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Fußball aus aller Welt Wie eine WM – nur ohne Nationalhymnen
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00:15 19.09.2013
Von Heiko Rehberg
Mit dem Start der Champions League beginnt für viele Fans die schönste Fußball-Jahreszeit. Quelle: dpa
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Hannover

Die Bilder hat fast jeder garantiert noch vor Augen: vom Siegtor des Müncheners Arjen Robben, von mit einem Henkelpott tanzenden Münchenern und traurigen Dortmundern, von magischen Dienstag- und Mittwochabenden in den Halb- und Viertelfinalspielen zuvor.

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Heute, wenn die Fußball-Weltmesse wieder ihre Türen öffnet, ist das alles nur noch schöne Vergangenheit. Mit den ersten Gruppenspielen beginnt die neue Champions-League-Saison, für viele Fans sind diese Monate von September bis Mai mittlerweile trotz Bundesliga die schönste Fußball-Jahreszeit.

Die europäische „Königsklasse“ genießt beim Publikum einen Stellenwert, der nie höher war: „Eine Art WM ohne Nationalhymnen und Flaggen“, hat sie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ genannt, treffender lässt sich das nicht ausdrücken. Zu sehen gibt es die größten und teuersten Stars und die besten Kicker auf dem Globus, also tatsächlich alles wie bei einer Weltmeisterschaft, nur viel länger: Eine WM findet alle vier Jahre statt, Champions League ist jeden Herbst und jedes Frühjahr. Bei einer WM sind die Besten oft müde von einer langen Saison, in der Champions League sind sie meist auf der Höhe ihrer Schaffenskraft, entsprechend hochklassig sind die meisten Spiele.

Die Saison 2013/2014 verspricht, spannend wie lange nicht zu werden: „Ich sehe zehn bis zwölf Klubs, die in der Champions League volles Rohr angreifen werden“, sagt Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Die englischen Vereine, in der vergangenen Saison nur Nebendarsteller, wollen ihre Hauptrollen zurück. Die Spanier sind immer noch beleidigt, dass Borussen und Bayern ihren Klubs FC Barcelona und Real Madrid die Schau gestohlen haben. Und die Italiener, im Vereinsfußball zuletzt abgehängt, würden auch gerne mal wieder eine dominierende Rolle spielen.
Und die Bundesliga? Sie ist nach zwölf Jahren erstmals wieder mit vier Teams vertreten, kann im Vergleich zum Vorjahr aber eigentlich nur verlieren: „Die deutschen Klubs werden sich darauf einstellen müssen, dass es wieder ein Stück schwieriger wird, als es ohnehin schon war“, sagt Rummenigge.

Die Favoriten: Alle Topklubs haben kräftig aufgerüstet, um den FC Bayern vom Thron zu stoßen. Die Münchener sind dennoch ein aussichtsreicher Titelkandidat, genau wie Borussia Dortmund mit der Begeisterungsfähigkeit für große Spiele. Zu den üblichen Titelverdächtigen gehören Real Madrid und der  FC Barcelona, Manchester United, Manchester City, der FC Chelsea und der mit 110 Millionen Euro verstärkte französische Meister Paris St.-Germain. Wie groß der Erfolgsdruck ist, zeigt die Tatsache, dass gleich sieben Spitzenklubs den Trainer gewechselt haben.

Die Stars: Alle aufzuzählen führt zu weit, deshalb die wichtigsten und teuersten Neuen bei den deutschen Konkurrenten: Neymar in Barcelona, Alvaro Negredo und Jesus Navas bei Manchester City, Edison Cavani in Paris, Samuel Eto’o bei Chelsea, Gareth Bale und Isco bei Real.

Das Fernsehen: Das ZDF bleibt der deutsche Champions-League-Sender und hat die Qual der Wahl. Wie im Vorjahr überträgt das „Zweite“ immer mittwochs eine Partie live, am 1. Gruppenspieltag entschieden sich die Mainzer für die morgige Begegnung von Borussia Dortmund beim SSC Neapel. Die anderen drei Begegnungen mit Bundesligabeteiligung werden nicht im frei empfangbaren Fernsehen, sondern live nur beim Bezahlsender Sky zu sehen sein.

Das Geld: Im Millionenspiel bekommen alle 32 Teilnehmer eine Startprämie von 8,6 Millionen Euro. Zusätzlich überweist die Europäische Fußball-Union in der Gruppenphase pro Sieg eine Million und pro Unentschieden 500 000 Euro. Da wird sogar ein 0:0 zur erfreulichen Angelegenheit... Nach der Gruppenphase beginnen die Bonuszahlungen: Für die Teilnahme am Achtelfinale gibt es 3,5 Millionen Euro, 3,9 Millionen Euro für das Viertelfinale, 4,9 Millionen Euro für alle Halbfinalisten, 6,5 Millionen Euro für den Finalverlierer und
10,5 Millionen Euro für den Champions-League-Sieger. Dass viele Spitzenklubs trotzdem hoch verschuldet sind, ist kein Widerspruch: „Die Kosten, vor allem für Gehälter und Ablösesummen, sind regelrecht explodiert“, sagt Rummenigge. Wann die Fußball-Blase platzt, ist eine spannende Frage angesichts des ruinösen Wettbewerbs unter den Klubs – es handelt sich dabei um die dunkle Seite der Champions League.

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