Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Fußball aus aller Welt Der Abschiedsbrief im Wortlaut
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Der Abschiedsbrief im Wortlaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:51 18.11.2009
Die Nationalmannschaft trauert um ihre Nummer 1: Robert Enke. Quelle: afp
Anzeige

„Lieber Robert,

es ist nicht leicht, heute Abend die Fußballschuhe anzuziehen, raus zu gehen auf den Rasen, 90 Minuten das zu tun, was Du so sehr geliebt hast. Dein Tod ist für uns immer noch allgegenwärtig. Er hat uns alle sprachlos gemacht, fassungslos, hilflos. Wir waren wie gelähmt, als wir die unerträgliche Nachricht bekommen haben. Wir waren nicht in der Lage, unsere Trauer in Worte zu fassen. Wir waren nicht in der Lage, ein paar Tage später Fußball zu spielen. Wir konnten nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Wir alle brauchten diesen Moment der Ruhe, um zu realisieren, was passiert ist. Richtig verstehen werden wir es vielleicht nie.

Wir haben lange zusammengesessen und an Dich gedacht. Wir haben zusammen geschwiegen, zusammen geweint und zusammen nach Antworten gesucht, aber eigentlich immer nur neue Fragen gefunden. Quälende Fragen nach dem Warum. Warum konnten wir Dir nicht helfen? Warum konntest und wolltest Du uns nicht von Deinen Problemen erzählen? Warum ist es in unserem Leistungssport, in unserer Leistungsgesellschaft nicht möglich, Angst und Krankheit auszusprechen?

Es ist für uns alle ein schmerzhafter Gedanke, dass Du Dich einsam und allein gefühlt haben musst, auch wenn Du mit uns zusammen warst. Dass Du so oft das Gefühl gehabt haben musst, viel mehr verlieren zu können als nur ein Fußballspiel. Dass für Dich so viel mehr auf dem Spiel stand als für jeden anderen von uns. Dein Tod ist so trostlos. Aber wir werden alles dafür tun, in Deinem Sinn weiterzumachen, guten Fußball zu spielen, erfolgreich zu sein. Und uns dafür einzusetzen, dass Vorurteile und Stigmatisierungen im Fußball keinen Platz haben.

Du wirst uns fehlen. Auf dem Weg ins Stadion, in der Kabine, im Strafraum. Du wirst uns fehlen, weil Du ein außergewöhnlicher Torhüter warst. Aber noch vielmehr, weil Du ein bemerkenswerter Mensch warst. Wir spielen heute für Deutschland, wir spielen für die Fans. Aber wir spielen vor allem für Dich. Für einen guten Freund, durch dessen Tod wir alle noch ein Stückchen näher zusammengerückt sind. Wir sind ein Team. Und Du wirst immer ein Teil dieses Teams bleiben.

Deine Nationalmannschaft“

lni

Rehhagel will mit "Hellas" zur WM, Trapattoni mit Irland, auch Domenech mit Frankreich, Hiddink mit Russland und Queiroz mit Portugal: Die Play-off-Spiele versprechen Spannung pur.

18.11.2009

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat am Montagvormittag in Düsseldorf trainiert. Am Nachmittag in Hannover trainierten die 96-Profis. Mit solchen Sätzen fängt normalerweise keine Geschichte an. Aber es war kein normaler Montag.

Heiko Rehberg 17.11.2009

Der Oberliga-Fußballer Maurizio Greco ist am Sonntag während eines Heimspiels seines Klubs TuS Güldenstern Stade gestorben. Zwölf Minuten vor dem Abpfiff brach der 25 Jahre alte Stürmer in der Partie gegen Lupo-Martini Wolfsburg an der Strafraumgrenze ohne Einwirkung eines Gegenspielers zusammen.

16.11.2009