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Fußball aus aller Welt Hummels-Verletzung trübt Dortmunds Vorfreude auf Europa-Finale
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Hummels-Verletzung trübt Dortmunds Vorfreude auf Europa-Finale
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18:07 19.05.2013
Eine Miene, die nichts Gutes verheißt: BVB-Spieler Mats Hummels humpelt beim Spiel gegen Hoffenheim vom Platz.
Eine Miene, die nichts Gutes verheißt: BVB-Spieler Mats Hummels humpelt beim Spiel gegen Hoffenheim vom Platz. Quelle: dpa
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Dortmund

Die Miene von Mats Hummels verhieß wenig Gutes. Mit angeschwollenem Knöchel und schlechter Laune humpelte der Dortmunder Abwehrchef wortlos aus dem Stadion. Das Pech des eigentlich unverzichtbaren Leistungsträgers nur eine Woche vor dem Champions-League-Finale gegen den FC Bayern schlug auch dem Trainer mächtig aufs Gemüt - mehr noch als das 1:2 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim. "Unser größtes Problem heute ist die Verletzung von Mats Hummels", gestand Jürgen Klopp, "bis zum Champions-League-Finale sind es nur sieben Tage – das wird richtig eng."

Der noch vor dem Spiel geäußerte Trainerwunsch, dass alle Spieler den sportlich eigentlich bedeutungslosen Bundesliga-Kehraus unbeschadet überstehen mögen, blieb unerfüllt. Erst das erfreuliche Ergebnis einer MRT-Untersuchung bei Hummels einen Tag später besserte die Laune von Klopp etwas auf. Demnach hat sich Hummels nicht den befürchteten Riss, sondern nur eine Dehnung des Außenbandes im rechten Sprunggelenk zugezogen.

"Es ist nichts gerissen und nicht so schlimm wie anfangs befürchtet. Ich bin guter Dinge, dass es für das Finale reicht", wurde der Profi am Sonntag bei "Sport Bild online" zitiert. BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun bezeichnete die Einsatzchancen von Hummels für das Finale in einer ersten Twitter-Nachricht des Vereins als "absolut realistisch".

Die Aufregung des Fußball-Lehrers über die beiden späten Elftmetertreffer von Sejad Salihovic (77./82. Minute) und den wegen einer Abseitsstellung von Robert Lewandowski verweigerten Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit hatte sich schnell gelegt. Schon auf der Heimfahrt begann für ihn die Vorbereitung auf das größte Spektakel seiner bisherigen Trainerkarriere. "Wir werden unsere Schäfchen zählen, in den nächsten Tagen trainieren und am Samstag in London unser Champions-League-Gesicht zeigen."

Das wird auch nötig sein, um gegen die zuletzt beängstigend souveränen Bayern bestehen zu können. Denn sowohl beim durchwachsenen 3:3 in Wolfsburg am zweitletzten Spieltag als auch beim enttäuschenden 1:2 gegen Hoffenheim blieben viele Wünsche offen. Beide Auftritte taugten nicht als Mutmacher für den ultimativen Saisonhöhepunkt. Der in der hektischen Schlussphase für den vom Platz gestellten Roman Weidenfeller ins BVB-Tor beorderte Kevin Großkreutz versprach bei "Liga total" jedoch Besserung: "Im Champions-League-Finale werden wir einen anderen BVB sehen."

Die bereits vierte Heimschlappe konnte die Vorfreude der Fans auf Wembley jedoch nicht trüben. "Zieht den Bayern die Lederhosen aus", schallte es durch das größte Bundesliga-Stadion, als die von Kapitän Sebastian Kehl angeführte Mannschaft sich nach dem Schlusspfiff für die Unterstützung während der Saison bedankte. Das Schlusswort von Kehl ging gar im Jubel des Dortmunder Anhangs unter: "Wir hoffen, dass wir am Sonntag mit dem Cup nach Hause kommen."

Auch Torschütze Robert Lewandowski (6.) schaltete binnen Minuten in den Champions-League-Modus. Die Aussicht auf das Spektakel tröstete den polnischen Nationalspieler darüber hinweg, dass der Leverkusener Stefan Kießling mit seinem Last-Minute-Treffer beim Hamburger SV im Kampf um die Torjäger-Kanone am Ende denkbar knapp vor ihm lag. "Kein Problem. Vielleicht versuche ich es in der kommenden Saison noch einmal", kommentierte Lewandowski. Bei welchem Club ließ er jedoch offen.

dpa