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Fußball aus aller Welt Ohne Braunschweig fehlt den 96-Fans etwas
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Ohne Braunschweig fehlt den 96-Fans etwas
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21:06 23.01.2017
Quelle: Archiv/Montage
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Hannover

1412 Anhänger von Hannover 96 haben sich an der Studie zu "Rivalität und Fan-Aggression" von Johannes Berendt und Sebastian Uhrich beteiligt, die Ende Dezember ins Netz gestellt wurde. "Die Beendigungsquote lag bei knapp 60 Prozent – das ist hervorragend", betont Berendt.

Die beiden Forscher haben schon die Fan-Rivalität zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund sowie zwischen 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth untersucht. Nun waren Eintracht Braunschweig und Hannover 96 an der Reihe. Genug Gründe gab es, die Anhänger beider Teams in die Studie einzubeziehen: So hing vor dem letzten Duell im November eine Puppe mit 96-Fanschal von der Brücke an der Clausewitzstraße nahe der alten 96-Geschäftsstelle. In der Vergangenheit hatte es gar noch unschönere Aktionen gegeben.

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Eine Erkenntnis ihrer Studien: Die Rivalität ist ein großer Bestandteil der eigenen Fan-Identität. Ohne Eintracht Braunschweig würde den 96-Fans also etwas fehlen. Ein anderer Punkt ist allerdings das aggressive Verhalten der Fan-Gruppen. Dabei, so die Erkenntnis der Forscher, bringt es nichts, wenn die Funktionäre Sätze wie „Das Derby ist kein Krieg“ oder „Ein Sieg gibt auch nur drei Punkte“ sagen. Ganz im Gegenteil: Die Bemühungen der Vereine, die Rivalität herunterzuspielen sei kontraproduktiv. "Das macht Fans in der Tendenz aggressiver", sagt Berendt.

Die Forscher propagieren stattdessen das Konzept der dualen Identität, bei dem die Besonderheiten betont und die Wichtigkeit der Rivalität anerkannt wird. So mögen Dortmunder und Schalker zwar verschieden sein, trotzdem stehen beide Lager auch für das Ruhrgebiet. Das gilt ebenso für die Niedersachsen-Teams.

Bei der Befragung der 96-Fans sind die Forscher nun im Detail der Frage nachgegangen, ob es einen Unterschied macht, von wem die duale Identität aufgebaut wird – also von den eigenen Spielern, dem eigenen Management, den eigenen Fans oder gar den Spielern des Gegners. Das Ergebnis: Es kommt darauf an, wie stark sich der Fan von der Quelle des Statements repräsentiert fühlt. Und beim Management sei die Identifikation mit solchen Aussagen nicht ganz so hoch.

Von Stefan Bürgel