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Fußball aus aller Welt Uli Hoeneß offenbar nur auf Kaution frei
Sportbuzzer Fußball Fußball aus aller Welt Uli Hoeneß offenbar nur auf Kaution frei
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18:43 23.04.2013
Bayern-Präsident Uli Hoeneß gerät immer weiter unter Druck.
Bayern-Präsident Uli Hoeneß gerät immer weiter unter Druck. Quelle: dpa
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München

Im Zuge seiner Steueraffäre ist Uli Hoeneß laut der "Süddeutschen Zeitung" im März vorläufig festgenommen worden. Gegen den Präsidenten des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München lag nach "SZ"-Informationen ein Haftbefehl vor, der außer Vollzug gesetzt wurde. Dies wurde auch aus Justizkreisen bestätigt. Hoeneß' Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen, auch vom FC Bayern gab es keinen Kommentar.

Laut "SZ" wurde der Haftbefehl gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen den 61 Jahre alten Sportfunktionär und Unternehmer wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Hoeneß hatte bestätigt, im Januar 2013 über seinen Steuerberater beim Finanzamt eine Selbstanzeige im Zusammenhang mit einem Konto in der Schweiz eingereicht zu haben.

Hoeneß bemüht sich derweil um Schadensbegrenzung. "Ich habe erkannt, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe, den ich versuche, mit der Selbstanzeige zumindest halbwegs wiedergutzumachen", betonte der Unternehmer in der "Sport Bild".

Die eng mit dem FC Bayern verbandelten Unternehmen und die ansonsten so geschwätzige Fußball-Branche, die für gewöhnlich auf jeden Hoeneß-Vorstoß anspringt, quittierten den spektakulären Fall mit weitgehendem Schweigen. Zumindest der frühere DFB-Präsident Zwanziger, einer von vielen Hoeneß-Widersachern, formulierte eine über "Schock" und "Privatangelegenheit" hinausreichende Warnung. "Dieser Fall dient nicht gerade unserer Wertschätzung und Glaubwürdigkeit", sagte das Mitglied der FIFA-Exekutive der "Bild"-Zeitung.

Rücktrittsforderungen an Hoeneß gibt es jedoch bislang nur aus der Politik. Groß-Unternehmen wie Audi, die Telekom oder Adidas, alle Partner des FC Bayern und zugleich strengen Compliance-Regeln für ihr Geschäftsgebaren unterworfen, verzichten ebenso auf öffentlichen Druck auf Hoeneß wie die Spitzenfunktionäre von DFB und Bundesliga.

Die Hypovereinsbank nahm zwar einige Werbevideos mit Hoeneß aus dem Internet, versicherte aber eilig, die Werbekampagne sei ohnehin bereits im vergangenen Jahr ausgelaufen. Und Bayern-Vizepräsident Rudolf Schels sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Als Club stehen wir unverändert zu Uli Hoeneß und wünschen ihm alles Gute für die Klärung der Angelegenheit."

dpa/frs