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Fußball aus aller Welt Leichtfertige Bayern gewinnen Derby in Augsburg
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19:39 06.11.2011
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Augsburg

Auch ohne Taktgeber Bastian Schweinsteiger hat sich der FC Bayern eine optimale Ausgangsposition für die Kraftprobe mit Meister Borussia Dortmund nach der Länderspielpause verschafft. Mit unerwartet viel Mühe gewann der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Sonntag das Derby beim Schlusslicht FC Augsburg mit 2:1 (2:0). Der Rekordchampion geht dadurch mit fünf Punkten Vorsprung in den Liga-Hit gegen die zweitplatzierte Borussia am 19. November in München. Allerdings hatten die Bayern den Sieg einzig Nationalkeeper Manuel Neuer zu verdanken, der die leichtfertigen Gäste kurz vor Schluss mit einem Riesen-Reflex gegen den eingewechselten Edmond Kapllani vor dem Ausgleich bewahrte.

Angreifer Mario Gomez (15. Minute) mit seinem 13. Saisontor und der sehr spielfreudige Franck Ribéry (28.) trafen für die Bayern vor 30 660 Zuschauer in der ausverkauften Augsburger Arena in einem anfangs ungleichen Duell - der FCA bleibt zu Hause sieglos. Immerhin zeigte der personell gebeutelte Aufsteiger Moral und bestrafte mit dem Anschlusstreffer durch Hajime Hosogai (59.) die Nachlässigkeiten der im zweiten Durchgang etwas überheblichen Bayern. In der Nachspielzeit sah der Münchner Anatoli Timoschtschuk nach einem groben Foulspiel gegen Daniel Baier die Rote Karte.

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Vier Tage nach dem Champions-League-Sieg über Neapel verzichtete Jupp Heynckes auf einen größeren Umbau seiner Elf. Für den verletzten Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) spielte Youngster David Alaba, der den Chefantreiber zwar nicht Eins zu Eins ersetzen konnte, sich aber ordentlich ins eingespielte Bayern-Ensemble einfügte. Neben dem Österreicher agierte in der defensiven Mittelfeldzentrale Routinier Timoschtschuk, dessen Patzer FCA-Angreifer Sascha Mölders (9.) die erste Chance der Partie ermöglichte.

Die Hausherren, denen Coach Jos Luhukay zunächst ein defensives 4-1-4-1-System verordnet hatte, hielten in der ersten Halbzeit nur in der Anfangsviertelstunde dagegen. Dann sorgte Gomez mit seinem 20. Tor im 18. Pflichtspiel der Saison für Ernüchterung bei den Augsburger Fans. Nach einer Ribéry-Ecke konnte FCA-Ersatzkeeper Mohamed Amsif gegen Daniel van Buyten zunächst noch klären, ehe Gomez per Kopf zur Stelle war. „Gomez ist in außergewöhnlicher Form“, lobte Sportdirektor Christian Nerlinger am Sky-Mikrofon.

13 Minuten später schien die Partie praktisch entschieden. Nach einem langen Ball von Keeper Manuel Neuer und einer Ball-Staffette über Gomez und Thomas Müller narrte Ribéry die Augsburger Abwehr und markierte mit links seinen sechsten Saisontreffer. In der Folge ließen die Münchner den Ball nach Belieben laufen, Nerlinger freute sich in der Pause über „eine souveräne und konzentrierte Leistung“.

Luhukays Plan, Daniel Brinkmann und Lorenzo Davids den Spielaufbau der Bayern früh stören zu lassen, ging lange nicht auf. Das Fehlen von Leistungsträgern wie Torhüter Simon Jentzsch, Kapitän Uwe Möhrle und Dauerläufer Axel Bellinghausen war den Augsburgern zunächst anzumerken.

Nach Wiederanpfiff schalteten die Bayern dann aber den Schongang ein. Und dieses lasche Auftreten ließ die Hausherren couragierter werden. Erst recht nach dem überraschenden Anschlusstor durch den Japaner Hosogai, der nach einem Eckball die Konfusion im Strafraum mit einem strammen Rechtsschuss ausnutzte. Den Bayern fiel es danach schwer, wieder in den Wettbewerbsmodus umzuschalten. Und Neuer durfte sich in der Bundesliga danach erstmals als Münchner Matchwinner feiern lassen. Gegen Kapllani zeigte er in der 83. Minute einen Weltklasse-Reflex - den Bayern blieb eine Blamage erspart. In der Nachspielzeit sorgte noch ein Flitzer für Aufregung.

dpa