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Fußball aus aller Welt Almeida: „Ich bin bei 50 bis 60 Prozent“
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Almeida: „Ich bin bei 50 bis 60 Prozent“
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19:38 18.01.2016
Von Jörg Grußendorf
"Ich bin hier, um Tore zu schießen": Hugo Almeida auf der Pressekonferenz von Hannover 96. Quelle: Joachim Sielski
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Hannover

Er kann es noch. Die ersten drei Zuspiele verwandelte Hugo Almeida eiskalt, alle mit seinem starken linken Fuß, alle drei Bälle landeten platziert im Tor. Der erste Eindruck des neuen Portugiesen gestern Morgen bei seiner ersten Trainingseinheit mit den „Roten“ war beeindruckend. Allerdings zeigte er dieses Geschick bei einer Spielform, in der die Gegenspieler sich eher passiv verhielten. Und der nächste Eindruck relativierte bereits einiges: Beim anschließenden Trainingsspiel, in dem 96-Coach Thomas Schaaf mehr Aggressivität forderte, da tauchte Almeida komplett ab und blieb ohne jegliche Szene.

Nun, der Neuzugang von Hannover 96 weiß selbst, dass er noch einiges zulegen muss, um in eine entsprechende Bundesligaform zu kommen. „Ich bin erst bei 50 bis 60 Prozent“, antwortete er ehrlich auf die Frage nach seinem momentanen Fitnessstand. Der 31-Jährige machte die lange Winterpause in RusslandAlmeida spielte dort zuletzt bei Anschi Machatschkala – dafür verantwortlich. „Ich habe zwar im Urlaub einiges gemacht, aber ich brauche schon noch etwas. In einigen Tagen bin ich fit“. sagte der Portugiese.

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Letzteres sagte er mit großer Überzeugung. Ohnehin machte der Stürmer einen selbstsicheren Eindruck bei seiner offiziellen Vorstellung, bei der er anders als am Sonnabend bei seiner Vertragsunterzeichnung keinen auffälligen Mickymaus-Pullover trug, sondern ein elegantes, rotes Hemd mit schwarzem Kragen. Almeida beantwortete alle Fragen im flüssigen Englisch. Sein Deutsch, verriet er, sei nicht besonders gut, auch nach den vier Jahren bei Werder Bremen (2006 bis 2010) nicht. „Ich kenne zwar einige Wörter, aber ich kann Deutsch besser verstehen als sprechen“, sagte er.

Seit seiner Zeit bei Werder hat er auch einen guten Draht zu 96-Coach Schaaf, der auch damals sein Trainer war. „Thomas Schaaf ist ein großartiger Trainer“, sagte Almeida. Der Portugiese bezeichnete das Verhältnis zu Schaaf als „normal“. Aber wenn man hört, mit welcher Anerkennung er von seinem „Chef“ spricht, wird schnell klar, dass die beiden wohl doch einen besonderen Draht zueinander haben. Und der 54-jährige Fußballlehrer war es jetzt auch, der telefonisch den Kontakt zu Almeida aufgenommen und ihn dann fast im Alleingang nach Hannover gelockt hat.

Lautstarke Pfiffe

Taktikschulung: Pfiffe in einem Trainingsspiel sind normal. Bei Foulspielen, Bällen im Aus oder Abseits entscheidet der Coach per Trillerpfeife. Gestern gab es aber erheblich mehr Pfiffe als üblich – und die genannten Gründe waren in den seltensten Fällen der Anlass. 96-Trainer Thomas Schaaf nutzt die Einheiten zur Taktikschulung und unterbrach die Übungsformen sofort, wenn ihm etwas auffiel. Und ihm fiel eine Menge auf.
Der Trainer erklärte lautstark, was er von seinen Spielern erwartet; alles in Deutsch – und sehr nachhaltig mit vielen Gesten. So dürfte ihn auch jeder verstanden haben. Er erklärte die kleinsten Laufwege akribisch. Der 54-Jährige forderte seine Profis immer wieder zu mehr Aggressivität und schnellerem Zugriff auf. Und mehr Aktivität. Die Spieler setzten das Ganze schon gut um, für das Angriffsspiel zahlte es sich jedoch noch nicht aus. Es war deutlich, dass Schaaf auf zwei Spitzen setzt, auch wenn er sagte: „Es wird immer wahrscheinlicher, aber es ist noch nicht endgültig.“ Die Stürmer der sogenannten A-Elf, sowohl Adam Szalai als auch Hugo Almeida, wurden aber kaum einmal in Szene gesetzt.
Eine wichtige Rolle scheint im System von Schaaf Andre Hoffmann zuzukommen. Der 22-Jährige, der nach einem Kreuzbandriss bei Schaaf-Vorgänger Michael Frontzeck keine Chance mehr bekommen hatte, scheint im Mittelfeld gesetzt zu sein. Schon beim Testspiel gegen die Regionalligaelf hatte der 96-Coach diese Variante ausprobiert. Hoffmann bildet das Mittelfeld gemeinsam mit Salif Sané, Edgar Prib und Manuel Schmiedebach. gru

Über die Qualitäten des langen Stürmers will Martin Bader nicht viele Worte verlieren. „Man muss Hugo nicht erklären, wie es ist, Tore zu schießen“, sagte der 96-Geschäftsführer. Tore schießen sei sehr wichtig für ihn, sagte Almeida. „Das ist schließlich mein Job.“

Und auch wenn der schussstarke Angreifer, der sich durch gute Leistungen bei 96 für die portugiesische Nationalmannschaft und damit die EM in Frankreich empfehlen möchte, noch arg an seiner Fitness arbeiten muss: Schon am Sonnabend im wichtigen Spiel gegen Aufsteiger Darmstadt 98 dürfte er in der 96-Anfangself stehen. Danach sah es zumindest beim gestrigen Training aus – Almeida bildete gemeinsam mit Adam Szalai, dem anderen Neuzugang im Angriff der „Roten“, das Sturmpärchen. Schaaf ließ das noch offen, sagte aber auch: „Natürlich fehlt ihm noch etwas, aber er zeigt die Präsenz, die unserem Spiel guttut.“

Ob er ein System mit einem Stürmer oder mit zwei Stürmern bevorzugen würde, wurde Almeida daraufhin gefragt. „Ich bevorzuge das System, in dem ich spiele“, sagte Almeida. Wenn er auch auf dem Platz derartig schlagfertige Antworten gibt, dann wird sich diese Verpflichtung schneller auszahlen, als mancher es für möglich hält.

 

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