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Fußball aus aller Welt Böse Abfuhr für Spitzenreiter Aue, dicke Luft bei Hertha
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Böse Abfuhr für Spitzenreiter Aue, dicke Luft bei Hertha
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17:26 28.11.2010
Torschütze Emil Jula (r) von Energie Cottbus jubelt nach seinem 3:0 für Energie mit Mannschaftskamerad Markus Brzenska.
Torschütze Emil Jula (r) von Energie Cottbus jubelt nach seinem 3:0 für Energie mit Mannschaftskamerad Markus Brzenska. Quelle: dpa
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Hertha BSC ist die Höhenluft nicht bekommen, Überraschungs-Spitzenreiter FC Erzgebirge Aue kann aus Berlins Krise aber kein Kapital schlagen. Bei der bitteren 0:6-Lektion im denkwürdigen Ost-Derby am Sonntag bei Energie Cottbus gerieten die Überflieger aus Sachsen böse unter die Räder und gingen nach zehn Spielen ohne Niederlage erstmal wieder ganz leer aus. Aue vergab damit die Chance, seine Tabellenführung auszubauen - Cottbus schnuppert nach dem höchsten Sieg im Profi-Spielbetrieb als Tabellenvierter wieder an den Aufstiegsplätzen. Zum Abschluss des 14. Spieltags der 2. Fußball-Bundesliga an diesem Montag (20.15) empfängt die SpVgg Greuther Fürth im bayerischen Derby den TSV 1860 München.

Im Tabellenkeller können der Karlsruher SC und der FC Ingolstadt wieder Hoffnung schöpfen. Beim 4:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen nach Toren von Timo Staffeldt, Macauley Chrisantus, Matthias Zimmermann und Lukas Rupp feierte der neue Trainer Uwe Rapolder mit dem ersten Dreier nach zuvor neun Partien ohne Sieg ein perfektes Debüt. Aufsteiger Ingolstadt besiegte seinen Heimfluch. Im dritten Spiel unter dem neuen Coach Benno Möhlmann beendete Torschütze Stefan Leitl die Negativserie von vier sieglosen Spielen im eigenen Stadion.

Bei Spitzenreiter Aue ging in Cottbus alles schief. Beim 0:1 durch Uwe Hünemeiers Freistoß griff FC-Torwart Martin Männer neben den Ball. Nach Hünemeiers zweitem Treffer nahm Aues Unheil seinen Lauf. In Unterzahl nach dem Platzverweis von Kapitän René Klingbeil (45. Minute) besiegelten Emil Jula per Doppelpack, Marco Kurth und erneut Hünemeier mit seinem dritten Tor Aues höchste Saison-Niederlage.

In Berlin herrscht nach dem ernüchternden 0:2 am Samstag gegen den MSV Duisburg dicke Luft. „Wer es bisher nicht begriffen hat, dass der Aufstieg kein Selbstläufer ist, der wird es spätestens jetzt verstanden haben“, schimpfte Hertha-Manager Michael Preetz. Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag müssen Preetz und Trainer Markus Babbel zumindest mit Argumenten der blau-weißen Gemeinde die Angst nehmen, dass Hertha doch länger als einkalkuliert in Liga zwei hängenbleiben könnte.

Babbel war nach der ersten Heimpleite der Saison bedient. „Keine Gier, keine Laufbereitschaft, kein Engagement“, kritisierte er seine Mannschaft. Der Bundesliga-Absteiger fiel nach der zweiten Niederlage in Folge hinter die „Zebras“ auf den Aufstiegs-Relegationsplatz zurück. Acht Spieltage auf Platz eins ist den Spielern wohl zu Kopf gestiegen, vermutet Babbel: „Ich denke, es ist eine Art Zufriedenheit eingekehrt. Die muss raus, damit wir in den nächsten drei Spielen noch die Punkte holen können, um dann zuversichtlich in die Rückrunde zu starten“.

Sein Duisburger Kollege Milan Sasic hatte nach dem Schlusspfiff Tränen in den Augen. Nach dem Tod seiner Mutter unter der Woche und dem Coup im Berliner Olympiastadion kämpfte der Kroate mit seinen Gefühlen und übergab bei der Pressekonferenz seinem Assistenten Fuat Kilic das Wort. „Wir sind einfach stolz, weil alle mit viel Herz in diesen Tagen dabei waren“, sagte Kilic.

Der seit sechs Partien ungeschlagene FC Augsburg setzte seinen Vormarsch fort, muss den 3:1-Sieg am Samstag bei Alemannia Aachen aber teuer bezahlen. Torjäger Michael Thurk zog sich nach einem rüden Foul von Tobias Feisthammel einer ersten Diagnose zu Folge eine schwere Schulterverletzung zu und fällt voraussichtlich für die restlichen Hinrundenspiele aus.

dpa