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Fußball aus aller Welt Tiefe Bestürzung über Lewandowskis Tod
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16:29 09.06.2016
Wurde 44 Jahre alt: Sascha Lewandowski Quelle: dpa
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Bochum

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Sascha Lewandowski ist tot. Der 44-Jährige, der bei Bayer Leverkusen und Union Berlin arbeitete, wurde am Mittwochnachmittag tot in seiner Wohnung in Bochum gefunden. Das hat die Bochumer Polizei bestätigt.

Todesursache ist unklar

Einzelheiten über die Todesursache sind noch nicht bekannt oder werden zumindest nicht veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft Bochum beantragte eine Obduktion der Leiche beim Amtsgericht der Stadt. Nähere Angaben machte Staatsanwalt Andreas Bachmann zunächst nicht.

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"Es ist ein laufendes Verfahren. Mehr können wir dazu derzeit nicht sagen", sagte Bachmann mit. Nach Informationen der "WAZ" liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Sollte das Amtsgericht dem Antrag auf Obduktion stattgegeben, würde der Tote Anfang kommender Woche obduziert werden.

Union Berlin: "Wir sind tief bestürzt"

Sascha Lewandowski war Anfang März beim Zweitligisten Union Berlin wegen eines Burnout-Syndroms zurückgetreten. Der Klub reagierte am Donnerstag auf seiner Homepage. "Wir sind tief bestürzt und unglaublich traurig. Unsere aufrichtige Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen", sagte Union-Präsident Dirk Zingler

Weitere Reaktionen auf den Tod von Sascha Lewandowski haben wir hier zusammengefasst.

Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen

Sascha Lewandowski galt als großes Trainertalent. Nach vielen Erfolgen im Jugendbereich schaffte er im April 2012 den Sprung ins Profi-Geschäft: Gemeinsam mit Sami Hyypiä wurde er Cheftrainer bei Bayer Leverkusen.

Geplant war das bis zum Saisonende, doch aufgrund des Erfolges wurden die Verträge verlängert. Zur Saison 2013/14 wechselte Lewandowski zurück in die Jugendabteilung, half aber nach der Entlassung von Hyypiä im April 2014 wieder als Cheftrainer der Profis aus.

Im September 2015 wechselte Lewandowski zum Zweitligisten Union Berlin. Anfang März 2016 erklärte der ehemalige Journalist aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt. Bei ihm war ein akutes Erschöpfungssyndrom ("Burn-out-Syndrom") diagnostiziert worden. Seine Erkrankung soll funktionelle Herzbeschwerden verursacht haben, wie der Zweitligist damals mitteilte.

zys/RND/sid

Burnout-Syndrom

  • Burnout bedeutet so viel wie "ausgebrannt sein".
  • Das Erschöpfungssyndrom bekommen meist Menschen, die über lange Zeit an ihrer Leistungsgrenze arbeiten. Sie überarbeiten sich in ihrem Beruf und stellen extrem hohe Erwartungen an sich selbst.
  • Gerade weil Burnout vor allem ehrgeizige Menschen trifft, ist deren schleichendes Abgleiten in den Burnout oft nicht erkennbar.
  • Ausgangspunkt ist oft Überengagement im Beruf, der zum Lebensinhalt wird. Der Betroffene verleugnet seine Bedürfnisse.
  • Anzeichen sind häufige Flüchtigkeitsfehler, völlige Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Energiemangel und Konzentrationsstörungen. Oft folgt ein reduziertes Engagement, einige Betroffene machen Schuldzuweisungen und werden aggressiv. Es kann aber auch zu Depressionen und Angststörungen kommen. Die Suchtgefahr steigt.
  • Wer einem Burnout-Syndrom vorbeugen will, sollte sein Privatleben stärker pflegen, Konfliktstrategien erlernen, häufiger Kompromisse durchsetzen und sich gegen Überforderung im Beruf wehren.
Christian Purbs 08.06.2016
Christian Purbs 13.06.2016
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