Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Fußball aus aller Welt Robben streitet mit Ribery
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Robben streitet mit Ribery
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:09 20.04.2012
Arjen Robben und Franck Ribéry haben sich in der Bayern-Kabine heftig gestritten. Quelle: dpa
Anzeige
München

Bremen? Wen interessiert Bremen? Beim FC Bayern München ist schon alles auf das Auswärtsspiel des Jahres bei Real Madrid ausgerichtet – die Bundesligapartie am Samstag an der Weser ist nur ein Randthema. Zumal ein offenbar handfester Kabinenstreit zwischen Franck Ribéry und Arjen Robben beim Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real für Aufregung sorgt und die interne Geschlossenheit zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt auf die Probe stellt.

Die Bayern ließen Berichte über den Vorfall, den die „Sport Bild“ auf ihrer Onlineseite publik gemacht hatte, am Freitag undementiert im Raume stehen. Ribéry soll demnach am vergangenen Dienstag in der Halbzeitpause auf Robben losgegangen sein. Mitspieler schlichteten. Auslöser für die Attacke war der Freistoß von Toni Kroos, den auch Ribéry ausführen wollte. Robben hatte interveniert. „Auf dem Spielfeld passieren solche Dinge immer wieder“, betonte Trainer Jupp Heynckes auch aus eigener Kicker-Erfahrung. Er bestätigte, dass bei einem zentralen Freistoß Kroos und Ribéry als Schützen vorgesehen waren.

Anzeige

Zu den Vorgängen in der Kabine und möglichen Maßnahmen von Vereinsseite – nach „Bild“-Informationen erhält Ribéry eine Geldstrafe i verweigerte Heynckes eine konkrete, klärende Stellungnahme: „Grundsätzlich möchte ich dazu sagen, dass es immer Tabuzonen gibt in einer Fußballmannschaft. Bei der immensen Medienpräsenz ist das auch vonnöten. Ich bin der Meinung, dass Internas auch Internas bleiben sollen. So verfahre ich. Alles andere sind Spekulationen, deswegen will ich dazu nicht Stellung nehmen.“

Nerven der Spieler gespannt

Intern wird Heynckes Klartext sprechen (müssen), um seine Autorität zu wahren und den Teamgeist zu erhalten, der gerade am kommenden Mittwoch in Madrid vorhanden sein muss, wenn die Münchner gegen Real ihren Traum vom Heimfinale verwirklichen wollen. Das Nervenkostüm der Spieler scheint zum Zerreißen gespannt: „Eine größere Anspannung ist sicherlich nachvollziehbar“, gab Heynckes zu.

Es geht, gerade nach dem verlorenen Meister-Duell mit Borussia Dortmund, um sehr viel für den Verein und auch jeden Spieler. Es brodelt. „Das Spiel gegen Real hat gezeigt, dass die Mannschaft fokussiert ist auf den Wettbewerb Champions League. Der und das Pokalendspiel gegen Dortmund sind unsere große Chance, noch in dieser Saison erfolgreich zu sein, wenn man erfolgreich damit definiert, dass man Titel holen kann. Da ist es doch klar, dass man eine höhere Konzentration fährt, dass Emotionen eine Rolle spielen“, sagte Heynckes. Der feine Mensch Heynckes kann und wird es jedoch nicht dulden, dass dabei Grenzen des Miteinanders überschritten werden.

Beschäftigen wird Vorstand, Trainer und die Mannschaft aber auch, wer Vorkommnisse in der Kabine nach außen trägt. Einer oder mehrere Maulwürfe bedeuten eine Gefahr, wie Heynckes indirekt selbst andeutete: „Es gibt auch für die Spieler noch ein Refugium, wo man sich zurückziehen kann und die Medien nicht dabei sind.“

„Robbéry“ nur auf der Bank

Beim Ligaspiel am Samstag in Bremen werden Ribéry und Robben wohl gemeinsam auf der Ersatzbank sitzen. Allerdings nur, weil Heynckes mit Blick auf den Gigantengipfel in Madrid zahlreichen Stammkräften „eine Ruhepause“ gönnen wird, wie er bestätigte. „Es ist kein Geheimnis, dass ich auf einigen Positionen wechseln werde.“

Reservisten wie Nils Petersen, Takashi Usami, Diego Contento und Danijel Pranjic will Heynckes als „Prämie“ für „totales Engagement“ im Training mit Einsätzen belohnen: „Sie haben sich das verdient.“ Trotzdem werde man „das Spiel sehr ernst nehmen“, sagte Heynckes. Ins Tor stellt er darum auch Manuel Neuer, in der Innenverteidigung soll Luiz Gustavo den gesperrte Holger Badstuber ersetzen. Auch Bastian Schweinsteiger wird von Beginn an anlaufen, um weitere Spielpraxis für die entscheidende Kraftprobe mit Real zu sammeln: „Aufgrund seiner strategischen Fähigkeiten ist Bastian für uns ganz wichtig.“

Dass Werder-Stürmer Claudio Pizarro letztmals gegen die Bayern auf Torejagd gehen wird und die Rückkehr des Peruaners im Sommer nach München schon perfekt sei, dementierte der Club. „Es gibt keinen Vertrag. Es hat auch keine Gespräche gegeben“, sagte Mediendirektor Markus Hörwick am Freitag. Auch Personalplanungen gehören für Heynckes zu den Interna. „Auf meiner Liste stehen viele Namen“, sagte der Coach. Der von Pizarro dürfte dabei sein, ganz sicher auch der des Gladbacher Innenverteidigers Dante.

dpa

Anzeige