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Fußball aus aller Welt Slomka und der Wettlauf gegen die Zeit
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08:14 23.07.2014
„Das Gefühl, im Sprinttempo Erfolg haben zu müssen“: HSV-Trainer Mirko Slomka. Quelle: Axel Heimken
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Hamburg

Inzwischen schlagen beim Bundesligisten sogar schon die Spieler Alarm. „Ich hoffe, dass noch neue Leute kommen. Wir brauchen neue Spieler“, sagte Verteidiger Johan Djourou beim Start in die heiße Vorbereitungsphase gegenüber Hamburger Medien. Sein eindeutiger Appell in Richtung Vereinsführung: „Wir brauchen mehr Konkurrenz.“ Mit seiner Meinung steht der Schweizer Nationalspieler nicht alleine da. Der neue Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer fahndet unter Hochdruck nach neuem Personal, grast den Transfermarkt, der Ende August schließt, nach geeigneten Verstärkungen ab.

„In der Abwehr und im Mittelfeld sind Transfers zu erwarten. Es soll so schnell wie möglich was passieren“, sagte Beiersdorfer unlängst. Und auch Trainer Mirko Slomka weiß nach dem Fast-Abstieg im vergangenen Jahr um die heikle Situation: „Wir sind uns einig, dass wir in der Defensive, im zentralen Bereich und auch vorne etwas machen müssen.“ Es gebe entsprechende Kandidaten für jede Position.

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Doch es fehlt ganz offensichtlich am nötigen Kleingeld - und so werden die dringend benötigten Verstärkungen mehr und mehr zur Hängepartie. Abhilfe könnte da ausgerechnet Topverdiener van der Vaart leisten. Die Queens Park Rangers sollen nach ihrem Wiederaufstieg in die Premier League an dem niederländischen Spielmacher dran sein. „Ich habe das auch gelesen, vom Verein habe ich aber nichts gehört“, sagte van der Vaart. Klar ist aber auch, dass die Hamburger ihren Mittelfeldspieler, dessen geschätzter Marktwert sich im vergangenen halben Jahr von zehn auf fünf Millionen Euro halbierte, gerne von der Gehaltsliste streichen würden.

Nach dem Abgang von Juwel Hakan Calhanoglu herrscht in der Kreativzentrale ohnehin Handlungsbedarf. Eine nicht unerhebliche Vakanz gibt es auch weiterhin auf der Kommandobrücke der Hanseaten. Nach dem Rauswurf von Oliver Kreuzer ist noch immer kein Nachfolger für die Position des Direktors Profi-Fußball gefunden. Seit Wochen laufen die Gespräche Beiersdorfers mit Peter Knäbel, doch der Wunschkandidat, zurzeit als Technischer Direktor beim Schweizer Fußball-Verband beschäftigt, ziert sich noch immer mit einer Zusage. Dabei wäre einer wie Knäbel in der aktuellen Situation doppelt wichtig. Der neue Sportdirektor soll sich um die Profis und das Scouting kümmern - die zurzeit größten Baustellen der Hamburger.

Und die könnten noch um eine eminente erweitert werden: Trainer Slomka ist öffentlich infrage gestellt worden, Investor Klaus-Michael Kühne forderte offen seine Ablösung. Der frühere Hannoveraner steht also schon auf dem Prüfstand, bevor der Ball in der Bundesliga rollt. Slomka hat dazu seinen Vertrauten Kreuzer verloren. Und was es heißt, angeschlagen in eine neue Saison zu gehen, hat Slomka im vergangenen Jahr bei 96 erlebt, als es trotz seiner vorherigen Verdienste ganz früh Diskussionen um ihn gab. Und auch sein Vorgänger beim HSV, Thorsten Fink, hatte sich vergeblich versucht, obwohl es bereits große Zweifel an ihm gab. Nach dem 5. Spieltag war Schluss für Fink. Auch Slomka hat trotz des verhinderten Abstiegs keine Pluspunkte sammeln können, denn der HSV hat die Klasse vielmehr wegen der unglaublich schwachen Konkurrenz gehalten.

Der 46-Jährige scheint den Ernst seiner Lage erkannt zu haben. „Ich habe das Gefühl, im Sprinttempo Erfolg haben zu müssen“, sagte er unlängst - und: „Okay, ich nehme das an.“