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Fußball aus aller Welt Jiri Stajner will noch einmal zur Europameisterschaft
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Jiri Stajner will noch einmal zur Europameisterschaft
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08:02 16.11.2011
Von Volker Wiedersheim
Damals noch im 96-Trikot: Jiri Stajner. Nun dreht der 36-Jährige in der tschechischen Liga auf. Quelle: dpa (Archivbild)
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Hannover

Kann ein Spieler mit 36 Jahren auf dem Buckel noch zu einem großen Turnier? Klar, man denke etwa an den italienischen Torhüter Dino Zoff, der ist 1982 als 40-Jähriger noch Weltmeister geworden. Das ist selten und außergewöhnlich. Aber es schreckt einen Spieler nicht ab, der selbst selten außergewöhnlich ist wie: Jiri Stajner.

Der Tscheche, einst ein Original bei Hannover 96, ist jetzt 35, wird kurz vor der EM 36 – und will dabei sein. „Ich gehöre auf jeden Fall zum erweiterten Kader“, sagte Stajner jetzt in einem Interview mit dem Magazin „11 Freunde“.
96-Fans geht immer noch das Herz auf, wenn sie solche Nachrichten von Stajner lesen. Und die Aussicht, den Fußball-Zufallsgenerator bei der EM noch einmal spielen zu sehen, macht noch extra Lust auf das Turnier.

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Im Play-off gegen Montenegro war Stajner indes nicht im Auswahlteam. „Leider“ habe Trainer Michael Bilek ihn nicht berufen, merkte Stajner an. Er hätte zwar wegen einer Muskelverhärtung eh nicht spielen können, aber er sei topfit, konditionell sensationell drauf und überhaupt! Hatte man nicht gedacht, Stajner wolle nach dem Abschied von 96 im Sommer 2010 in der Heimat gemütlich die Karriere ausklingen lassen? Nichts da! Er steht mit seinem Heimatklub Slovan Liberec hinter Sparta Prag auf dem 2. Rang der Liga. Sechs Saisontore, sechs Vorlagen, Vierter der Torjägerliste, als „10er“ ein Stammspieler und im Lande populär genug, dass er sogar Karikaturisten inspiriert (siehe Zeitungsausriss): ein Fingerzeig für Bilek, das Mobiltelefon in der Hand, bereit den Anruf des Trainers entgegenzunehmen.

„Mal sehen wie Bilek entscheidet …“, meint Stajner, der unterdessen noch immer die Geschicke der „Roten“ verfolgt; bei Gelegenheit auch im Fernsehen. Ob er da einen würdigen Stajner-Nachfolger entdecken könne, wollten die „11 Freunde“ wissen. „Ich finde Jan Schlaudraff großartig“, entgegnete er da prompt und schob verschmitzt nach: „… wie viele gute Ideen der Junge hat. Bei so vielen Einfällen geht aber natürlich auch mal etwas daneben. So wie beim jungen Stajner.“