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Fußball aus aller Welt Fußball-Legende Alfredo Di Stéfano ist tot
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18:58 07.07.2014
Alfredo Di Stéfano ist gestorben. Quelle: dpa (Archiv)
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Madrid

 Alfredo Di Stéfano wollte immer nur eines: Fußball spielen und Tore schießen. „Fußball ohne Tore ist wie ein Tag ohne Sonne“ war einer seiner Leitsprüche. Und Di Stéfano kickte nahezu in Vollendung. Der in Argentinien geborene Stürmer und spätere Spanier war der größte Fußball-Star der fünfziger Jahre, begründete als unumstrittener Chef von Real Madrid den bis heute andauernden Mythos des „weißen Balletts“. Nun trauern nicht nur die „Königlichen“ um ihren Helden, sondern die gesamte Fußball-Welt: Di Stéfano starb am Montag – nur drei Tage nach seinem 88. Geburtstag an den Folgen eines Herzinfarkts.

Der Ausnahmekönner wird bei Real als „Klubheiliger“ verehrt. Er sei der erste Mensch gewesen, den der Fußball zum globalen Medienereignis gemacht habe, obwohl es noch keine Satellitenübertragungen gab, schrieb einst die „Süddeutsche Zeitung“. Sein Name war von solcher Bedeutung, dass ihn 1963 in Caracas eine linksextreme Gruppe für drei Tage entführte, um ihre Anliegen weltweit bekanntzumachen.

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„Im Fußball verleiht dir nur die Schnelligkeit eine höhere Dimension“, sagte Di Stéfano. Und er war so schnell, dass ihm der Spitzname „Der blonde Pfeil“ verpasst wurde. Di Stéfano verband die spielerische Leichtigkeit eines Franz Beckenbauer mit der Torgefährlichkeit eines Gerd Müller. „Di Stéfano ist der kompletteste Spieler, den ich je gesehen habe“, würdigte der frühere Bundestrainer Sepp Herberger einst dessen Fähigkeiten.

Mit seiner Eleganz wurde er zum Synonym für Reals „weißes Ballett“, das Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre den europäischen Fußball dominierte und fünfmal in Serie den Europapokal der Landesmeister gewann. Er spielte nominell als Mittelstürmer, aber er zog auch die Fäden im Mittelfeld.

Seine Karriere begann 1943 bei River Plate in Buenos Aires. Über Bogotá in Kolumbien gelangte er nach Spanien. Sein Wechsel wurde zu einem Politikum. Die Erzrivalen Real und FC Barcelona lieferten sich ein erbittertes Tauziehen um den Ausnahmefußballer. „Barça“ war zunächst schneller. Di Stéfano trainierte bereits mit den Katalanen, da machte doch noch Real das Rennen. Die „Barça“-Fans meinen heute noch, dass die Franco-Diktatur damals ihre Finger im Spiel hatte.

„Weltfußballer des Jahrhunderts“

1957 und 1959 wurde Di Stéfano als Europas „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet und belegte bei der FIFA-Wahl zum „Weltfußballer des Jahrhunderts“ hinter Pelé, Johan Cruyff und Franz Beckenbauer den 4. Platz,. Doch als einziger Großer des Weltfußballs nahm Di Stéfano, der Länderspiele für Argentinien, Kolumbien und Spanien bestritt, nie an einer Weltmeisterschaft teil.

Don Alfredo gewann insgesamt 14 nationale Meisterschaften und wurde zehnmal in verschiedenen Ligen und Wettbewerben Torschützenkönig. Er schoss in mehr als 600 Spielen für Real über 400 Tore. Als Trainer wurde mit Boca Juniors und River Plate argentinischer Meister, holte mit dem FC Valencia 1971 den Titel in Spanien und gewann 1980 den Europacup der Pokalsieger. Als Mensch war er schwierig. Die Madrilenen erlebten ihn im Alter als wortkarg und mürrisch.  „Der Fußball hat mir alles gegeben. Ich habe ihn immer als Mannschaftsspiel verstanden und deutlich gemacht, dass ich nicht vergöttert werden will“, sagte er.

dpa

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