbern. Wäre er wirklich so cool und würde es erneut versuchen?

Oder nehmen wir den Dortmunder Robert Lewandowski. Der Stürmer ist drei Wochen vor dem Finale im Bundesligaduell von BVB und Bayern mit einem Strafstoß an Torwart Manuel Neuer gescheitert. Würde ihn das verunsichern, wenn sich beide spätabends in Wembley wieder gegenüberstehen? Hätte einer wie der Borusse Mats Hummels im Kopf, dass er am 1. Spieltag der aktuellen Saison in der „Königsklasse“ mit einem schwachen Elfmeter am Amsterdamer Torhüter Kenneth Vermeer gescheitert ist?

Die Spieler selbst haben sich mit dem Elfmeter-Thema längst beschäftigt – und geben das überraschenderweise auch zu. „Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, ich habe noch nicht einmal daran gedacht“, sagt Bayern-Torwart Neuer, der „im Notfall“ wieder zur Tat schreiten würde wie gegen Chelsea.

Neuers Kollege Thomas Müller hat diese Woche eine Extraschicht eingelegt. Geschätzt 60-mal trat er nach dem Training an den Elfmeterpunkt und lieferte eine Müller-typische Erklärung: „Das kann nicht schaden.“

Aber kann man Elfmeterschießen überhaupt üben? „Den funktionellen Ablauf kannst du trainieren, die nervale Konstellation kannst du im Training nicht simulieren“, sagt Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer.

Sollte es tatsächlich zum Elfmeterschießen kommen, gilt als goldener Tipp: Zeit lassen beim Ausführen. Ein norwegischer Sportpsychologe hat unzählige Elfmeter ausgewertet und festgestellt: Englische Elfmeterschützen begannen ihren Anlauf schon 0,28 Sekunden nach dem Pfiff, deutsche erst nach 0,64 Sekunden. Die Folgen sind bekannt.

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