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Fußball aus aller Welt Heynckes nimmt Klopp-Entschuldigung an
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19:05 03.03.2013
Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat die Entschuldigung von Jürgen Klopp im Plagiats-Streit um das Spielsystem der beiden Bundesligisten angenommen. Quelle: dpa
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Dortmund/Sinsheim

Auch für Jupp Heynckes ist der Streit mit seinem Dortmunder Kollegen Jürgen Klopp beigelegt. „Das ist selbstverständlich, dass ich die Entschuldigung annehme. Ich habe das alles schon ad acta gelegt“, sagte der Trainer des FC Bayern München nach dem 1:0-Sieg des Bundesliga-Spitzenreiters am Sonntag bei 1899 Hoffenheim. Eine ironische Anmerkung in Richtung Journalisten konnte sich Heynckes aber nicht verkneifen: „Das ist doch schön für Sie gewesen. Das haben Sie zwei Tage rauf und runter schreiben können.“

Klopp hatte gleich die erste Chance zur versöhnlichen Tönen genutzt. Schon vor dem Spiel gegen Hannover 96 entschuldigte sich der Trainer von Borussia Dortmund via Medien bei seinem Münchner Kollegen Heynckes für seinen Vergleich der Geschäftspolitik des FC Bayern mit Plagiaten der chinesischen Industrie. „Das Letzte, was ich will oder wollte und jemals getan habe, war, irgendeinem Kollegen den Erfolg zu neiden“, sagte Klopp am Samstag im Radiosender WDR. „Jupp, falls du ARD hörst: Sorry.“

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Der BVB-Coach hatte nach der 0:1-Pokalniederlage seiner Borussen in München am Mittwoch erklärt, dass „es die Bayern wie die Chinesen in der Industrie machen: Schauen, was die anderen machen, um es abzukupfern und dann mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einzuschlagen“. Klopp beteuerte nunmehr, dass seine Aussage nur ein Nebensatz mit wenig Nachdruck gewesen sei. „Ich bin ein bisschen ins Plaudern gekommen und dann werden Dinge manchmal ein bisschen überspitzt formuliert.“

Ähnlich deutlich äußerte sich der Fußball-Lehrer in weiteren Interviews: „Ich bin ja schon froh, dass sich nicht auch noch die Chinesen gemeldet haben“, sagte er bei „Liga Total“. „Man kann mir vieles nachsagen - und möglicherweise auch, dass ich dummes Zeug rede. Aber dass ich verdiente Siege nicht anerkennen kann, das ist mir noch nie passiert! Das habe ich direkt nach dem Spiel auch getan.“

Neben Klopp war auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc um Deeskalation bemüht. „Unser Trainer wollte auf keinen Fall Jupp Heynckes diskreditieren oder die Leistung schmälern. Ich weiß, wie sehr er ihn schätzt. Wir sollten uns jetzt wieder auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren und die Nebenkriegsschauplätze beiseitelassen.“

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gab im Interview mit der „Bild am Sonntag“ zu, über die Klopp-Aussagen geschmunzelt zu haben. „Ich habe ein schönes, chinesisches Sprichwort gelesen: Ist eine Sache geschehen, dann rede nicht darüber. Weil es schwer ist, verschüttetes Wasser wieder einzusammeln“, sagte Rummenigge. Der FC Bayern sei glücklicherweise eine Erfolgsgeschichte seit den 70er Jahren. „Die Generation Beckenbauer, Müller, Maier hat die Straße gebaut, auf der wir heute noch fahren dürfen.“

Die Äußerungen Klopps schrieb er dem Frust der Dortmunder über das Pokal-Aus zu. „Wir waren voriges Jahr nach der Pokal-Finalpleite in Berlin auch sauer. Da saßen wir wie die Deppen beim Bankett. Aber das muss man respektieren: Mal gewinnst du, mal verlierst du. Die brauchen sich jetzt nicht schämen. In München 0:1 zu verlieren, ist doch keine Schande“, so Rummenigge.

Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer war das alles viel zu viel Lärm um (fast) nichts. „Ich glaube, dass der Gesamtverein gar nicht hätte reagieren müssen in der jetziger Phase“, sagte er am Sonntag in Sinsheim und forderte gar: „Wir müssen uns als Verein disziplinieren.“ Man dürfe über nichts anderes reden, als über diese Mannschaft.“ Was einer „schräg nördlich von uns tut, darf keine Rolle spielen“, meinte Sammer.

dpa

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