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Fußball aus aller Welt Ein Fehler namens Hummels
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23:32 15.09.2013
Von Stefan Knopf
Das Gefühl in Dortmund bleibt: BVB-Profis wie Innenverteidiger Mats Hummels haben bei Bundestrainer Joachim Löw keine Lobby. Quelle: rtr
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Warum mag Joachim Löw Mats Hummels nicht?

Am Wochenende ist Fußball-Deutschland um eine interessante Debatte bereichert worden. Angestoßen hat sie Jürgen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, und etwas zugespitzt lautet das Thema: Was hat Bundestrainer Joachim Löw gegen die BVB-Profis? „Wenn Fehler Namen kriegen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Borussia-Dortmund-Spieler ist“, sagte Klopp und meinte damit aktuell die Diskussionen über seinen Profi Mats Hummels. Hummels war einer der Innenverteidiger in dem, sagen wir, konfusen Länderspiel gegen Paraguay (3:3) im August; der Dortmunder war an zwei Gegentoren beteiligt und dafür vom Bundestrainer öffentlich gerügt worden. In den folgenden WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich und die Färöer saß Hummels auf der Bank. Was Klopp meint, ist Folgendes: Löw ist nicht bekannt dafür, dass er seine Spieler öffentlich namentlich kritisiert; Per Mertesacker beispielsweise, der andere Innenverteidiger gegen Paraguay, war von der Schelte des Bundestrainers verschont geblieben. Im Falle des BVB ist das aber bereits wiederholt geschehen.

Auch nach dem verlorenen EM-Halbfinale hatte Löw Hummels einen Gegentreffer angekreidet, was in der Sache korrekt ist, aber nicht die Ursache für das Ausscheiden war. Die sehen die meisten Beobachter nach wie vor in der Angsthasen-Taktik, die der Bundestrainer gegen Italien gewählt hatte. Und Hummels’ Vereinskollegen Marcel Schmelzer hatte Löw vor dem WM-Qualifikationsspiel in Irland (6:1) etwas ungelenk vorgehalten, dass er mit dem Dortmunder die nächsten Monate planen müsse, weil er sich seine Linksverteidiger „nicht schnitzen“ könne. Löw hatte sich daraufhin entschuldigt, das Gefühl in Dortmund aber bleibt: Die Borussen-Profis haben bei Löw keine Lobby. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass Löw BVB-Torwart Roman Weidenfeller trotz konstant starker Leistungen beharrlich ignoriert.

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Natürlich hatte Löw gegen Österreich gute Argumente, sich für den Münchener Jérôme Boateng in der Startelf zu entscheiden; nach Schmelzers Verletzung zur Pause aber Benedikt Höwedes einzuwechseln statt Hummels hat bei vielen Fans ein Stirnrunzeln ausgelöst. Schon bei der Europameisterschaft hatte Löw lieber den verletzten und formschwachen Münchener Bastian Schweinsteiger durchgeschleppt, statt auf den fitteren und stärkeren Dortmunder Ilkay Gündogan zu setzen. Es wäre eine interessante Frage, ob der Bundestrainer das noch einmal so entscheiden würde. Vielleicht bekommt Klopp demnächst ein paar Antworten. Löw hat ein klärendes Gespräch mit dem Dortmunder Trainer angekündigt.

Ist der VfL Wolfsburg eine üble Treter-Truppe?

Fünf Saisonspiele, vier Platzverweise – zumindest in dieser Hinsicht ist der VfL Wolfsburg spitze. Wäre es doch auch nur in der Bundesligatabelle so, dann läge der Klub auf Champions-League-Kurs. Hauptdarsteller ist Neuzugang Luiz Gustavo, der beim 1:3 bei Bayer Leverkusen zum zweiten Mal vom Platz flog. „Wenn das so weitergeht, bekomme ich diese Saison fünf- bis zehnmal Rot. Ich habe in zwei Spielen nur vier Fouls gemacht“, sagte Gustavo nach der zweiten Gelb-Rote Karte in Folge. „Unsere Mannschaft ist nicht unfair“, beteuerte Trainer Dieter Hecking, der den Schiedsrichtern vorhält, die Rote Karte voreilig zu zücken. In der Tat ist Gustavo auch bei seinen seltenen Auftritten in München durch ungestüme Aktionen aufgefallen; inzwischen dürften die Schiedsrichter den robusten Brasilianer auf dem Radar haben. VfL-Manager Klaus Allofs fasste es so zusammen: „Wir müssen cleverer spielen.“

Was erwartet 96 gegen Augsburg?

Der FC Augsburg hat eine neue Qualität entdeckt: „Ein Gegentor wirft uns nicht mehr um“, sagte FCA-Profi Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Trotz des 0:1-Rückstands gegen den SC Freiburg drehten die Schwaben die Partie noch zu einem 2:1 und durften sich damit über den dritten Sieg in Serie freuen. Neun Punkte hat Augsburg nach fünf Spielen auf dem Konto – so viele wie vorige Saison nach der ganzen Hinrunde. Und so viele wie 96.

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