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Fußball aus aller Welt FC Bayern gewinnt auch mit B-Team, Dortmund festigt Platz zwei
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt FC Bayern gewinnt auch mit B-Team, Dortmund festigt Platz zwei
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21:01 16.03.2013
Die Bayern-Spieler Daniel van Buyten (l-r), Bastian Schweinsteiger, Dante, Javi Martinez und Manuel Neuer jubeln nach dem Spiel. Quelle: dpa
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Leverkusen

Mit dem zwölften Auswärtssieg gelang den Bayern zudem ein Rekord - in der Fußball-Bundesliga verteidigte das Team von Trainer Jupp Heynckes seinen komfortablen 20-Punkte-Vorsprung auf Borussia Dortmund.

Vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena hatte Mario Gomez (37. Minute) die Führung für die Gäste erzielt, Bayer-Kapitän Simon Rolfes (75.) schaffte den Ausgleich. Durch den späten Rückschlag verpasste es Bayer 04, im Kampf um den dritten Champions-League-Rang zumindest noch zu punkten. Die Bayern können dagegen bereits am Ostersamstag den vorzeitigen Titelgewinn perfekt machen, wenn im Heimspiel gegen den Hamburger SV ein Sieg gelingt und Borussia Dortmund am selben Tag beim VfB Stuttgart nicht gewinnt.

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„Das war schwierig“, sagte Bastian Schweinsteiger nach dem neunten Sieg im neunten Bundesligaspiel 2013. „Hier in Leverkusen ist es nie einfach zu gewinnen. Wir haben eigentlich gut begonnen, gutes Pressing gespielt. Dann haben wir ein paar Fehler gemacht im Spielaufbau, und das ist gefährlich gegen Leverkusen. Im Endeffekt entscheidet so eine Standardsituation.“

Bayer-Unglücksrabe Wollscheid meinte nach seinem Eigentor, als er einen Schweinsteiger-Freistoß mit der Schulter ins Tor lenkte: „Der Ball wird drei Meter vor mir abgefälscht, das ist einfach sehr unglücklich. Es wäre mehr drin gewesen, aber wir haben erst in der zweiten Halbzeit kapiert, dass Bayern schlagbar war.“ Bayer-Sportchef Rudi Völler analysierte: „Die erste Halbzeit war zu schlecht.“

Nachdem Bayern-Präsident Uli Hoeneß seinen Spielern nach dem 0:2 gegen den FC Arsenal zornig vorgeworfen hatte, „seit drei Wochen schönen Dreck“ zusammenzuspielen, spürte man den Willen der Münchner, es besser zu machen. Richtig gut war es aber nicht, was das 1b-Team - Philipp Lahm, Thomas Müller, Mario Mandzukic, Toni Kroos und den angeschlagenen Franck Ribéry hatte Heynckes zu Hause gelassen - über weite Strecken zustande brachte.

Ein Schuss von Arjen Robben in der 25. Minute von halbrechts, den Schweinsteiger verpasste, sorgte erstmals für Gefahr. Vier Minuten später hatten die Gastgeber Glück, dass Gonzalo Castro einen Kopfball von Jérome Bôateng noch auf der Linie abwehren konnte. Bei der einzigen Leverkusener Chance vor der Pause zeichnete sich Nationaltorwart Manuel Neuer aus: Ein 20-Meter-Flachschuss von Sebastian Boenisch (36.) lenkte er mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten. Im Gegenzug brillierte Gomez, der nach Zuspiel von Xherdan Shaqiri zwei Bayer-Spieler austrickste und zum 1:0 einschoss.

In Leverkusen hatte zuletzt die „Pärchen-Krise“, die vermeintliche Disharmonie zwischen Teamchef Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski für Unruhe gesorgt. Ob dieses Störfeuer oder die mäßige Bilanz der letzten Wochen mit nur zwei Siegen aus sieben Spielen Ursache für den uninspirierten Auftritt in der ersten Hälfte war? Jedenfalls fehlte dem Bundesligadritten zunächst sichtbar das Selbstvertrauen, um mehr Gegendruck „gegen die momentan wohl beste Mannschaft Europas“, wie Völler im Stadionmagazin schrieb, zu erzeugen.

Nach der Pause jedoch waren es die Platzherren, die plötzlich viel größere Kampfkraft zeigten und auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister spielten. Für mehr Schwung in der Offensive sorgte vor allem Sidney Sam mit einem Volleyschuss (53.) - er war für den wirkungslosen André Schürrle eingewechselt worden. Eine Minute danach klärte Schweinsteiger vor Bayer-Spielmacher Castro.

In der 75. Minute wurden dann die Leverkusener für ihr Engagement belohnt. Nach einer Ecke von Castro verlängerte Boenisch per Kopf auf den mutterseelenallein stehenden Rolfes, der aus drei Metern den Ball mühelos zum 1:1 einschoss. Leverkusen witterte die Chance, wurde kurz vor dem Abpfiff dann aber doch eiskalt erwischt.

Borussia Dortmund - SC Freiburg 5:1 (3:1)

Eine Woche nach dem 1:2 der Borussia beim Erzrivalen FC Schalke setzte Sahin vor 80 645 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park die Glanzlichter. Zum ersten der beiden Treffer von Lewandowski (41. Minute/45.+1) leistete er die Vorarbeit, das 2:1 (44.) und 4:1 erzielte er selbst. Das fünfte Tor der Dortmunder steuerte Leonardo Bittencourt (74.) bei.

Für die Freiburger, die seit nunmehr vier Spielen auf einen Sieg warten, war die Schlappe besonders ärgerlich. Denn nach der verdienten Führung durch Jonathan Schmid (28.) sah es nach einer Überraschung aus. Doch der kollektive Blackout mit drei Gegentreffern kurz vor der Pause brachte die bis dahin starken Breisgauer vollends aus dem Takt.

Aufgrund der Ausfälle von Sven Bender und Sebastian Kehl war Sahin zum zweiten Mal in dieser Saison in die BVB-Startelf gerückt. Doch nicht die Dortmunder, sondern die Freiburger erspielten sich zunächst die besseren Möglichkeiten. Max Kruse (6.) und Johannes Flum (10.) verpassten binnen weniger Minuten die Chance zur frühen Führung. Dagegen fand der BVB schwer ins Spiel: Nur bei einem von Freiburgs Torhüter Oliver Baumann parierten Schuss von Mario Götze (14.) aus 16 Metern war Torgefahr erkennbar.

1. FC Nürnberg - Schalke 04 3:0 (1:0)

Vier Tage nach dem Aus in der Champions League hat Schalke 04 den nächsten Rückschlag einstecken müssen. Der Fußball-Bundesligist aus Gelsenkirchen verlor am Samstag beim 1. FC Nürnberg mit 0:3 (0:1) und ist weiter drauf und dran, die direkte Qualifikation für die Königsklasse zu verspielen. Die Franken blieben im zehnten Heimspiel hintereinander ungeschlagen und verkürzten den Abstand zu den Mannschaften im oberen Tabellenmittelfeld.
Und das trotz eines deutlichen spielerischen Übergewichts der Schalker. Bei winterlichen Temperaturen, aber strahlendem Sonnenschein zeigte sich das Team von Trainer Jens Keller kombinationssicherer und gefährlicher im gegnerischen Strafraum - einzig die Chancenverwertung war mangelhaft. So reichten Nürnberg drei schnelle Gegenangriffe, die Markus Feulner (31. Minute), Alexander Esswein (69.) und Mike Frantz (87.) cool abschlossen - wenngleich der Sieg am Ende um zwei Tore zu hoch ausfiel.

Hamburger SV - FC Augsburg 0:1 (0:1)

Der FC Augsburg hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga mit einem Überraschungssieg weiteren Boden gutgemacht. Die Schwaben gewannen am Samstag 1:0 (1:0) beim Hamburger SV und festigten den Relegationsplatz. Der Abstand auf den rettenden Platz 15 beträgt zumindest bis Sonntag nur noch fünf Punkte. Jan-Ingwer Callsen-Bracker (8. Minute) traf vor 52 529 Zuschauern im Hamburger Stadion für die Bayern. Die Gastgeber kassierten dagegen den nächsten Rückschlag im Bemühen um einen internationalen Startplatz für die nächste Saison. Eingeplant hatten die Hanseaten einen Sieg, der sie im günstigsten Fall auf Platz vier katapultiert hätte.
Zehn Minuten vor Schluss sah der erst elf Minuten zuvor eingewechselte Maximilian Beister die Rote Karte. Der Stürmer hatte den Augsburger Daniel Baier im Luftkampf mit dem Fuß getroffen.
Die Augsburger sorgen in der Rückrunde mit ihrer Aufholjagd weiterhin für Furore. Von neun Spielen haben sie vier gewonnen und 15 Punkte geholt. Der stärker besetzte und wesentlich ambitioniertere HSV brachte es im gleichen Zeitraum nur auf 14 Zähler.

Werder Bremen - Greuther Fürth 2:2 (0:0)

Frank Kramer hat beim Einstand als Coach der SpVgg Greuther Fürth seinen ersten Bundesliga-Punkt geholt. Der neue Trainer der SpVgg Greuther Fürth kam mit seinem Team bei Werder Bremen am Samstag zu einem verdienten 2:2 (0:0). Die Bremer blieben nach zuvor zwei Heimniederlagen wieder sieglos im Weserstadion. Die Tore für Werder schoss vor 40 000 Zuschauern Aaron Hunt mit zwei verwandelten Foulelfmetern (47., 72.). Die Fürther kamen zu Treffern durch Stephan Fürstner (56.) und Thanos Petsos (62.), bleiben aber Letzter der Fußball-Bundesliga.
Kramer sah bei seinem Debüt als Erstliga-Coach der Fürther eine Partie auf schwachem Niveau, die in der zweiten Halbzeit von der Spannung lebte. Vor allem der Gastgeber enttäuschte seine Fans. Bereits zur Pause pfiffen und buhten die ersten Werder-Anhänger.
Kramers Mannschaft, die er im Vergleich zur Niederlage in Hoffenheim auf vier Positionen verändert hatte, zeigte sich agiler und aggressiver als die Bremer. Für den 40-Jährigen war es das dritte Spiel als Bundesliga-Trainer, die beiden Partien als Interims-Coach von Hoffenheim hatte er verloren.

TSG Hoffenheim - FSV Mainz 0:0 (0:0)

Die TSG 1899 Hoffenheim hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen weiteren Rückschlag erlitten. Der Tabellen-17. kam am Samstag nicht über ein glückliches 0:0 gegen den FSV Mainz 05 hinaus und liegt nun vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. Diesen hat der beim Hamburger SV siegreiche FC Augsburg inne. Eine Woche nach dem 3:0-Sieg in Fürth biss sich die TSG an den taktisch disziplinierten Rheinhessen die Zähne aus. Auch im vierten Anlauf gelang Hoffenheim kein Heimsieg gegen die Mainzer.
Der FSV hat von den vergangenen zehn Spielen nur eines verloren (0:3 gegen Bayern), verpasste aber den 50. Sieg seines Trainers Thomas Tuchel in dessen Erstliga-Karriere. Die personell gebeutelten Mainzer - ohne Jan Kirchhoff, Elkin Soto, Niko Bungert, Radoslav Zabavnik, Junior Diaz, Nikita Rukavytsya, Ivan Klasnic und Marco Caligiuri - begannen verhalten und beschränkten sich zunächst auf wenige Vorstöße, waren aber die bessere Elf.
Die 24 500 Zuschauer in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena sangen zum Anpfiff erstmal Boris Vukcevic ein „Happy Birthday“ zum 23. Geburtstag: Der TSG-Profi befindet sich nach seinem verheerenden Autounfall vom September immer noch in einer Rehaklinik in Heidelberg. Bei den Gastgebern musste der Ex-Mainzer Eugen Polanski zunächst auf der Bank Platz nehmen. Vom Schwung des Sieges in Fürth war bei der TSG nicht viel zu sehen, obwohl sich die Mannschaft diese Woche noch beim Paintball auf die nächste Aufgabe eingeschworen hatte. Aber zu diszipliniert stellten sich die Rheinhessen den Gegnern entgegen - und zu einfallslos agierte das Team von Trainer Marco Kurz im Angriff.

dpa