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Fußball aus aller Welt Junge Talente überzeugen beim Arminia-Turnier in Hannover
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Junge Talente überzeugen beim Arminia-Turnier in Hannover
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22:06 13.06.2011
Foto: Naser De Palo (links) vom AC Mailand überwindet Arminen-Torwart Fredric Grote, Anouar Fofana (vorne) kann nicht mehr eingreifen.
Naser De Palo (links) vom AC Mailand überwindet Arminen-Torwart Fredric Grote, Anouar Fofana (vorne) kann nicht mehr eingreifen. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Im Schatten der Klubgaststätte reden Trainer auf ihre Mannschaften ein, in den Vereinsfarben gekleidete Eltern haben die Kamera im Anschlag, um den eigenen Sprössling für die Ewigkeit digital einzufangen. Manche sind aus Spanien, Italien oder der Ukraine gekommen. Die kleinen Protagonisten laufen auch in den Spielpausen mit konzentrierter Miene durchs Rudolf-Kalweit-Stadion.

48 Mannschaften aus ganz Europa nehmen an dem zweitägigen „U 10“-Jugendturnier teil, und für viele der kleinen Kicker sind diese Spiele wahrscheinlich das, was für Hannover 96 das anstehende Abenteuer in der Europa League oder für Eintracht Braunschweig die kommende DFB-Pokalpartie gegen den FC Bayern ist: eine ganz große Nummer. Einmal gegen den AC Mailand mit Daniel Maldini, den Sohn der AC-Legende Paolo Maldini, den FC Sevilla oder Dynamo Kiew spielen – für die Talente vom TSV Pattensen oder von der SG Wiedenbrück ist das eine einmalige Gelegenheit.

Es sind dann auch tatsächlich die „großen“ Vereine, die für Spielkultur und Spannung sorgen. Inter Mailand liefert sich am Sonntagnachmittag mit dem FSV Mainz 05 eines der besten Spiele des Turniers. Die Mailänder zeigen, über welche technische Klasse und hohe Spielintelligenz sie schon verfügen. Außerdem haben sie Edoardo Confalonieri. Der Angreifer mit der Rückennummer 9 ist viel größer als all seine Mitspieler, hängt mit seiner Schnelligkeit jeden Gegenspieler ab und weiß genau, wo das Tor steht. Deshalb spielen die Kameraden auch gerne lang auf den Stürmer, wenn es mit dem schönen Kurzpassspiel, das die kleinen Italiener verblüffend gut zelebrieren, mal nicht klappt. Den 1800 Zuschauern wird schnell klar, warum Inter seit Jahren auch im Jugendbereich so erfolgreich ist.

Schnell steht es 2:0, die temperamentvollen italienischen Väter auf der Tribüne jubeln lautstark, der Mainzer Torwart tritt mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung in den Rasen. Doch der Ärger ist schnell vergessen, denn der FSV dreht plötzlich auf. Anschlusstreffer, dann der Ausgleich, jetzt jubeln die Mainzer. Am Ende verlieren die 05er das Spiel, weil Inter den großen Jungen mit der Nummer 9 hat, der den Ball kurz vor Schluss mit bezaubernder Schusstechnik unter die Latte zirkelt. Für den Turniersieg hat es dennoch nicht gereicht; Inter wird Dritter, der Stadtrivale AC Vierter. Der Veranstalter landet auf Rang 24. Ärgerlich, weil Arminia um nur ein Tor den Einzug in die Endrunde der besten Teams verpasst hat.

Den Turniersieg machen Hertha BSC Berlin und der FC Sevilla unter sich aus. Die jungen Berliner verlieren unglücklich mit 1:2, doch auch bei den Zehnjährigen aus der Bundeshauptstadt zeigt sich, über wie viel Spielverständnis, technische Finessen und Übersicht etliche deutsche Nachwuchsmannschaften schon verfügen. Ob Sieger oder Verlierer, den Traum, eines Tages Fußballprofi zu sein, haben alle gemeinsam. Und wie das geht, können sie von Jan Rosenthal erfahren. Der frühere 96-Spieler taucht plötzlich auf der Tribüne auf und schaut seinen möglichen Nachfolgern gespannt zu.

Mareile Ihde