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Fußball aus aller Welt DFB-Chef Zwanziger regt Enke-Stiftung an
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17:05 18.11.2009
DFB-Chef Theo Zwanziger. Quelle: ddp
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Robert Enkes Berater und Freund Jörg Neblung hat die Idee einer Stiftung mit dem Namen des toten Torhüters begrüßt. „Es ist grundsätzlich gut, dass er in diese Richtung denkt“, sagte Neblung am Mittwoch zum Vorschlag von DFB-Chef Theo Zwanziger. Er bat aber auch um „Zeit für Besinnlichkeit“, andere Dinge würden derzeit im Vordergrund stehen. Solche Dinge werde er mit der Witwe Teresa Enke in den kommenden Wochen besprechen. Neblung war nicht nur als Berater für den Torwart tätig, er ist auch ein Freund der Familie Enke.

Laut DFB-Präsident Theo Zwanziger könnte eine Enke-Stiftung mit einer bereits existierenden Institution zusammenarbeiten, die sich mit Forschung und Therapie im Bereich Depressions-Erkrankungen beschäftigt. Ziel sei es, in der Öffentlichkeit ein noch größeres Bewusstsein für diese Erkrankung zu schaffen, die noch immer ein Tabu-Thema sei, erklärte Zwanziger in der „Sport Bild“ (Mittwoch).

Voraussetzung sei das Einverständnis von Enkes Familie, allen voran dessen Ehefrau Teresa, verdeutlichte der Verbandschef. „Wir müssen in Ruhe überlegen, was ist gut und was nicht“, sagte Neblung. Das gelte auch für verschiedene Vorschläge wie Abschiedsspiel oder einen Robert-Enke-Platz in Hannover. Über eine Stiftung habe er mit Enke „schon zu Lebzeiten gesprochen“. Der Torwart hatte viel für Organisationen gespendet, die sich um herzkranke Kinder kümmern.

Hannover 96 würde eine entsprechende Stiftung begrüßen. „Wir finden das eine gute Idee und würden das unterstützen“, sagte Club-Sprecher Andreas Kuhnt. Kontakt mit dem DFB habe es aber bisher noch nicht gegeben.

Der Bundesligist hat sich auch für ein Abschiedsspiel der Nationalmannschaft gegen Hannover 96 ausgesprochen. Doch ob die Idee umgesetzt wird, ist noch unklar. Zwanziger nannte als möglichen Termin den 11. oder 12. Januar 2010. Gespräche mit den Bundesliga- Clubs aber hat es noch nicht gegeben. Diese zwei Tage sind im Rahmenterminplan derzeit für Marketing-Termine des DFB-Teams reserviert. Ein Spiel könnte zu dem Zeitpunkt problematisch werden, denn schon am 15. Januar startet die Bundesliga mit der Partie Bayern München gegen 1899 Hoffenheim in die Rückrunde. Die Clubs kehren teilweise erst kurz vorher aus der Winter-Vorbereitung zurück.

„Wir stehen der Idee eines Benefizspiels positiv gegenüber“, sagte der Sprecher des Clubs. „Wir wissen aber nicht, ob, wann und wie es umgesetzt wird.“ Das Spiel müsse „emotional und terminlich passen“, erklärte Kuhnt.

Nationaltorhüter Robert Enke hatte an schweren Depressionen gelitten und sich vor einer Woche das Leben genommen. Vor dem letzten Länderspiel des Jahres der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch gegen die Elfenbeinküste hatte der DFB in Gelsenkirchen dem Gedenken an Enke einen herausragenden Platz eingeräumt. Auf dem Stadionheft zum Spiel ist ein Schwarz-Weiß-Foto von Enke mit Trauerrand zu sehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in der „ZEIT“ über die möglichen Lehren aus Enkes Tod geäußert. Vielen Menschen gebe das Geschehene die Möglichkeit, offener über Ängste und psychische Erkrankungen zu sprechen. „Wenn man krank ist oder etwas nicht kann, sollte man es ruhig sagen“, erklärte die Regierungschefin in der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung.

Der Tod des Torwarts habe deshalb so viele Menschen berührt, „weil sich an einem berühmten Beispiel etwas zeigt, wovor viele Angst haben und was viel öfter passiert, als wir es uns vor Augen führen“. Sie hoffe, so Merkel, dass nun „Mitmenschen Verständnis für diese Krankheit entwickeln und sie nicht stigmatisieren“.

lni

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